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Originaltitel
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Wolf Shadow - Dunkles Verlangen von Eileen Wilks Erscheint auf Deutsch im November 2009 im Egmont Lyx Verlag 432 Seiten, Taschenbuchformat Preis EUR 9,95 übersetzt von Stefanie Zeller ISBN-10: 3802582217 ISBN-13: 978-3802582219 |
Leseprobe
Das National Symphony Orchestra hatte mit seiner Aufführung des „Messias“ von Händel um halb neun begonnen, und der Chor brachte gerade das „Halleluja“ zu Ende, als der Tenor sich in einen Wolf verwandelte. Bis dahin hatte Lily Yu den Abend genossen. Was sie nicht erwartet hatte, nachdem sie die neuesten Informationen über die Ermittlungen erhalten hatte. Und davor hatte sie sich mit der Frage herumschlagen müssen, was sie anziehen sollte. Lily hatte nichts gegen schicke Kleidung. Ihr Schrank zu Hause war gut gefüllt, hauptsächlich mit Jacken für die Arbeit und dergleichen, aber ihre wenigen schicken Sachen hatte sie mitgenommen nach D. C. Der Auftrag erforderte es. Ihr Lieblingskleid aus schwarzer Seide hatte sie also dabei, und was machte es schon, wenn sie es bereits viermal getragen hatte? Mit Schwarz konnte man nichts falsch machen, vor allem wenn das Kleid aussah, als hätte man es ihr auf den Leib geschneidert. Was auch stimmte. Ihre Kusine Lynn war gerade dabei, sich ein Geschäft als Schneiderin aufzubauen. Was ihr fehlte, war ein Mantel. Ein schicker Mantel, um genau zu sein. Nur einen Tag, nachdem ihr Flugzeug auf dem Boden von Reagan International Airport aufgesetzt hatte, hatte sie sich bei Land’s End eine Jacke gekauft, aber die konnte sie ja wohl kaum über ihr schwarzes Seidenkleid ziehen. Lily war nur vorübergehend in Washington, D. C. Tagsüber besuchte sie Spezialkurse beim FBI im nahe gelegenen Quantico, und abends ging sie auf Partys. Die Partys waren Arbeit, kein Vergnügen. Sie war jetzt zwar FBI-Agentin, Mitglied der geheimnisvollen Einheit Zwölf in der Magical Crimes Division, aber im Moment an den Secret Service „ausgeliehen“ worden. In dem Fall, wegen dem sie hier war, waren dem FBI die Hände gebunden: Ein Dämon hatte einem Kongressabgeordneten einen Handel angeboten. Und der Abgeordnete hatte es gemeldet. Was andere, denen das Gleiche passiert war – dessen waren sie sich ziemlich sicher –, nicht getan hatten. Sie mussten unbedingt herausfinden, ob irgendein Kongresstyp oder ein hochgestellter Beamter mit Blut auf der gestrichelten Linie unterschrieben hatte, aber Lily hasste die Rolle, die sie bei den Ermittlungen spielte – vor allem, weil es ihr nicht erlaubt war, wirklich zu ermitteln. Auch mit Informationen war man sehr sparsam umgegangen. Der Secret Service nahm den ersten Teil seines Namens viel zu ernst, und die meisten von ihnen mochten die Unit nicht oder vertrauten ihr nicht. Viele Leute dachten so über Magie. Das war einer der Gründe, warum Lily ihre eigene Gabe so lange geheim gehalten hatte. Lily war eine Berührungssensorikerin; ihre Gabe war sehr selten. Magie hatte keine Wirkung auf sie, aber sie spürte sie auf der Haut und war in der Lage, die Art und manchmal auch die Quelle auszumachen. |
Schund mehr geht so lesenswert schlecht als recht |
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| Urban Fantasy - Thriller/Krimi | |||
| Lily und Rule sind
nach Washington D. C. gereist um dort verdeckt gegen Politiker zu
ermitteln, die angeblich mit Dämonen paktieren. Es ist kurz vor
Weihnachten und eigentlich wollten sie das Fest mit der Familie
verbringen, doch es kommt etwas dazwischen: eine mächtige Welle
der Magie erschüttert die Welt und ein Dämon
überschreitet die Grenze, ermordet vor Lilys und Rules Augen einen
Werwolf und verletzt Rule schwer mit seiner giftigen Klaue. Jetzt
müssen sie sich nicht nur um die nicht heilende Wunde Sorgen
machen, sondern stehen auch einer Katastrophe von globalem Ausmaß
gegenüber: die Magie scheint stärker denn je aus den
Netzknoten auszutreten und legt Elektrizität, Telefon und Verkehr
lahm, paranormale Kreaturen werden überall gesichtet. Für
Lily und Rule ist es klar, dass sie denjenigen finden müssen, der
die Dämonen beherrscht. Es scheint, als würden die
Thronfolger der Werwolfclans zur Zielscheibe der dämonischen
Angriffe, und als der Lu Nuncio des verfeindeten Clans der Leidolfs zum
Opfer fällt, gerät Rule in eine unmögliche Situation...
Die magische begabte Cynna und der Zauberer Cullen kommen dem Paar zu
Hilfe und zwischen ihnen entsteht fast sofort eine sinnliche Spannung. Es ist schwierig von einer derart komplexen und detailreich aufgefächerten Handlung eine würdige Inhaltsangabe zu schreiben ohne das gesamte Buch nachzuerzählen. Die Serie entwickelt sich mit jedem Band mehr zu einer fantasievollen, dicht gewebten Urban Fantasy Story, die mit zahlreichen Hintergrundinformationen apokalyptische Theorien untermalt und für alles und jeden eine Erklärung oder Konsequenz finden will. Beim ersten Teil dachte ich noch, dass hier eine krimilastige Romantic Fantasyserie entsteht, in der Lily und Rule die Hauptrolle spielen, mittlerweile weiß ich, dass dies ein Irrtum war. Vielmehr begibt sich Eileen Wilks immer mehr in Richtung des Stils von z. B. Ilona Andrews oder Kelly Meding. Obwohl Lily meiner Meinung nach stets noch mit der außergewöhnlichen Beziehung zu Rule überfordert ist, wird sie in immer härtere, schwer zu durchschauende Abenteuer gerissen. Es bleibt nicht viel Zeit, um die traumatisierenden Erfahrungen ihres Ausfluges in die Hölle zu verarbeiten, denn die Jagd auf Dämonen beginnt. Ich habe mir dieses Mal schwer getan, mich mit Lily zu identifizieren, denn ihr Leben wird immer unrealistischer: sie hat eine Gefährtenbindung mit einem Werwolfprinzen, über die sie nicht viel weiß, sie hat Probleme mit ihrer Mutter, sie muss sich ihrer Karriere widmen, muss die Welt vor Dämonen retten, ihre Moralvorstellungen durchsetzen, essen, schlafen, sich um ihre Großmutter kümmern, um ihren "Stiefsohn" und so geht es unendlich weiter. Wo, in all dieser Hektik, ist die wirkliche Lily? Was sind ihre ganz persönlichen Ängste und Wünsche? All das bleibt unter der Oberfläche. Trotz wechselnder Erzählperspektive, die eigentlich gut ist um in diverse Personen "hineinzusehen", fühlte ich mich keinem "nah". Sicher gibt es unter den Hauptfiguren viel Interaktion - Cynna und Cullen nehmen übrigens fast genauso viel Platz ein wie Lily und Rule - doch wirklich aufeinander eingehen können sie nicht, denn dazu fehlt die Ruhe. Die Autorin will anscheinend auch gar nicht, dass ihre Charaktere sich so viel erklären können, sie lässt sie lieber geheimnisvoll, stur, verstockt und schwierig bleiben. Das hat etwas Interessantes, wird aber auch schnell anstrengend. Vor allem, wenn so wenig Persönliches gesprochen wird. Dafür bekommt man genaueste Erläuterungen über Werwolfgesetze, Riten, Zauber, Dämonenhierarchie und -eigenarten, mögliche Weltuntergangstheorien etc etc. Teilweise fand ich diese fachliche Dialoge dem Tempo der Geschichte eher abträglich und sie füllen viele Seiten, die ich lieber mit der Entwicklung zwischen Rule und Lily oder von mir aus auch zwischen Cynna und Cullen gesehen hätte. Der relativ kühle Stil der Autorin lenkt aber immer wieder zurück zu ihrem Schwerpunkt: detailreich ausgeführten Ermittlungen, Situationsbeschreibungen, Aufbau von Theorien. Das Wort Erotik würde ich mit diesem Buch eher nicht verbinden, sicher gibt es einige prickelnde Szenen, dieses Mal auch zwischen Cullen und Cynna, doch das sind nur kurze Unterbrechungen. Um richtige Romantik zu entwickeln, beschäftigen sich die Figuren viel zu wenig miteinander. Nichtsdestotrotz hat mir die spannende Story gefallen und mit ein wenig Nachdenken kommt man auch hinter die komplexen Theorien der Autorin und findet sich in ihrem konstruierten Gefüge zurecht. Wir sind gespannt, wie es mit Lily und Rule und Cynna und Cullen weitergeht, aber ich würde mich freuen, wenn es nicht noch abgehobener wird. Die schiere Masse an Personen und Gestalten, die in diesem Roman auftauchen, lenken ein wenig von den gut entwickelten Hauptcharakteren ab, das ist schade. Fazit: Spannender, komplexer Urban Fantasy Krimi. |
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