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Vampire Empire: Schattenprinz

von Clay & Susan Griffith

Erscheinungsdatum: Dezember 2011
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch, Broschur, 440 Seiten
Preis: EUR 8,99
ISBN: 978-3-453-52916-8


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
* *** ** ** ***

Grandiose Steampunk-Vampirsaga mit fantastischen Helden.


Wir schreiben das

Jahr 2020, vor 150 Jahren hatten sich die Vampire in großen Clans erhoben und einen schrecklichen Krieg gegen die Menschheit geführt. In diesem "Großen Morden" wurde ein Großteil der Menschen vernichtet und der Rest musste sich auf die Südhalbkugel der Erde zurückziehen, denn die Vampire bevorzugen ein kälteres Klima. Nun aber soll die Macht der Menschen endlich wieder bewiesen werden und dazu soll sich Prinzessin Adele vom Königreich Equatoria mit dem amerikanischen Schlachtenheld Clark verheiraten. Aus dieser Allianz könnte dann eine gewaltige Streitmacht hervorgehen, die den Norden der Erde endlich wieder in Menschenhand bringen soll.

Doch auf ihrer Reise zum Grenzland wird Prinzessin Adele von Vampiren entführt und nur knapp gerettet. Ihr Retter ist der kampferprobte und geheimnisvolle Greyfriar. Ein legendärer Krieger gegen die Vampire, der maskiert und alleine seinen Kampf gegen die Blutsauger führt. Mit ihm zusammen gelingt Adele die Flucht vor den Vampiren, doch bald soll sie erfahren, dass auch Greyfriar ein dunkles Geheimnis hat.

Nachdem ich das

Buch zu Ende gelesen hatte, musste ich erst einige Tage warten, bis ich diese Rezension angefangen habe, denn gleich im Anschluss hätte ich mich wahrscheinlich nur in Ausrufen wie "Fantastisch!", "Mitreißend!" und "Mehr davon!" ergangen. Dazu muss auch gesagt werden, dass ich dem Steampunk Genre sehr skeptisch gegenüber war und auch immer noch bin. Der erste Teil der Vampire Empire Serie ist jedoch meiner Ansicht nach nicht nur ein Steampunk Abenteuer. Er ist auch ein Stück klassische Fantasy, eine zarte Liebesgeschichte, ein poetisches Epos.

Alle, die an charmante, sexy (und sexhungrige) Vampire à la Black Daggger gewöhnt sind, werden mit einer ganz anderen Art Vampire konfrontiert: bei Clay und Susan Griffith sind (die meisten) Vampire kulturlose, räudige Bestien, die nichts antreibt außer der Hunger nach Menschenblut. Von schrecklichen Herrschern angeführt streben sie nach der Weltmacht und totalen Unterjochung der Menschen, die zu willenlosen Blutsklaven gemacht werden. Sonnenlicht macht Vampiren nicht viel aus, eher Wärme. Sie können ihre Materiedichte ändern und so fliegen, verfügen über hoch entwickelte Sinne und grausame Waffen in Form von spitzen Klauen und Zähnen. Diese können sie auch kaum verbergen, ebenso ihre leuchtenden Augen. Die Vampire sind ein primitives, kriegerisches Volk, das streng hierarchisch angeordnet ist und dem König absolute Treue schwört. Leider kann ich an dieser Stelle kaum auf die vampirischen Protagonisten eingehen ohne zu viel von der Story zu verraten. Es sei nur gesagt, dass ich anfangs etwas angewidert von diesem Vampirbild war. Diese Meinung schlug aber recht schnell in absolute Faszination um und ich finde die Art Vampire, die hier beschrieben wird, einfach nur faszinierend.

Dann gibt es noch die zurückgedrängten Menschen, die in einer ziemlich frühen Epoche der Entwicklung hängen geblieben sind. In vielen Stellen wird erläutert, wie es historisch dazu kam und die Erklärungen sind recht plausibel, auch wenn ich den Gedanken an ein mit Heliumballons in der Luft gehaltenes Schiff irgendwie seltsam finde. Es gibt "chemische Lampen" und rudimentäre Waffen. Die Menschen haben wohl der Religion abgeschworen und sich ganz dieser primitiven Technik verschrieben. Doch dieser Steampunk Aspekt bleibt zurückhaltend und stellenweise fand ich die gut platzierten Erläuterungen ganz amüsant.
Und dann gibt es noch die mutige, facettenreiche und absolut tolle Heldin Adele. Für mich ein wunderbarer, toll ausgearbeiteter Charakter ohne Künstlichkeit und den üblichen leidigen Schwächen oder andersherum überzogenen Stärken. Völlig klischeefrei bekommen wir eine handlungsfähige, selbstständige und gefühlvolle Person präsentiert, die sich in dieser Welt fantastisch einfügt und das Abenteuer wirklich LEBT. Die neutrale Erzählperspektive bleibt oft bei Adele, schwenkt aber regelmäßig zu Greyfriar, Clark und den Vampiren. Gekonnte Szenenwechsel erzeugen hohe Spannung und ich war oftmals so was von versucht, vorzublättern, aber das ist hier tödlich! Man nimmt sich damit so viele tolle Überraschungen!

Der Schreibstil ist angelehnt an klassische Fantasy, etwas altmodisch, aber flott und nicht blumig. Die Wortwahl ist durchdacht, passend und niemals aufdringlich. Das erzählerische Talent der Autoren in Bezug auf Stimmungen, Landschaften und Figuren ist einmalig. Ich konnte mir jederzeit gut vorstellen, wie Adele aussieht, wo sie gerade ist und was passiert. Das Erlebnis, das man gleichzeitig beim Lesen einen Film im Kopf hat, wird hier vollkommen. Der Text ist nicht sehr dialoglastig, ich finde, es wird vergleichsweise wenig gesprochen. Dennoch hat das Gesagte große Kraft und am meisten gefiel mir das "Ungesagte". In diesem Roman kommt man ganz ohne explizite Gefühlsdarstellungen aus, es gibt kein Heulen, Kreischen, Stöhnen oder mit superlativen überfüllte Monologe. Man kann diesen Stil als kühl bezeichnen, ich empfand es aber nicht so. Liebesromanleser finden hier wenig Futter, es gibt nur einen Hauch davon und wo ich diesen vielleicht als genau passend bezeichne, könnten andere enttäuscht sagen, das Buch sei nur ein brutales Abschlacht-Abenteuer. Nun, Gewalt gibt es einige, auch gruselige oder brutale Kampfszenen. Aber nichts ist sinnlos und alles hat seinen Platz in dem großen Krieg zwischen Menschen und Vampiren, der heranzieht. Leider endet das Buch in einem Cliffhanger! Wie soll ich die Wartezeit bis zum nächsten Teil überbrücken? Ich bin verzweifelt. Schattenprinz ist ein großartiger Roman, einer, den ich durchaus noch ein paar Mal lesen könnte.

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Vampire Empire

Schattenprinz
Nachtzauber

Was meint ihr dazu:

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Boo, 28. Januar 2012, 13:45

Ich bin ja schwer begeistert, dass das Originalcover übernommen wurde. Der Künstler heißt übrigens Chris McGrath und von ihm stammen u.a. auch die Cover für folgende Serien (im Original natürlich): Dresden Files von Jim Butcher, October Daye von Seanan McGuire, Leandros Serie von Rob Thurman, Anya Kalinczyk von Laura Bickle ... Wem der Stil zusagt, empfehle ich mal einen Blick auf seine Website zu werfen.

Boo, 27. Januar 2012, 21:40

Dieses erste Buch der Vampire Empire Trilogie zu lesen, war ein großes Vergnügen für mich. Tatsächlich bin ich regelmäßig an Stellen (die für andere Leser vielleicht belanglos erscheinen) hängen geblieben, um sie immer wieder zu lesen, weshalb ich etwas länger gebraucht habe, das Buch zu beenden, als ich sonst benötigt hätte. Der Schreibstil des Autorenpaars ist sehr gewählt und wird - auch wenn mitunter schon mal einiges an Blut fließt - zu keiner Zeit vulgär oder flapsig. Die Mischung aus Steampunk und Vampirroman finde ich wirklich gut gelungen. Die vielen Charaktere, die man kennenlernt habe ich durch die Bank weg als Individuen mit Persönlichkeit wahrgenommen und nicht als Marionetten der Autoren. Das hat mir sehr gefallen, denn ich finde es wirklich frustrierend, wenn ich beim Lesen denke: „Aha, der- oder diejenige tut das jetzt, weil es so im „Drehbuch“ steht“. Besonders Greyfriar bzw. sein Alter Ego (ist eigentlich kein großes Geheimnis um wenn es sich handelt und wird recht schnell geklärt) hat mein Herz im Sturm erobert. Hier eine Warnung an Alpha-Anhängerinnen. Der Gute hat mehr was von einem Philosophentyp. ;-) Es gibt einen Hauch von Romantik (für echte Romantiker sicher nicht der Rede wert, weil nicht wirklich zum Schwelgen* - obwohl die wahrscheinlich an den (meisten) Vampiren hier ohnehin zu knabbern haben werden) und - wofür ich sehr dankbar bin, weil es absolut unpassend gewesen wäre - keinen Sex. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht und habe mir den 13.08.2012 auch schon gaaannz fett im Kalender angestrichen. :-)
*Das kann ich letztendlich nicht wirklich beurteilen. Bei mir ist jedenfalls einiges an Chemie rübergekommen und ich hatte auf jeden Fall meine Schwelg-Momente