Weitere Titel der Serie

Originaltitel





Homepage der Autorin
Maggie Shayne


Im Vergleich...


leichter, softer, langsamer


dunkler, härter, schneller





Geborene der Nacht
von Maggie Shayne

auf Deutsch erschienen im März 09 von Mira Taschenbuch im Cora Verlag
320 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 7,95

ISBN: 3899415817
EAN: 9783899415810


Leseprobe

Ich bin verflucht, verflucht, verflucht. An nichts anderes konnte ich denken, als ich in jener ersten Nacht meines neuen Lebens durch die Straßen der Stadt stolperte. Strähniges Haar, zerrissene und schmutzige Kleidung. Passanten starrten mich an und wandten ihren Blick hastig und mit vor Schrecken – oder war es Verachtung? – geweiteten Augen ab, während sie einen großen Bogen um mich machten. Es schien fast, als wüssten sie es. Ich war auf dem richtigen Weg gewesen. Dachte ich jedenfalls. Vielleicht verhielt ich mich in meiner Rechtschaffenheit etwas zu selbstbewusst. Schließlich kommt Hochmut vor dem Fall. Aber die Sünde des Stolzes rechtfertigte gewiss nicht diese drastische Strafe. Ganz sicher stieß nicht die Hand Gottes mich so tief hinab. Nein. Nein, Gott hatte nichts damit zu tun. Auch Satan nicht, aber ein Monster. Eine Kreatur, bösartiger als es selbst Luzifer mit all seiner Macht je sein konnte. Dreizehn Jahre lang war ich so rein und heilig, wie es wohl nur Engel selbst sein konnten. Seit der dunkelsten Nacht meines Lebens – der Nacht, als mich meine Mutter mit dem Versprechen, sie würde bald wiederkommen, am Altar der Christophoruskirche zurückließ – hatte ich nur Gutes getan. Obwohl ich damals kaum alt genug war, um Gut und Böse unterscheiden zu können. Dennoch: Ein neunjähriges Kind, das von seiner Mutter ausgesetzt wurde, lernt schnell. Wenn ich nur immer gut wäre, würde sie bestimmt zu mir zurückkommen; davon war ich überzeugt. Aber sie kam nicht. Mich bestärkte das freilich nur in der Überzeugung, dass ich nicht gut genug war. Es war mir ein Ansporn, noch besser zu sein. Die Schwestern unterrichteten mich weise und lehrten mich, was sie über Wahrheit und Rechtschaffenheit in Seinem Namen wussten. Und als ich alt genug war, kehrte ich ihnen nicht den Rücken, sondern klammerte mich an den Halt, den ich bei ihnen gefunden hatte. Mein Gelübde hätte ich eine Woche nach jener schrecklichen Nacht ablegen sollen. Nur eine Woche. Wäre ich vor dem Monster sicher gewesen, hätte ich den Schleier früher genommen? Kann ein fester Glaube Schutz vor solcher Übermacht sein? “Ich bin verflucht”, murmelte ich abermals und sank auf die Stufen einer prachtvollen Kathedrale nieder. 
Weder die Türme noch die prächtigen Buntglasfenster interessierten mich. Ich konnte sie nicht ansehen. Meine Augen schienen vor dem himmlischen Blau und Grün und Gold zurückzuscheuen. Einzig und allein die scharlachroten Scherben fesselten meinen Blick. Dann regte sich Gier in den tiefsten Tiefen meiner Seele. Eine sündige Gier, die ich nicht stillen konnte – nicht stillen wollte. Ich war, den ernst gemeinten Warnungen der Schwestern zum Trotz, in jener Winternacht allein hinausgegangen ...



  Schund     mehr        geht so    
                   schlecht
                   als recht
Vampire
Romantic Fantasy

Die lebensfrohe und quirlige Novizin Angelica wartet schon sehnsüchtig auf den Tag, an dem sie ihr Gelübde ablegen kann. Doch das Schicksal hat einen anderen Weg für sie vorgesehen: eines Nachts, als sie allein zum Obdachlosenheim unterwegs ist, wird sie von einem Vampir angefallen und gewaltsam verwandelt. Völlig erschreckt und verstört lässt sich Angelica nicht dazu zwingen, einen Unschuldigen zu töten, um ihren Blutdurst zu stillen, sondern erschlägt in Panik ihren Erzeuger. Allein und voller Schuldgefühle verkriecht sie sich in einer Ruine, sie glaubt, ein Monster geworden zu sein. Jameson Bryant ist es leid, von Tamara und den anderen immer noch wie ein kleiner Junge behandelt zu werden. Immerhin ist er mittlerweile 34 Jahre alt und führt ein eigenständiges Leben. Und doch wird er immer wieder von der DPI verfolgt, die Vampire einfangen und zu grausamen Experimenten missbrauchen. Wieder einmal geriet Jameson in ihre Fänge und wird von Roland und Rhiannon gerettet. Verbittert schwört er, dass er irgendwann das gesamte DPI vernichten wird. Eines Nachts als er allein durch die Straßen zieht, weckt ein weit entferntes Schluchzen seine Aufmerksamkeit und ein ungekanntes Gefühl bringt ihn zu der fast verhungerten Angelica. Jameson weiß, was sie ist und will ihr helfen. Doch Angelica ist vor Blutdurst nicht bei Sinnen und stürzt sich auf den jungen Mann, saugt ihn beinahe bis zum Tode aus. Jameson kann nicht verhindern, dass plötzlich auftauchende DPI Agenten die junge Frau unter dem Vorwand mitnehmen, sie heilen zu können. Nur zu bald merkt Angelica, dass sie betrogen wurde. Im Verlies angekettet muss sie hilflos miterleben, wie ihr eine befruchtete Eizelle eingesetzt wird und 9 Monate später wird ihre kleine Tochter geboren. Doch es gibt eine gute Seele beim DPI und so erfährt Jameson von Angelicas Zustand - und dass er der Vater ihrer Tochter ist. Er muss sie um jeden Preis retten, auch wenn sie ihn damals fast getötet hätte und seine Freund ihn nur retten konnten, indem sie ihn zu ihresgleichen machten... 


Nachdem ich vom Vorgänger Erinnerungen der Nacht maßlos enttäuscht war, hat dieses Buch bei mir im Regal Staub angesetzt. Nun habe ich es hoffnungsvoll zur Hand genommen und die 320 Seiten lesen sich wirklich schnell. Insgesamt war ich einigermaßen positiv überrascht. Geborene der Nacht ist ein ziemlich spannender Vampirliebesroman mit halbwegs erträglichen Charakteren. Die Schwächen der Autorin kommen auch hier zutage: vorhersehbare, gradlinige Storyline mit unglaubwürdigen Wendungen, flache, naive Charaktere und ein unspektakulärer Schreibstil. Ziemlich misslungen fand ich auch die Mischung aus der Ich- und der neutralen Erzählperspektive. Auch wenn man alles aus Angelicas Sicht mitbekommt, erfährt man trotzdem nicht mehr von ihr als der neutrale Erzähler. Die Geschichte ist ganz nett zusammengeschustert und spielt ganz bewusst mit klischeehaften Spannungselementen: Entführung, Rettung, Misstrauen, Läuterung. Der immer präsente Feind, das DPI, ist ein unverhältnismäßig böser, hirnloser Feind, der mich an maßlose Außerirdische erinnert, die mit Menschen Versuche machen ohne Konsequenzen zu befürchten. Was sind das für Leute, die von der Straße Vampire einfangen und foltern dürfen? Kann das die moderne Gesellschaft sein? Die Autorin verteufelt das Feindbild bis ins Unermessliche und lässt ihre Vampire dagegen wie strahlende Helden dastehen. So naiv das ist, so handeln ihre Protagonisten auch. Sie werden geleitet von nicht durchdachten, emotionalen Motiven, obwohl sie doch teils jahrhundertelange Erfahrung haben müssten. So stolpert sich Jameson durch eine - objektiv betrachtet - traumatische Story mit ständigen Entführungen, Folterungen und Rückschlägen. Zwischen all den grässlichen Ereignissen kommen sich Angelica und er dann näher, empfinden großes Verlangen füreinander. Und gleichzeitig brennenden Hass. Und weglaufen will sie auch noch. Irgendwie versucht Maggie Shayne, so viel wie nur möglich in die wenigen 320 Seiten zu pressen und daher kratzt man als Leser nur kläglich an der Oberfläche einer Liebesgeschichte herum. Die Figuren haben überhaupt keine Zeit, sich eingehend miteinander zu beschäftigen und wahre Gefühle zu entwickeln. Wie in einer Achterbahn geht es von Hass zu Begierde, zu Misstrauen und wieder Hass und natürlich am Ende zu tiefer Liebe. Zwischendurch muss man noch mit seinem neuen Vampirdasein zurecht kommen, ein, zwei Sexszenen einbauen und Sprechzeit für alte Bekannte wie Eric, Tamara und Rhiannon einbauen. Meiner Meinung nach wurde hier viel zu viel gewollt und einige gute Ansätze leider durch Oberflächlichkeit verhunzt. Der Roman bietet nichts, was wir nicht schon gelesen hätten und geht unter in der Masse der Durchschnittlichkeit. Schade eigentlich. 


Fazit
Spannender, leider etwas oberflächlich geratener Vampirliebesroman mit eindimensionalen Charakteren

Overview
Titel-Serien-Autoren A-Z
Was sonst noch auf dem Markt ist

    Romantik      Erotik      Spannung        Action      Anspruch       Humor      Originalität      Preis     Aufmachung