Der Vampir Eric
Marquand führt ein einsames Leben. Nunmehr
200 Jahre nachdem er zum Vampir gemacht wurde, droht ihm die Entdeckung durch
ein Spezialteam des CIA. Die hübsche Tamara Dey ist ausgerechnet die
angenommene Tochter des Untersuchungsleiters Daniel St. Claire, der sein Leben
der Suche nach Vampiren verschrieben hat. Tamara wird jede Nacht von seltsamen
Alpträumen geplagt, in denen sie nach ihrem Retter ruft. Sie weiß nicht, dass
es Eric ist, nachdem sie sich unterbewusst sehnt. Tamara ist nämlich eine
direkte Nachfahrin des legendären Graf Dracula und damit prädestiniert, sich
mit einem Vampir zu verbinden. Eines schönen Wintertages dann begegnen sich die
beiden beim Eislaufen und sofort merken sie die unwiderstehliche gegenseitige
Anziehungskraft. Ganz langsam weiht Eric Tamara in seine Welt ein und nach
anfänglichem Zögern verfällt sie ihm vollkommen. Doch bald kommt es zu
dramatischen Ereignissen, Tamaras Vormund Daniel wird bei seiner Suche nach dem
Vampir immer skrupelloser und als er Hilfe durch seinen besten Freund Curtis
bekommt, gerät Eric wirklich in Gefahr. Bald erfährt Tamara, dass Eric
derjenige ist, den sie suchen und er kann sein Geheimnis nicht länger für sich
behalten. Nun ist Tamara hin und hergerissen zwischen ihrem Ziehvater und Eric.
Sie will nicht glauben, dass Daniel so grausam sein kann, doch bald richten
sich die Aggressionen auch gegen sie selbst und Tamara muss mit Eric zusammen
ihre beiden Leben verteidigen.
Fantasien
der Nacht
ist ein ganz klassischer Liebesroman mit ein bisschen Vampirzugabe.
All das Düstere, mächtige und erotische was wir z. B. von J.R. Ward oder Lara
Adrian kennen, gibt es hier nicht. Eric ist - bis auf dass er ein Vampir ist -
ein ganz normaler, ruhiger und intellektueller Mann, der alleine in einem
großen Haus wohnt. Er ist unsicher, zaghaft und manchmal leicht verwirrt, hat man
den Eindruck. Tamara ist intelligent, wissbegierig und pfiffig. Sie ist
natürlich auch eine sensible und gefühlsbetonte Frau, die sich nach einer
Schulter zum Anlehnen sehnt. Unter diesen Voraussetzungen passen die beiden
Hauptcharaktere auch gut zusammen. Das ganze hätte auch eine mehr oder weniger
schöne und gelungene Story werden können, hätte sich die Autorin nicht dazu
hinreißen lassen, eine Nebenhandlung zu erfinden, die mehr Spannung reinbringen
sollte. All die Abschnitte über die CIA, Daniel St. Claire und den erschreckend
grausamen Curtis sind nervig und unglaubwürdig. Erst ist Curtis in Tamara
verliebt, dann hasst er sie auf einmal. Das Gewaltpotential des Buches, das
durchweg eher niedrig gehalten ist, steigt plötzlich unkontrolliert an und
verwirrt den Leser, der sich auf Ruhe und Romantik eingestellt hat. Eric ist ja
wohl der pazifistischste Vampir, von dem ich je gelesen habe, ich würde ihn
sogar fast als passiv bezeichnen. Trotz allem ist er nicht unsympathisch und
das relativ dünne Buch liest sich recht schnell. Die Liebesszenen sind etwas
verschnulzt und die Sprache der Charakter teilweise überaltmodisch und
gestelzt.
Nach einem erfrischenden
Auftakt fällt die Story im Laufe des Buches leider immer mehr ab und gegen Ende
kommt es dann urplötzlich zum Showdown. Insgesamt ein eher blasser Vertreter
des Paranormalen Genre aber mit Reiz für Fans von klassischen Love-Storys und
weichgespülten Dialogen.