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Jacquelyn Frank



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Sprecherin Tanja Geke
Verlag Audible
Laufzeit 11:28 Std.



Im Vergleich...


leichter, softer, langsamer


dunkler, härter, schneller

Schattenwandler Jacob
von Jacquelyn Frank

erscheint auf Deutsch im August 09 im Egmont Lyx Verlag
400 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 9,95

übersetzt von Karina Schwarz
ISBN-10: 3802582365
ISBN-13: 978-3802582363


Leseprobe

Es wäre geradezu lächerlich einfach, ihnen etwas anzutun.
Von hoch oben beobachtete er mit seinen schwarzen Augen, wie die beiden Menschen die spärlich beleuchtete Straße hinuntergingen. Der Mann war so sehr damit beschäftigt, mit der Frau zu flirten, dass er bei einem überraschenden Angriff nicht die geringste Chance hätte, sie zu schützen. Wobei überraschend in diesem Zusammenhang wohl nicht der richtige Ausdruck war. Auch der Gedanke an Verteidigung war völlig sinnlos. Ein Mensch gegen einen von seiner Art? Jacob, der Vollstrecker, stieß ein hämisches Lachen aus. Seiner Meinung nach hatte die rothaarige Frau eine armselige Wahl getroffen. Kein anständiger Mann hätte seine Partnerin dazu überredet, sich in einer so unwirtlichen Nacht wie dieser überhaupt vor die Tür zu wagen. Ganz abgesehen von den Vorboten des Bösen. Die Gegend hatte einen denkbar schlechten Ruf. Voll von drohenden Schatten der Wolken, die vor der bleichen Scheibe des Mondes dahinzogen, und voll von Gefahren, die eines Menschen Sinne nicht erspüren konnten. Das Paar ging unter ihm entlang und ahnte nichts von seiner Anwesenheit. Ganz zu schweigen vom Kommen des anderen. Jacob hob den Kopf. Er spürte genau, wie der andere sich näherte. Auch wenn die von Menschenhand geschaffene Landschaft aus Glas und Beton seine hoch entwickelten Sinne betäubte, fühlte er ganz genau, dass der andere kam. Er war jünger und unerfahren, und er war völlig fixiert auf seine Beute. Die Menschenfrau. Jacob spürte den Hunger des anderen wie einen beklemmenden, beißenden Gestank nach ungezügelter Lust. Der jüngere Dämon, sein Name war Kane, materialisierte sich immer wieder flackernd, während er sich über die Dächer der Stadt seinem rothaarigen Opfer näherte. Er ahnte nicht, dass der Vollstrecker ihm gefolgt war und bereits auf ihn wartete. In einer Staubwolke, die leicht nach Schwefel roch, materialisierte sich Kane kurz darauf unten auf dem Bürgersteig – ein paar Meter hinter dem ahnungslosen Pärchen. Bis auf die Begleit- erscheinungen war seine Teleportation völlig unbemerkt verlaufen. Jacob verharrte, die Nerven zum Zerreißen gespannt. Es fiel ihm schwer, nicht sofort einzugreifen, aber es war seine Pflicht, den anderen Dämon bis zum bitteren Ende gewähren zu lassen. Erst dann hatte er die Berechtigung, dem Gesetz seines Volkes Geltung zu verschaffen. Und er flehte das Schicksal an, Kane möge sich wieder unter Kontrolle bekommen und einfach verschwinden. Gut getarnt hockte Jacob auf einer Straßenlaterne und beobachtete, wie Kane sich direkt unter ihm hindurch an seine Beute heranpirschte. Mit einem mühelosen Satz überwand der Vollstrecker mehrere Meter bis zur nächsten Laterne. Kein Laut war zu hören, als seine Füße das Metall berührten, kein Rascheln seiner Kleidung, als er sich erneut hinhockte, ohne zu wanken. Der einzige sichtbare Hinweis war das Flackern der Lampe unter ihm. Es kostete ihn nur einen Moment, dieses kleine Problem zu beheben. Zumindest für die anderen unter ihm schien wieder alles völlig normal zu sein. In Wirklichkeit allerdings zuckte das Licht zunehmend in wütendem Protest.

  Schund     mehr        geht so    
                   schlecht
                   als recht
DämonVampireWerwolf
Romantic Fantasy 
Der Dämon und Vollstrecker Jacob ist auf der Jagd nach einem abtrünnig gewordenen Dämon, als ihm eine Frau quasi vor die Füße fällt. Isabella hatte sich bei der Unterhaltung mit dem seltsamen, attraktiven Fremden etwas zu sehr aus dem Fenster gelehnt und das Gleichgewicht verloren. Ohne Nachzudenken fängt Jacob die hübsche Frau auf und fühlt sich sofort magisch zu ihr hingezogen. Doch Isabella fühlt auf einmal eine fremde Bedrohung und führt Jacob dann zu dem transformierten und blutrünstigen Dämon. Jacob stürzt sich sofort in den Kampf, doch es ist Isabella, die den Dämon zur Strecke bringt. Jetzt ist sich Jacob sicher, dass Isabella etwas Besonderes ist, und er nimmt sie mit ins geheime Domizil der dämonischen Schattenwandler. Dort trifft Isabella auf den König Noah, den Krieger Elijah und die Empathin Magdalegna. Isabella ist zunächst erschrocken, als sie die wahre Existenz Jacobs kennenlernt, doch auch ihr geht es so, dass sie die Augen nicht von ihm lassen kann. Per Gesetz darf es aber keine Verbindung zwischen Dämonen und Menschen geben, so dass Jacob sein Verlangen im Zaum halten muss. Gemeinsam versuchen sie in alten Schriften einen Hinweis darauf zu finden, was Isabella für eine Rolle im Schicksal der Dämonen spielen soll. Je länger sie bei Jacob ist, desto mehr wird klar, dass sie über besondere Kräfte verfügt. Kann es eine Zukunft für Jacob und Isabella geben?

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und mich gleich nach Erhalt draufgestürzt. Doch leider wurden meine hohen Erwartungen und Hoffnungen ziemlich enttäuscht. Zu Beginn entwickelt sich alles ganz klassisch: attraktiver Dämon trifft quirlige, schlagfertige Frau mit dem gewissen magischen Etwas. Der Schreibstil der Autorin klingt zwar teils etwas zu locker, es gibt komische Redewendungen und nicht zündende Gags, aber man ist gespannt auf die neue Welt, die dort kreiert wird und blättert locker weiter. Leider wird das ganze Potential der Story bereits nach wenigen Seiten verschenkt und die Charaktere handeln auf eine Art und Weise, die für mich nicht nachvollziehbar ist. Über das stark ausgeprägte Rollenklischee will ich mich nicht beschweren, das kann ganz prickelnde Szenen hervorbringen. Und Jacob ist deutlich männlich, dominant, rasend eifersüchtig, besitzergreifen, wild etc. Sehr ansprechend. Isabella ist attraktiv, verführerisch, sanft, gütig, intelligent und ein wenig schlappmäulig zuweilen. Schimpfworte wie Wichser und Arschloch kommen dann und wann über ihre Lippen, das hat mir weniger gut gefallen. Das hört sich alles so an wie eine dämonische Version eines Karpathianer Romans von Christine Feehan. Tatsächlich habe ich viele Parallelen gefunden, sowohl bei den positiven als auch bei den negativen Seiten (leider!!). Nett sind die ganzen Personen rundherum wie Noah, Gideon und Elijah und die kleinen Episoden die sich zwischen ihnen abspielen. Die Liebesszenen sind anfangs auch gut, recht zurückhaltend und fantasielos, aber ok. Das war es dann aber leider auch schon. Insgesamt waren mir die als gefährlich und geheimnisvoll gerühmten Schattenwandler viel zu "weichgespült". Eigentlich sehen alle aus wie normale Menschen und benehmen sich auch so, bzw. eher noch besser, denn die Menschen kommen bei Jacquelyn Frank nicht gut weg. Untereinander wird ständig über Kleinigkeiten lamentiert und alles ist wie in Watte gepackt. Dann wird Isabella in diese Welt reinkatapultiert und findet sich sofort damit ab, dass sie eine wichtige Rolle im Schicksal der Schattenwandler spielen soll. Ohne mit der Wimper zu zucken lässt sie ihr altes Leben hinter sich und konzentriert sich voll auf Jacob. Nach der Kennenlernphase, die mit Sex nach dem ersten Drittel des Buches abgeschlossen ist, wird die Story derart langweilig, dass ich das Buch öfter beiseite gelegt habe. Es passiert rein gar nichts nennenswertes mehr und die Autorin ergeht sich in endlosen Diskussionen, Wiederholungen und langatmigen Dialogen der Charaktere untereinander. Mit seltsamem, billigen Humor werden an sich schöne Szenen ruiniert und das Finale ist ein Witz. Das alles lässt zu hoffen übrig, dass Jacquelyn Frank sich in den Folgebänden sprachlich und vor allem dramaturgisch weiterentwickelt hat. Immerhin ist die Aufmachung des Egmont Lyx Verlags tadellos und das Coverbild sehr schön ausgewählt. Doch 9,95 EUR zahlt man ja vorrangig für den Inhalt...

Fazit
Netter Paranormaler Liebesroman mit viel verschenktem Potential.













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