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Originaltitel


Schattenwandler Elijah
von Jacquelyn Frank

erscheint auf Deutsch im April 2010 im Egmont Lyx Verlag
400 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 9,95

Übersetzung: Schmitz, Ralf u. Krätzer, Anita
ISBN-13: 9783802582387
ISBN-10: 3802582381


Leseprobe

Die Raubkatze schrie über die Waldwiese hinweg, und die im Kreis versammelten Frauen vergaßen ihre sterbende Beute, da sie von einer unbeschreiblichen Angst erfasst wurden. Menschen hatten wie alle anderen Lebewesen angeborene Instinkte, und die Frauen wussten so sicher, wie sie ihren Namen kannten, dass sie lieber nicht in der Umgebung der Bestie bleiben sollten, die solche Laute ausstieß. Es spielte keine Rolle, dass sie selbst Macht hatten. Nichts kam gegen das natürliche Grauen eines Beutetiers vor einem Raubtier an. Die Nekromantinnen wichen mit weit aufgerissenen Augen zurück, und die Magie wirkte weiter, während sie vom Boden abzuheben begannen, weil sie sich in der Höhe sicherer wähnten. Doch ihre Angst ließ nicht nach, und sie flogen davon, über die Bäume hinweg, und flüchteten sich nach Hause oder an einen Ort, wo sie sich wirklich sicher fühlten. Einige weibliche Jäger hatten das Glück, dass die fliehenden Nekromantinnen an sie dachten und sie mit sich nahmen auf ihre Flucht. Diejenigen, die nicht so viel Glück hatten, nahmen die Beine in die Hand und jagten wie wild auf den Waldrand zu. Es dauerte lediglich eine Minute, bis von ihnen nichts mehr wahrzunehmen war außer einem seltsamen Geräusch von zerbrechen- den Zweigen, das sich schnell entfernte. Die Dämoninnen ließen sich nicht so leicht einschüchtern. Die Jüngere war ein Erddämon, der sich in die Geschöpfe der Natur einfühlen und sie beherrschen konnte. Obwohl sie noch sehr jung war und verglichen mit den großen Älteren ihrer Art schwach, gehörte das Bannen von Tieren zu ihren elementaren Fähigkeiten. Sie richtete ihr Bewusstsein auf das sich nähernde Raubtier und versuchte, dessen Gedanken zu berühren. Verwirrt runzelte sie ihre schöne Stirn, als sich die Berglöwin ihren beschwörenden Gedanken gegenüber ungewöhnlich unzugänglich zeigte. Die große goldgelbe Raubkatze brach aus dem Wald hervor und pirschte sich durch das hohe Gras heran. Die kreisenden Bewegungen ihrer Schulterblätter wirkten faszinierend und furchteinflö- ßend zugleich, während sie herankam, die goldgelben Augen auf die beiden Frauen gerichtet, die noch auf der Lichtung verharrten. Die Raubkatze konnte das viele Blut riechen, das auf den Boden geflossen war. Der Geruch sprach die niedersten Instinkte des Tieres an und lockte die Berglöwin geradezu magisch herbei. Normalerweise hätte sie sich anderen Raubtieren nicht genähert, aber der Geruch von Blut war übermächtig. Sie pirschte sich immer näher heran, und die junge blonde Dämonin brach in Schweiß aus, während sie versuchte, das Bewusstsein des Tieres zu erreichen, das wie betäubt war von dem herrlichen Geruch von Blut. „Mama, ich komme nicht an das Tier heran. Es hört mir nicht zu.“ „Macht nichts. Wir sind hier fertig.“ Ruth umklammerte ihr Kind noch fester, und mit einem knackenden Geräusch, das von der verdrängten Luft herrührte, teleportierten sich die beiden Dämoninnen in Sicherheit.

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DämonVampireWerwolf
Romantic Fantasy
Der Kriegerdämon Elijah kann es kaum fassen, als er in eine hinterlistige Falle der Nekromantinnen gerät und schwer verletzt wird. Es tobt ein Krieg zwischen den bösen Zauberinnen der Menschen, die mächtige Unterstützung durch die beiden abtrünnigen Dämoninnen Ruth und Mary gefunden haben. In letzter Minute jedoch kommt die Königin der Gestaltwandler, Siena, Elijah zu Hilfe und bringt den verletzten Krieger in eine Höhle um sich um ihn zu kümmern. Auch wenn das Verhältnis zwischen Dämonen und Lykanthropen lange angespannt war, ist Siena doch um eine Annäherung der beiden Völker bemüht. So überwindet sie ihre Vorurteile und behandelt Elijahs schwere Wunden. Als dieser zu sich kommt, ist er beim Anblick seiner Retterin überrascht, verfällt aber auch sofort ihrer Verführungskraft und ihrem unabhängigen, starken Charakter. Kaum kann er sein Verlangen unterdrücken und bald merkt er, dass es Siena ähnlich geht.

Obwohl immer noch etwas spannungsarm und langatmig, ist Elijah doch der bislang beste Teil der Serie. Und das lag zu 100 % an den beiden Hauptcharakteren, die zwar sehr dem Rollenklischee entsprechen, aber dennoch sympathisch und lebensecht wirken. Es beginnt wie in einem Standard-Liebesroman: der starke Held wird von seiner Zukünftigen gerettet, obwohl sie sich eigentlich von ihm fernhalten will. Es folgen einige prickelnde, emotionsgeladene Dialoge in denen sich die beiden abtasten und Vorurteile an den Kopf werfen. Und unweigerlich führt das alles (recht früh) zu der Einsicht, dass sie trotz aller Widrigkeiten nicht voneinander lassen können. Was rein handlungsmäßig keinen mehr überrascht, wird von Jacquelyn Frank hier aber gelungen präsentiert und erotisch ausgeschmückt. Elijah ist der typische, männliche Held, der sich eigentlich nie binden wollte, aber angesichts seiner wahren Liebe zum absoluten Softie mutiert. Siena ist eine etwas sture, aufbrausende Person, die viel schwierige Vergangenheit verabeiten muss und unter der Last ihrer Verantwortung als Königin der Lykanthropen leidet. Ihr leicht flatterhaftes Wesen macht Elijah einiges zu schaffen, bietet aber für den Leser großen Reiz, denn so wird das interessante Katz- und Mausspiel noch etwas in die Länge gezogen. Die Liebesszenen sind sehr schön, von romantisch bis hin zu erotisch, recht ausgedehnt aber ohne allzu explizit zu werden.
Vielleicht hat mir dieser Teil am besten gefallen, weil er mich am meisten an die Karpathianer Romane von C. Feehan erinnert hat. Dieses sinnlose Wehren gegen eine durch eine "höhere Macht" angeordnete Verbindung zweier Figuren schafft immer wieder prickelnde Situationen und Raum für tiefe Gefühle. Die Autorin schwelgt auch gerne in diesen und legt ihren Charakteren gerne lange, gefühlsbetonte Dialoge in den Mund. Vieles wird overused, oftmals hätte auch die Hälfte der Worte gereicht. Leider wird dadurch die Rahmenhandlung bezüglich des Krieges der Schattenwandler gegen die bösen Nekromantinnen der Menschen etwas dünn, ich finde sie generell eher lächerlich. Da kommen die mächtigsten Kreaturen der Welt, tausende von Jahren alt, noch nicht einmal gegen ein paar hysterische Frauen an, die schlecht organisiert wahl- und gesichtslos ihre dunklen Kräfte einsetzen. Umso besser, dass der Großteil der Seiten der wunderschönen Liebesgeschichte zwischen Elijah und Siena gewidmet ist. Natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit bekannten Figuren wie Jacob und Bella, Noah, Gideon und Legna. Alle zusammen versuchen eine Strategie für den Kampf gegen die Nekromantinnen zu ersinnen und wir können gespannt sein auf den Showdown, der im letzten Teil der Schattenwandler Serie folgen wird. Als nächstes wird erst einmal der Vampir Damien seine Gefährtin finden...

Fazit
Bislang stärkster Teil der Serie mit zwei liebenswerten Hauptcharakteren.










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