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Raven Hart



Im Vergleich...


leichter, softer, langsamer


dunkler, härter, schneller

Unsterbliche Versuchung
von Raven Hart

erscheint auf Deutsch im Oktober 09 im Blanvalet Verlag
460 Seiten,Taschenbuchformat

Preis: EUR 9,95

ISBN: 3442266343
EAN: 9783442266340
Übersetzt von Maike Claußnitzer


Leseprobe

Brief von William, einem Vampir
Mein Name ist William Cuyler Thorne. Ich bin Soldat, Gelehrter, Lebemann und Frauenheld gewesen. Aber am wichtigsten ist meiner Einschätzung nach, dass ich von all dem, was ich jemals war, eines immer noch bin: ein unbelehrbarer Männermörder. Ein Raubtier.
Oh, ich habe mir auch eine ganze Anzahl von Frauen geholt, aus Wut oder Mitleid, aus Hunger oder nur aus einer Laune heraus. Ich habe die Lippen der schönsten Kurtisanen dieses Planeten geküsst, bevor ich mich niedrigeren Gelüsten hingegeben habe. Aber immer verlangt das blaue Blut meiner wilden Vorfahren, das so kalt durch meine Adern strömt, nach Hitze und Leben. Nach Nahrung.
Ich bin ein Blutsauger.
Ich bin seit etwa fünfhundert Jahren - vielleicht zehn mehr oder weniger - auf der Welt. Für zweihundert dieser Jahre war ich durch meine Abstammung gezwungen, gemeinsam mit meinem Zeuger zu jagen - einem moralisch verkommenen Barbaren, der es mit Fug und Recht verdient gehabt hätte, gepfählt zu werden.
Ich erinnere mich daran, wie es war, ein Mensch zu sein. Es ist so lange her, dass ich das Vibrieren sterblichen Schmerzes nur noch wie den heftigen Ruck eines Seils empfinde, das einen in ein bodenloses Grab reißt. Der Ruck lässt mich nicht mehr innehalten. Ich bin unsterblich, gesegnet - und verflucht.
Zu Beginn meiner Existenz als Untoter schlug ich mich als Soldat durch und habe seitdem unzählige Menschen ihrem Verhängnis begegnen sehen. In meinem Blutdurst bin ich ein nächtlicher Wanderer, versehen mit reißenden Fangzähnen wie ein römischer Kriegshund und mit scharfen Klauen wie die Aaskrähen, die über dem Schlachtfeld kreisen. Ich töte die Schwächsten und finde Leben zwischen den Sterbenden. Ich ernähre mich von den Trümmern der törichten menschlichen Vorliebe für Eroberungen.
Die Engländer und Franzosen nährten mich fast zwei Jahrhunderte lang mit ihrem kleinlichen Gezänk; aber dann fiel mein Blick auf Amerika und eine blutige Revolution, in der Menschen ein Land dem Griff anderer Menschen entrissen. Da ich teils von Schotten, teils von Engländern abstamme, hätte ich den "Rotröcken" - wie meine aufständischen Nachbarn in der Neuen Welt sie nannten - den Vorzug geben sollen. Aber das Blut der Revolutionäre war für mich ein stärkerer Wein, vitaler und nahrhafter. Nein, ich bin kein Rächer, kein Bringer der Gerechtigkeit. Ich bin auch nicht der sadistische Mörder, der zu sein ich geschaffen wurde. Ich bin nur das letzte, gespenstische Gesicht, das sterbende Soldaten im Dunkeln auf dem Schlachtfeld sehen, bevor Vergessen sie umfängt.
Im Winter 1778 traf ich in Savannah ein, einer welkenden Blume von Stadt. Ich hatte einen willkommenen Vorrat an Gold bei mir - und die indirekte Unterstützung meines neu gewählten britischen Nachnamens, Thorne. Die Briten hatten die Stadt früher im Jahr eingenommen, und ich hatte keinen Grund, mich gegen sie zu stellen. 


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WerwolfVampire
Thriller/Krimi
Nachdem in Europa seine Familie durch seinen Erzeuger ermordet wurde, floh William in die USA, nach Savannah um sich dort eine unabhängige Existenz aufzubauen. Zusammen mit seinem Nachkommen Jack hat er sich ein geheimes, aber erfolgreiches Leben aufgebaut. Unter dem Deckmantel eines Überseelogistikunternehmens transportiert William in Gefahr geratene Vampire von Europa in die USA. Eines Abends jedoch kommt es zu einer Katastrophe: auf einem Schiff, das einen Vampir nach Savannah bringen sollte, wird dieser blutig ermordet und eine bösartige Gefahr hält in Williams Heimat Einzug. Er weiß es sofort: sein Erzeuger Reedrek hat den Weg über den Ozean genommen um ihn endlich zu zerstören. Zuerst versucht William, Jack aus allem rauszuhalten. Doch zu lange hat er seinen Zögling über alles mögliche im Dasein der Vampire im Unklaren gelassen, und er merkt, wie ihm langsam die Kontrolle über ihn entgleitet. Dann steht eines Tages die betörende Vampirin Olivia vor Williams Haustür. Sie sei aus Europa vor der Grausamkeit Reedriks geflohen. Wem kann William nun noch vertrauen, jetzt wo sein übermächtiger Widersacher in der Stadt ist, ein 1000 Jahre alter Vampir, der den Geist eines jeden beherrschen kann?

Vorab: noch nie haben mich ein Coverbild und ein Klappentext so dermaßen in die Irre geführt. Ich hatte mich mehr oder weniger auf einen etwas leichteren, erotisch-romantischen Vampirroman eingestellt, nicht so modern wie Black Dagger, nicht so flach wie Christina Dodd. Was "Unsterbliche Versuchung" allerdings NICHT ist, ist romantisch. Es gibt erotische Szenen ja - aber denen fehlt wirklich jegliche Romantik. Doch der Reihe nach: der Schreibstil der Autorin(nen) ist bestechend eloquent, anspruchsvoll und jederzeit wunderbar ausformuliert. Die Wortwahl ist stets abwechslungsreich und treffend, die Dialoge stimmig und prägnant. Die gesamte Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt und zwar wechselnd aus Williams und Jacks Sicht. Das ist sehr ungewöhnlich und am Anfang muss man sich erst einmal daran gewöhnen. Die beiden Hauptcharaktere sind beide sehr ausführlich dargestellt, haben ihre Geheimnisse, Eigenarten und auch Schwächen. Es entsteht eine ziemlich spannende Krimigeschichte um die Jagd nach Reedrik und vor allem um die Beziehungen von William und Jack untereinander sowohl als auch zu den Nebenpersonen. Der Leser wird lange im Unklaren über die wahren Motive des Handelns gelassen und es gibt kein sogenanntes Heldentum wie oft in anderen paranormalen Romanen. Es ist alles ziemlich nüchtern, sehr kühl, sehr düster. Teilweise sogar regelrecht trostlos. Das war es wohl auch, was für mich im Endeffekt gefehlt hat: Herz. Weder für William noch für Jack konnte ich richtige Sympathie entwickeln und sämtliche weiblichen Charaktere waren aufgedonnerte, übersexuelle Sirenen. Stellenweise fand ich die Erotikszenen auch eher abstoßend als erregend, denn es wird viel mit Unterwerfung und Gewalt dabei gespielt und das Wort Liebe hat überhaupt keinen Stellenwert. Insgesamt hat mich der Roman ein wenig an Susan Krinards Die Dunkle Macht des Mondes erinnert, allerdings fand man in diesem wenigstens ein bisschen mehr Emotion und Wärme. Raven Harts Vampire sind kalt, berechnend und verschlossen. Nicht dass William und Jack reine Monster wären, nein, aber für Protagonisten sind sie sehr "unmenschliche" Vampire. Zuletzt nagt noch das offene Ende an den Nerven.

Fazit
Sprachlich einwandfreier, spannender Vampirkrimi mit unterkühltem Flair.















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