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Raven Hart


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leichter, softer, langsamer


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Unsterbliche Begierde
von Raven Hart

erscheint auf Deutsch im März 2010 im Blanvalet Verlag
500 Seiten,Taschenbuchformat

Preis: EUR 9,95

übersetzt von Maike Claußnitzer
ISBN-10: 3442373832
ISBN-13: 978-3442373833


Leseprobe

Brief von William, einem Vampir
Mein Name ist William Cuyler Thorne; ich lebe momentan in Savannah. Einst, vor sehr, sehr langer Zeit war ich ein Ehemann... Ein Vater. Ein Sterblicher, der lebte und liebte, ohne einen Gedanken auf die bösen Geschöpfe zu verschwenden, die in der Welt unterwegs sind. Nun bin ich eines dieser bösen Geschöpfe. Ein Blutsauger. Ein Vampir. Erst vor Kurzem konnte ich nach all diesen Jahrhunderten den Racheschwur erfüllen, der mein Leben bestimmte. "Halt's aus oder halt die Schnauze", wie mein Nachkomme Jack sagen würde. Als sich mir die Möglichkeit bot, meinen schurkischen Zeuger, Reedrek, ein für alle Mal zu töten und zugleich meiner unsterblichen Existenz ein Ende zu setzen, wollte ich die Gelegenheit ergreifen. Doch in unserer Welt entwickeln sich die Dinge nicht immer wie geplant - ganz wie in der der Sterblichen. In meinem Rennen auf die Auslöschung zu hatte ich die Ziellinie schon fast erreicht, als Jacks undurchschaubare Logik mich unter die Untoten zurückholte.
Er brauchte mich. Jetzt habe ich einen Namen in einem alten Buch entdeckt. Einen Namen, der wie eine gezackte Narbe in mein übervolles Gedächtnis eingegraben ist. Einen Namen, der bis in alle Ewigkeit in meinem Herzen, das nicht schlägt, Liebe wird aufwallen lassen, gleich neben dem Hass auf das Ungeheuer, das sie mir nahm.
Bei dem Buch handelt es sich um eine Genealogie von Strigori. Von Vampiren.
Der Eintrag lautet: Diana, England, 1528. Das Bild meiner Frau - Dianas liebliches Gesicht - erfüllt meine Gedanken, und für einen Augenblick verspüre ich einen winzigen Funken Hoffnung, sie vielleicht wiederzusehen. Ich habe Olivia den Auftrag erteilt, diese untote Diana aufzuspüren. Und dennoch verknoten sich mir die Eingeweide, wenn ich auch nur daran denke, dass Reedrek meine schuldlose Liebste zu einem so elenden Geschöpf wie mich gemacht haben könnte. Er hätte mit ihr schlafen müssen, um die Verwandlung zu besiegeln. Allein schon die Möglichkeit lässt Übelkeit in meinem sonst eisenharten Körper aufsteigen. Ich hätte ihren Peiniger lieber in Stücke gerissen, als dass ich ihm gestattet hätte, ihre Seele zu vergewaltigen. Es war schon schwer genug gewesen, zuzusehen, wie er sie getötet hatte. Es konnte nicht sein. Bei Gott, Reedrek konnte nicht einen derart vollständigen Sieg über mich und die Meinen errungen haben!
Doch natürlich hatte Gott, wenn es denn wahr sein sollte, nicht das Geringste damit zu tun.


  Schund     mehr        geht so    lesenswert 
                   schlecht
                   als recht
WerwolfVampire
Thriller/Krimi
Als Anführer der Vampire auf dem amerikanischen Kontinent will William Cuyler alle dort ansässigen Vampire um sich versammeln um einen Angriff der Vampirclans aus der alten Welt abzuwehren. Sein durch und durch bösartiger Zeuger Reedrek hatte alles in die Wege geleitet um William und die Seinen zu vernichten, doch es war gelungen, ihn gefangen zu nehmen und unter die Erde zu verbannen. Trotz des Schmerzes über den Verlust seiner geliebten Frau Diana, der wieder neu aufwallt, als William in einem Buch liest, dass sie ein Vampir sein soll, entschließt er sich, seine Gespielin Eleanor zur Vampirin umzuwandeln. Bei ihr hat er zum ersten Mal wieder das Gefühl von Frieden und Geborgenheit.
Währenddessen hat sein Zögling Jack auch Probleme mit in Liebesdingen: die Polizistin Connie, von der er fasziniert ist, scheint wie er kein Mensch zu sein, aber auch kein Vampir. Die Voodoo-Prinzessin Melaphia meint, Connie könnte eine Art Göttin sein. Da Connie nicht von Jacks wahrer Natur erfahren soll, wendet er sich schwerzen Herzens von ihr ab. Zusammen mit seinem Zeuger und dem flügge gewordenen Vampir Werm versuchen alle, das Geheimnis des Voodoo Blutes in ihren Adern näher zu ergründen. Dadurch sind ihnen allen besonders starke Kräfte zuteil geworden, die im Kampf gegen die Vampire der alten Welt wichtig sein könnten. Dann erhält Jack plötzlich einen Anruf von Olivia, die in England versucht, die Pläne der gegnerischen Clans auszuspionieren. Sie eröffnet Jack völlig aufgelöst, dass sie gelogen habe: Diana sei wirklich noch am Leben, als Vampirin und Gattin des grausamen Vampirmeisters Hugo. Sie habe sich nur nicht getraut, William die Wahrheit zu sagen. Nun lastet diese schwere Bürde auf Jacks Schultern und er entschließt sich nur unwillig, seinem Zeuger alles zu erklären. Doch er kommt zu spät: ein Schiff bringt Hugo und seine Familie in den Hafen von Savannah und die Katastrophe beginnt.

Wie auch bereits der Vorgänger rangiert Unsterbliche Begierde leider etwas am Rand der allgemeinen Aufmerksamkeit. Dabei ist das Buch ein spannender, glasklar aufgebauter Thriller mit interessanten, vielschichtigen Charakteren und einigen gut platzierten Überraschungen. Vielleicht führte die völlig verkehrte Coverbild und Titelwahl des Verlags zu Missverständnissen und die Käufer, die sich für einen Thriller interessierten, greifen nicht nach diesem Buch und die Liebesromanleser sind nach wenigen Seiten bitter enttäuscht.
Im zweiten Teil der Savannah Vampires Serie des Autoren Duos Raven Hart wird die Geschichte um William, Jack und ihre Freunde weiter erzählt, ohne auf den einen oder anderen Rückblick zu verzichten. Auch Leser ohne Vorwissen finden einen guten und schnellen Einstieg. Wie gewohnt wechselt die Erzählperspektive recht oft zwischen William und Jack hin und her, gibt dem Leser so die Möglichkeit, die Story aus verschiedenen Blickpunkten zu erleben. Die Szenenwechsel sind geschickt platziert um noch mehr Spannung zu erzeugen und die unterschiedlichen Eigenarten von William und Jack kommen sehr gut zur Geltung. Der Schreibstil ist nach wie vor recht detailliert, kultiviert und kühl, vor allem letzteres hat mir streckenweise nicht sehr gut gefallen. Auch wenn die Figuren teilweise recht emotional handeln, bleiben sie immer auf Distanz zum Leser und der Funke mag nicht so überspringen. Es gibt zwar einige erotische Szenen aber gefühlsmäßig kommt nicht allzu viel rüber. Abgesehen von diesem Manko ist Unsterbliche Begierde eine gute, spannende Fortsetzung, die auch etwas für das männliche Publikum wäre. Die Erzählweise ist nämlich meiner Meinung nach recht einseitig aus Männersicht und die weiblichen Figuren haben keine schmeichelhaften Rollen. Raven Hart kommt ohne Klischees aus und man hat das Gefühl, dass sie auch ausdrücklich solche umschifft um erst gar nicht den Eindruck zu erwecken, in das Romantasy Genre zu geraten. Vielmehr empfinden ihre Charaktere Emotionen oftmals eher als lästig, beinträchtigend oder sogar schwächend. Ob damit nun die kalte Natur des Vampirs an sich deutlich gemacht werden soll, entzieht sich meiner Kenntnis, es gehört aber definitiv zum Stil der Autorin. Lange Dialogpassagen mit den unzähligen Nebencharakteren füllen schnell die 500 Seiten und tragen dazu bei, dass man ein ganz genaues Bild der prekären Lage in Savannah bekommt. Es gibt viel Lokalkolorit und Landschaftsbeschreibungen um Atmosphäre aufzubauen und es gelingt auch größtenteils ohne zähe Längen zu produzieren. Fans von straffer, fast stroboskopartiger Erzählweise wie z. B. in Black Dagger werden sich aber trotzdem bei Savannahs Vampiren nicht wohlfühlen, es wirkt alles ein wenig angestaubt und betulich.
Als spannender Krimi für zwischendurch aber durchaus zu empfehlen.

Fazit
Wohl durchdachte und spannende Fortsetzung.
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