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Ronda Thompson



Im Vergleich...


leichter, softer, langsamer


Süßer Rausch der Finsternis
Wilde Magie

Nachtschwarze Küsse





dunkler, härter, schneller

Süßer Rausch der Finsternis
von Ronda Thompson

auf Deutsch erschienen im März 09 im Bastei-Lübbe Verlag
380 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 6,95

ISBN: 3404187385
EAN: 9783404187386
Übersetzt von Ulrike Moreno


Leseprobe

Die Musketenkugel hatte seine Schulter durchschlagen. Blut schoss aus der Wunde, das sich warm und klebrig an Jackson Wulfs Haut anfühlte. Die Bauern von Whit Hurch waren abergläubische Irre, die ganze verdammte Bagage. Sie jagten ihn noch immer, mit zornig erhobenen Stimmen und Augen voller Blutgier, um ihn zu töten. Die Dorfbewohner glaubten, dass er eine Art Ungeheuer war – ein Mann im hellen Licht des Tages und ein Wolf, wenn der Mond des Nachts voll und rund am Himmel prangte. Und diese verdammten Idioten hatten recht. »Da ist er!« Eine Muskete krachte. Die Kugel zersplitterte keine drei Zentimeter von Jacksons Gesicht entfernt an einem Baum. Verdammt. Sein gutes Aussehen war die einzige Gabe, die ihm in seinem verfluchten Leben mitgegeben worden war. »Nicht ins Gesicht, ihr verfluchten Mistkerle!«, brüllte er. »Schießt, wohin ihr wollt, aber nicht in mein Gesicht!« Eine weitere Kugel pfiff vorbei, diesmal tiefer. Auch da nicht!, dachte Jackson und begann wieder zu rennen. Plötzlich erhob sich eine schrille Frauenstimme hinter ihm. »Bringt ihn nicht um, Papa! Ich liebe ihn!« Es war die süße kleine Hollis, das Schankmädchen aus der Taverne, in der Jackson die letzten fünf Nächte übernachtet hatte. Das Wirtshaus und die Zimmer darüber, von denen Jackson in dieser letzten Woche eines bewohnt hatte, gehörten ihrem Vater. Die Tochter hatte ihm hinter dem Rücken ihres Vaters den einen oder anderen Krug Bier zukommen lassen und ihm zu verstehen gegeben, dass sie nichts dagegen hätte, im Gegenzug dafür auch von Jackson etwas zu bekommen. Und er war durchaus versucht gewesen, da Frauen eine seiner vielen Schwächen waren, doch er war standhaft geblieben und hatte sich weiter auf sein Ziel konzentriert. Frauen waren der Knackpunkt seiner Probleme und waren es immer schon gewesen. Ein Jahr zuvor, bevor er ins Ausland gereist war, hatte er sein Herz törichterweise einer jungen Dame der Gesellschaft geschenkt. Lady Anne Baldwin verkörperte alles, was ein wahrer Gentleman sich bei einer Frau nur wünschen konnte. Schönheit, Anmut, Liebenswürdigkeit. Er war betört gewesen von ihr und ihrer großherzigen Freundschaft zu einem Mann, der nahezu von der gesamten Gesellschaft geschnitten und gemieden wurde. Letztendlich hatte die junge Dame nie erfahren, dass sie sein Herz gestohlen hatte, und schon gar nicht, dass sie sogar den alten Familienfluch auf ihn herab gebracht hatte. Vor Jahrhunderten waren alle männlichen Wulfs von einer Hexe verflucht worden. Eine Hexe hatte sie verflucht – und womöglich würde der Tod einer Hexe sie von dem gleichen Fluch befreien können, dachte Jackson. Gerüchte hatten ihn zu der kleinen Siedlung Whit Hurch geführt, wo angeblich eine Hexe unter den Dorfbewohnern lebte. Durch vorsichtige Fragen hatte er herausgefunden, dass die Frau vor einigen Monaten verschwunden war, sich aber vermutlich noch irgendwo in den Wäldern um das Dorf herum versteckte.


  Schund     mehr        geht so 
                   schlecht
                   als recht

Werwolf
Romantic Fantasy - Historic

Nach der Vergewaltigung durch einen skrupellosen Adligen hat die Hexe Lucinda ein Kind empfangen. Da ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt ist, muss sie das Kind in aller Abgeschiedenheit zur Welt bringen. Während die Geburt einsetzt, platzt auf einmal Jackson Wulf in ihre ärmliche Kate, blutend und von aufgebrachten Dorfbewohnern verfolgt, die ihn als Monster bezeichnen. Jackson hat sich vorgenommen, sich und seine Familie von dem Werwolffluch zu befreien, indem er eine Hexe tötet. Lucinda soll sein Opfer sein. Doch als er sie in den Wehen sieht, kann er sich nicht durchringen, sie zu ermorden. Er hilft ihr bei der schwierigen Geburt und als ihn der Fluch übermannt und er vor Lucindas Augen zum Wolf wird, flieht sie mit ihrem Kind. Sie weiß sich keinen anderen Ausweg, als nach London zu den Wulfs zu gehen, wo sie vorgibt, Jacksons Frau zu sein. In Armand Wulfs Haus können sie und ihr Sohn unterkommen. Doch nach drei Monaten taucht der totgeglaubte Jackson wieder auf und ist voller Wut über Lucindas Dreistigkeit. Um ihren Sohn zu retten, geht sie einen Handel mit Jackson ein: Sie wird alles tun, um ihn von seinem Fluch zu befreien, doch im Gegenzug erkennt er ihren Sohn als den seinen an und verspricht, für ihn zu sorgen. Jackson willigt ein. Eigentlich sollte Lucinda jetzt zufrieden sein, doch sie kann sich bald nicht mehr gegen Jacksons animalische Anziehungskraft wehren und dieser verlegt sich auch bald auf eine andere Taktik: anstatt die Hexe zu töten, will er sie zu der seinen machen und somit ihre Kapitulation erzwingen. Als die beiden dann auch noch der Gesellschaft willen heiraten scheint es für Lucinda keinen Ausweg mehr aus Jacksons Verführungskünsten zu geben. 


Wie auch der erste Teil ist Süßer Rausch der Finsternis ein klassischer Historischer Liebesroman mit etwas paranormalem Einschlag. Dieses Mal kommt auch noch das Element Hexe hinzu. Allerdings ist sowohl der Werwolfaspekt als auch alles, was sich um Hexerei dreht, ziemlich dürftig und unglaubwürdig dargestellt und wirkt mehr als Effekthascherei als dass es ein ernstzunehmender Inhalt wäre. Jackson ist eine derart klischeehafte Figur, dass es schon wieder amüsant ist, seine Wandlung vom trinksüchtigen Bordellbesucher zum treuen, alkoholfreien Ehemann zu betrachten. Schon beachtlich, dass ein jahrelanger Alkoholiker von einen auf den anderen Tag damit aufhören kann und noch nicht mal seine umfangreiche Bar dazu wegräumen muss... Lucinda ist eine störrische, ehrgeizige und taktierende Person, die lange Jacksons Verführungsversuchen widersteht, obwohl sie eigentlich gar nicht will. So kommt es, dass man ab der Mitte des Buches leicht genervt reagiert, weil anscheinend beide von ihrem Stolz und Starrsinn davon abgehalten werden, glücklich zu sein. Denn eigentlich sind sie ja beide vom ersten Augenblick an unsterblich ineinander verliebt. Die Sache mit dem Werwolffluch ist da nebensächlich. Das Problem wird gegen Ende - wie auch alle anderen Schwierigkeiten - rasch und elegant gelöst und das vorhersehbare Happy End stellt sich nach wenigen Seiten ein.  Ronda Thompsons Schreibstil ist wie bei historischen Liebesromanen gewohnt langatmig und durch die Blume. Man quält sich durch sich wiederholende Dialoge, ständige zweifelnde Monologe und Details über Kleidung und Mobiliar. Wenigstens die Liebesszenen sind einigermaßen prickelnd, leider finde ich, dass es zu oft dazu kommt. Was im ersten Teil eher gefehlt hat, hat die Autorin mehr als genug nachgereicht. Und irgendwie ist es unnatürlich, wenn eine ach so starke Frau Unabhängigkeit proklamiert und aber zwei Minuten später einem verschwitzten Mann willenlos in die Arme sinkt. Die Spannung hält sich in Grenzen, da man ohnehin weiß, wie es ausgeht, nur wie das Werwolfproblem gelöst wird, bleibt interessant. Das ist es auch, was den Roman noch einigermaßen lesenswert macht, ansonsten geht er im allgemeinen Massenmarkt der Liebesromane unter. 


Fazit
Seichte Unterhaltung im klassischen Historischen Liebesroman outfit. Mager.


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