Weitere Titel der Serie

Originaltitel





Homepage der Autorin
Kim Harrison




Im Vergleich...


leichter, softer, langsamer


dunkler, härter, schneller

Blutspur
von Kim Harrison

auf Deutsch erschienen im Jan 07 im Heyne Verlag
 575 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 13,00

ISBN: 3453432231
EAN: 9783453432239
Übersetzt von Alan Tepper, Isabel Parzich

 
 Neuauflage
 erschienen bei Heyne im Jan 2009
 ISBN: 978-3-453-72268-2
 EUR 10,00

Leseprobe

Ich stand im Schatten eines verlassenen Geschäfts gegenüber des Blood and Brew Pub und versuchte nicht aufzufallen, während ich an meiner schwarzen Lederhose herumzerrte. Das ist erbärmlich, dachte ich und starrte auf die menschenleere Straße. Ich war viel zu gut für so etwas.
Meine Hauptaufgabe war es, Hexen festzunehmen, die den schwarzen Künsten nachgingen. Nur eine Hexe kann eine Hexe fangen! Aber in dieser Woche war es auf den Straßen ruhiger als sonst. Jede, die es nur irgendwie schaffen konnte, war auf unserem jährlichen Treffen an der Westküste. Für mich blieb dieser Fall übrig, ein wahres »Juwel«: eine simple Festnahme, die jeder Anfänger hingekriegt hätte. Es war einfach das Glück des Wandels, dass ich hier im Dunkeln stand und vom Regen durchnässt wurde.
»Wem will ich hier etwas vormachen?«, flüsterte ich und zog den Gurt meiner Tasche höher auf die Schulter. Seit einem Monat hatte ich keinen Auftrag bekommen, eine Hexe festzunehmen – weiß, schwarz oder sonst wie. Es war wahrscheinlich doch keine so gute Idee gewesen, den Sohn des Bürgermeisters aufgrund öffentlicher Werwolf-Aktivitäten festzunehmen, und das auch noch kurz vor Vollmond.
Ein schnittiger Wagen kam um die Ecke, schwarz, soweit man das im flimmernden Licht der Straßenlaterne erkennen konnte. Das war schon seine dritte Runde um den Block. Ich verzog das Gesicht, als er näher kam und langsamer wurde. »Verdammt noch mal«, flüsterte ich. »Ich brauche wohl ein besseres Versteck für diese Sache hier.«
»Er hält dich für eine Nutte, Rachel«, kicherte mir mein Backup ins Ohr. »Ich hab dir doch gesagt, dass dieses rückenfreie Oberteil billig aussieht.«
»Jenks, hat dir schon mal jemand gesagt, dass du wie eine besoffene Fledermaus stinkst?«, zischte ich wütend.
Mein Backup war in dieser Nacht unangenehm nah, da er auf meinem Ohrring thronte. Ein großes baumelndes Ding – der Ohrring, nicht der Pixie. Jenks gehörte zu den fliegenden Elfen, auch Pixies genannt. Meiner Meinung nach war er ein launischer, zynischer Großkotz, aber er wusste, von welcher Seite des Gartens sein Nektar kam. Seit dem Zwischenfall mit den Fröschen waren Pixies das Beste, womit man mich zusammenarbeiten ließ. Dabei hätte ich schwören können, dass Fairies zu groß sind, um in das Maul eines Frosches zu passen.
Als der Wagen auf dem nassen Asphalt zum Stehen kam, schlenderte ich lässig bis zum Bordstein. Das automatische Fenster gab ein unangenehmes Quietschen von sich, als die getönte Scheibe hinunterglitt. Ich lehnte mich herab, zeigte mein schönstes Lächeln und präsentierte blitzschnell meinen Dienstausweis. Ebenso schnell verblasste das lüsterne Grinsen von Mr. Möchtegern-Casanova und er erbleichte. Der Wagen fuhr so ruckartig an, dass die Reifen leise quietschten. »Ausflügler«, sagte ich voller Verachtung. »Nein«, wies ich mich gleich darauf zurecht. Er war die Norm – ein Mensch. Auch wenn sie sich gut eigneten, waren Bezeichnungen wie »Ausflügler«, »Konfektionsware« und – mein persönlicher Favorit – »Zwischenmahlzeit«, nicht politisch korrekt. Aber wenn der Kerl glaubte, in den Hollows Bordsteinschwalben auflesen zu können, war er so gut wie tot.


  Schund     mehr        geht so    lesenswert 
                   schlecht
                   als recht
WerwolfDämonVampire
Urban Fantasy - Thriller/Krimi
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird ein Großteil der Menschheit durch ein mutiertes Biovirus dahingerafft, das durch Tomaten (!) übertragen wurde. Nur "Nicht-Menschen" waren immun, d. h. Hexen, Hexer, Pixies, Fairies, Elfen, Vampire usw. Durch dieses Ereignis, das Wandel genannt wird, sind die Menschen erst darauf aufmerksam geworden, dass unter ihnen die ganze Zeit Vampire, Hexen und andere gelebt haben und weiterhin leben. Das führte natürlich dazu, dass es eine ethnische Teilung gab, und die "fremdartigen", Inderlander gennant, zogen sich in eigenen Bereiche zurück. In Cincinnati sind das Stadtrandgebiete, die Hollows heißen. Man lernt Rachel Morgen kennen, eine findige Hexe, die als Runner bei der I.S. arbeitet, der Polizei der Inderlander. Doch sie ist komplett unzufrieden mit ihren Job, der sie absolut unterfordert. Außerdem hat sie ein schlechtes Verhältnis zu ihrem tyrannischen Chef Denon. Als Rachel schließlich kündigt, zieht sie sich jedoch den Hass der gesamten Abteilung und ihres Chefs zu. Normalerweise steigt man nicht so leicht aus der I.S. aus, es ist ein bisschen wie in einer Sekte.   Ab sofort muss Rachel um ihr Leben fürchten und entgeht auch nur knapp den ersten Mordversuchen. Sie muss ihre Wohnung aufgeben und alle ihre Sachen sind verflucht. Ohne zu wissen wo sie hin soll, erfährt sie, dass auch die Vampirin Ivy und der Pixie Jenks bei der I.S. gekündigt haben. Zusammen mit Ivy zieht sie in eine alte Kirche und sie beschließen, ihren eigenen Runner-Service aufzumachen. Bald schließt sich auch der quirlige Jenks an. Rachel muss als erstes die Mordanschläge abwenden, und die einzige Möglichkeit ist, sich aus der I.S. irgendwie freizukaufen. Da sie aber anders als Ivy kein Vermögen besitzt, beschließt sie, einen großen Kriminalfall auf eigene Faust zu lösen um dann durch den Ruhm frei zu sein. Ihr Ziel ist der Abgeordnete und Millionär Trent, den sie des illegalen Drogenhandels bezichtigt. Zusammen mit Ivy, zu der Rachel ein gespaltenes Verhältnis hat, und Jenks sammelt sie Beweise gegen den Drogenbaron. Eine turbulente Krimistory beginnt, in der Rachel immer wieder in Schwierigkeiten gerät, wie z.B. als sie sich in ein Frettchen verwandelt und von Trent in einem Käfig gefangen wird. Es wird immer gefährlicher, vor allem, als auch noch ein Dämon ins Spiel kommt, doch Rachel gibt nicht auf...

Kim Harrison bietet paranormale Unterhaltung auf gutem Niveau. Die Charaktere sind allesamt sehr gut auseinanderzuhalten, werden detailreich beschrieben und haben ihre teilweise lustigen Eigenheiten. Die Geschichte läuft gut voran, es gibt so gut wie keine Längen, obwohl das Buch mit fast 600 Seiten recht umfangreich ist, vor allem in dem Genre. Der Schreibstil ist angenehm, etwas lockerer und manchmal recht direkt, aber niveauvoll. Dialoge und Beschreibungen wechseln sich regelmäßig ab und man kommt gut mit. Leider ist das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben, was ich persönlich nicht ganz so toll finde. Daher ist der Handlungsstrang auch einseitig auf Rachel bezogen und man bekommt von anderen Personen nur mit, was sie auch mitkriegt. Da muss sie schon sehr sympathisch sein, um den Leser auf den vielen Seiten fesseln zu können. Am Anfang ist man etwas erschlagen von all den neuen Begriffen wie Inderlander, Hollows etc., aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.   Es ist witzig zu lesen, wie auf einmal die ganze Welt von Hexen, Feen etc. bevölkert ist und wie diese alle zusammenleben. Es wird auch als ganz normal angesehen, dass die Vampire Blut saugen und dass Hexen Amulette herstellen. Dazu gibt es dann Haftpflichtversicherungen mit horrenden Summen, wenn etwas schief gehen sollte und Gesetze, die Vampiren verbieten von Unwilligen zu trinken. Alles sehr amüsant, wenn man nicht unbedingt alles realistisch haben will. Auch dass Rachel ständig verletzt wird und am Ende mit lebensgefährlichen Verletzungen rumrennt wie aufgestachelt ist mehr als übertrieben.   Schwerpunkt wird ganz klar auf den Kriminalfall gesetzt und wie Rachel sich vor der I.S. verbirgt. Zum anderen wird viel Zeit auf der Vorstellung der Hauptcharaktere verwendet. Eine Liebesgeschichte - auch nur ansatzweise - gibt es leider, leider nicht. Momentan ist Rachel meiner Meinung nach auch überhaupt nicht der Typ, der sich verliebt. Sie hat zwar Interesse an attraktiven Männern, doch keine Zeit für Romanzen. Vielleicht ändert sich das ja in den folgenden Bänden. Insgesamt macht es Spaß, das Buch zu lesen und man gewöhnt sich schnell an Rachel, Ivy und Jenks. Wenn man wie ich zuerst Anita Blake gelesen hat, wird man es wohl ein wenig als Abklatsch davon ansehen. Aber damit tut man Kim Harrison Unrecht. Die Düsternis um Anita erreicht sie lange nicht.  

Fazit
Angenehme Unterhaltung für Fans von mixed urban Fantasy mit sympathischer Heldin.  















Overview
Titel-Serien-Autoren A-Z
Was sonst noch auf dem Markt ist

    Romantik      Erotik      Spannung        Action      Anspruch       Humor      Originalität      Preis     Aufmachung