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Kim Harrison



Im Vergleich...


leichter, softer, langsamer


dunkler, härter, schneller



Blutlied
von Kim Harrison

auf Deutsch erschienen im Juni 09 im Heyne Verlag
750 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 14,00 - Preiserhöhung!

ISBN: 3453524721
EAN: 9783453524729
Übersetzt von Vanessa Lamatsch
 


Leseprobe

Mit der Faust gegen die Rückwand meines Schrankes zu schlagen, war nicht gerade einer meiner schönsten Träume. Tatsächlich tat es weh. Der Schmerz durchdrang die angenehme Schlafschwere, und ich fühlte, wie der primitive, nie schlafende Teil von mir kühl das langsame Auftauchen meines Willens registrierte, als ich versuchte aufzuwachen. Mit einem unheimlichen Gefühl von Unverbundenheit beobachtete ich, wie es geschah, während ich in meinem Traum meine Klamotten von der Kleiderstange riss und aufs Bett schmiss.
Aber irgendetwas war nicht in Ordnung. Ich wachte nicht auf. Der Traum zerstob nicht einfach in seine Einzelteile, an die man sich später nur schwer erinnert. Und plötzlich wurde mir bewusst, dass ich bei Bewusstsein war, aber nicht wach.
Was zur Hölle? Irgendetwas lief wirklich, wirklich falsch. Mein Instinkt jagte Adrenalin in meine Blutbahn und forderte von mir aufzuwachen. Aber ich konnte nicht.
Mein Atem kam schnell und stoßweise. Nachdem ich meinen Schrank geleert hatte, ließ ich mich auf den Boden fallen und klopfte mit den Fingerknöcheln die Bodendielen ab, auf der Suche nach einem Geheimversteck, von dem ich genau wusste, dass es nicht da war. Verängstigt konzentrierte ich meinen Willen und zwang mich, wach zu werden.
Schmerz pulsierte hinter meiner Stirn. Ich fiel in mich zusammen, weil plötzlich alle Muskeln in meinem Körper erschlafften. Es gelang mir, den Kopf zu drehen, und so tat mir jetzt statt des Nasenbeins nur das Ohr weh. Hartes Holz presste sich gegen mich, kalt durch meinen Pyjama. Mein Aufschrei war nur ein Gurgeln. Ich konnte nicht atmen! Etwas ... Etwas war hier drin. In meinem Kopf. Als wäre es in mich gefahren und ich davon besessen.
Angst nahm mir den Atem. Ich konnte es nicht sehen, konnte es nicht hören, konnte es kaum fühlen. Aber mein Körper war zu einem Schlachtfeld geworden - eines, auf dem ich keine Ahnung hatte, wie ich gewinnen sollte. Besessenheit war eine schwarze Kunst, und ich hatte nicht die richtigen Kurse belegt. Verdammt noch mal, mein Leben soll so nicht sein!
Absolute Panik verlieh mir Stärke. Ich bemühte mich, meine Arme und Beine unter mich zu bringen und mich hochzuschieben. Ich schaffte es, mich auf Hände und Knie zu stemmen, dann fiel ich gegen meinen Nachttisch. Er fiel um, knallte auf den Boden und rollte zu meinem leeren Schrank.
Die Angst zu ersticken überwältigte mich. Mühsam stolperte ich auf der Suche nach Hilfe in den Flur. Mein unbekannter Angreifer und ich fanden ein gemeinsames Ziel, und indem wir zusammenarbeiteten, holten wir in einem fast schreienden Atemzug Luft. Wo zur Hölle war Ivy? War sie taub? Vielleicht war sie noch nicht von dem Auftrag zurück, den sie zusammen mit Jenks erledigen wollte. Sie hatte gesagt, dass es spät werden würde.
Als ob ihn unsere Zusammenarbeit geärgert hätte, umklammerte mein Angreifer mich fester, und ich fiel. Meine Augen waren offen, und der Vorhang meiner roten Haare verbarg das dämmrige Ende des Flurs vor meinem Blick.

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WerwolfDämonVampire
Urban Fantasy - Thriller/Krimi
Auch dieses Mal gestaltet sich das Leben der "Adrenalinsüchtigen" Rachel Morgan mehr als turbulent. Ihr erstes Problem: eines  Morgens taucht der weibliche Dämon Newt ungerufen in ihrer Wohnung auf und faselt verwirrt von einer Suche nach etwas wichtigem.  Voller Angst ruft Rachel Newt's Bewacher Meneas an, der einen Vergesslichkeitszauber auf Newt wirkt. Doch das sollte nicht das  letzte Mal gewesen sein, dass Rachel Meneas gesehen hat, denn nun ist er ihr einen Gefallen schuldig, da sie ihm seinen Zögling  wiedergebracht hat.  Zweites Problem: der FIB Detective Glenn erbittet Rachels Hilfe bei einigen mysteriösen Mordfällen und zusammen fahren sie in die  Leichenhalle. Es handelt sich um drei weibliche Werwölfe, die alle grausam ums Leben gekommen sind. Die I.S. verusucht, diese als  Selbstmordfälle zu deklarieren, doch Rachel und Jenks erkennen Spuren von Gewalt. Rachels übler Verdacht, dass die Todesfälle  etwas mit dem mächtigen Werwolffokus zu tun haben, den sie damals ihrem Ex-Freund Nick entwendet hatte, soll sich bestätigen.  Das Artefakt hat ihr Werwolf-Freund David bei sich versteckt und als dieser verzweifelt um Rachels Hilfe bittet, da er glaubt, seine  Freundinnen umgebracht zu haben, sitzen alle ziemlich in der Tinte. Unter dem Einfluss des Fokus hatten sich Davids Geliebte in  Werwölfe verwandelt und fanden panisch den Tod. Rachel fühlt sich schuldig und nimmt den Fokus wieder an sich um ihn irgendwie  sicher zu entsorgen. Jetzt weiß sie auch, was Newt bei ihr gesucht hat.  Drittes Problem: Bereits mehrere Male hatte Rachel abgelehnt, für den wohlhabenden, korrupten Geschäftsmann und Elf Trent  Kalamack den Bodyguard zu spielen. Hartnäckig versucht er wieder, sie als Beschützerin bei seiner Hochzeit zu engagieren. Zuerst  stellt Rachel auf taub, doch nachdem Newts dämonisches Auftreten die gesamte Kirche entweiht hatte, brauchen Rachel und Ivy viel  Geld um den Boden erneut weihen zu lassen. Ungern lässt sie sich daher auf Trents Angebot ein.

Eines schon vorweg: die Serie wird immer besser. Es macht allein schon unglaublich viel Spaß, alle Charaktere wieder zu treffen und  Neues über sie zu erfahren. Rachel ist wie immer chaotisch, Hans-Dampf-in-allen-Gassen und unglaublich unterhaltsam. Dadurch  passiert auch sehr viel in rasender Geschwindigkeit und mehrere Nebenhandlungen laufen parallel zur Hauptgeschichte. Es gibt  wieder zahlreiche Überraschungen und Wendungen, dieses Mal meiner Meinung nach etwas dramatische als in den vorhergehenden  Bänden. Besonders der Tod einer mir sehr ans Herz gewachsenen Person hat mir schwer zu schaffen gemacht.  Sehr gut gefallen hat mir die Entwicklung, die in Rachels Persönlichkeit und Selbstwahrnehmung vonstatten geht. Wo sie früher  einfach ohne Hintergedanken ihr Ego durchgeboxt hat, kommen jetzt immer öfter Zweifel an ihrer Chaos-Theorie und Adrenalinsucht  hoch. Die Bedeutung ihrer Freunde und derer, die sie liebt, konnte sie im Taumel des Aktionismus nie richtig einschätzen, und in  diesem Teil der Story begreift Rachel vieles und muss auch einige bittere Lektionen lernen. Grundsätzlich wird hier endlich die lose  Dreiecksbeziehung zwischen Rachel, Ivy und Kisten vorangetrieben und es gibt ein wegweisendes Wiedersehen mit Widersachern  wie Trent Kalamack und dem Meistervampir Piscary.  Gegen Ende des wirklich umfangreichen Buches wird es dann zum Zerreißen spannend und in einem atemberaubenden Showdown  löst sich alles auf - ohne wirklich zum Happy End zu kommen. Das war ein kleiner Wermutstropfen für mich und erhöht nur die  Spannung auf den nächsten Teil.  Obwohl Rachel sich verliebt und auch körperliche Bedürfnisse hat, ist Blutlied kein Liebesroman. Man sollte schon Fan von detailliert  aufgemachten Krimistories sein um Rachel und ihre Truppe zu mögen. Trotzdem ist diese Serie eine Bereicherung für jeden Urban  Fantasy Fan und sollte neben Anita Blake, Mercy Thompson, den Werwolfromanen von Lori Handeland und Kelley Armstrongs Serie  in keinem Bücherregal fehlen.

Fazit
Rasanter, absolut lesenswerter Paranormaler Krimi mit einer unvergleichlichen Heldin.  














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