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Originaltitel
![]() Homepage der Autorin Kim Harrison Im Vergleich... leichter, softer, langsamer
dunkler, härter, schneller |
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Blutkind von Kim Harrison erscheint auf Deutsch im Juni 2010 im Heyne Verlag 730 Seiten, Taschenbuchformat Preis EUR 15,00 - Preiserhöhung! übersetzt von Vanessa Lamatsch ISBN-13: 9783453533523 ISBN-10: 3453533526 |
Leseprobe
Der blutige
Handabdruck war verschwunden. Vom Fenster, wenn auch nicht aus meiner
Erinnerung, und es machte mich wütend, dass jemand saubergemacht hatte. Als
würden sie versuchen, mir das bisschen Erinnerung an die Nacht zu nehmen, in
der er gestorben war. Wäre ich ehrlich zu mir selbst, müsste ich eingestehen,
dass die Wut hauptsächlich projizierte Angst war. Aber ich war nicht ehrlich zu
mir selbst. An den meisten Tagen war es auch besser so. Ich unterdrückte ein
Schaudern von der Dezemberkälte, die jetzt in dem verlassenen Schiff herrschte,
das nicht länger auf dem Wasser lag, sondern im Trockendock. Ich stand in der
winzigen Küche und starrte die milchige Plastikscheibe an, als könnte ich nur
durch meinen Willen den verschmierten Fleck zurückholen. Nicht weit entfernt
konnte ich einen Dieselzug hören, der über den Ohio fuhr. Fords Schuhe kratzten
hart über die Metallleiter, und Sorge ließ mich die Stirn runzeln. Das Federal
Inderland Bureau hatte die Akte zu Kistens Mord offiziell geschlossen – die
Inderland Security hatte nicht mal eine aufgemacht –, aber das FIB wollte mich
trotzdem nicht ohne eine offizielle Begleitung auf ihr Gelände lassen. Nachdem
Edden der Meinung war, ich bräuchte noch psychiatrische Beobachtung, ich aber
nicht mehr zu weiteren Sitzungen kam, war das in diesem Fall der intelligente,
unbeholfene Ford. Ich kam nicht mehr, seitdem ich auf der Couch eingeschlafen
war und das gesamte Büro von Cincinnati mich schnarchen gehört hatte. Ich
brauchte keine Beobachtung. Was ich brauchte, war etwas – irgendwas –, das mein
Gedächtnis wiederherstellte. Wenn es dafür einen blutigen Handabdruck brauchte,
dann sollte es wohl so sein. »Rachel? Warte auf mich«, rief der FIB-Psychiater,
was meine Sorge in Verdruss verwandelte. Als könnte ich nicht damit umgehen?
Ich bin ein großes Mädchen. Außerdem gab es gar nichts mehr zu sehen; das
FIB hatte alles saubergemacht. Ford war offensichtlich schon vor mir hier
gewesen – zu schließen aus der Leiter und der unverschlossenen Tür – und hatte
sichergestellt, dass vor unserer Verabredung alles angemessen aufgeräumt war.
Das Klappern von Ledersohlen auf Teak trieb mich vorwärts. Ich entschränkte
meine Arme und streckte eine Hand nach dem kleinen Tisch aus, um mich
abzustützen, während ich aufs Wohnzimmer zuhielt. Der Boden bewegte sich nicht,
was sich seltsam anfühlte. Jenseits der kurzen grauen Vorhänge vor den jetzt
sauberen Fenstern sah ich schmutzig graue und leuchtend blaue Abdeckplanen von
Booten im Trockendock und den Boden fast zwei Meter unter uns. »Würdest du
bitte warten?«, fragte Ford wieder und verdunkelte den Eingang, als er eintrat.
»Ich kann dir nicht helfen, wenn du einen Raum weiter bist.« »Ich warte ja«,
grummelte ich, blieb stehen und zog meine Schultertasche zurecht. Obwohl er
versucht hatte, es zu verstecken, hatte Ford seine Schwierigkeiten damit
gehabt, die Leiter zu erklimmen. Ich fand die Vorstellung von einem Psychiater
mit Höhenangst witzig, bis das Amulett um seinen Hals sich leuchtend pink
verfärbt hatte und sein Gesicht vor Scham rot angelaufen war. |
Schund mehr geht so lesenswert TOP Titel schlecht als recht |
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| Urban Fantasy - Thriller/Krimi | |||
| Obwohl es sie
immer noch sehr mitnimmt, ist Rachel wild entschlossen, den Mord an
Kisten aufzuklären. Durch einen Vergesslichkeitszauber kann sie
sich nicht mehr an die grausamen Geschehnisse in der Nacht erinnern,
doch mit der Hilfe des empathischen Therapeuten Ford versucht sie, an
ihre verschütteten Erinnerungen heranzukommen. Jedes neue Detail
ist mit Schmerz verbunden und es ist eine schwere Zeit für Rachel.
Gleichzeitig wird sie in einen neuen Fall des FIB verwickelt: Kommissar
Edden, der von Rachels Qualitäten als Runner überzeugt ist,
erbittet ihre Hilfe bei der Fahndung nach einem seltsamen Paar mit
einem kleinen Kind, das sich des Mordes schuldig gemacht hat. Eddens
Sohn Glenn war ihnen auf die Schliche gekommen, doch als er sie stellen
wollte, wurde er von der Täterin überwältigt und beinahe
getötet. Für Rachel ist die Sache schnell klar, die
Täterin ist eine Banshee, ein mächtiges, uraltes Wesen, das
anderen die Aura entziehen und sie so töten kann. Auf noch
ungeklärte Weise hat sie mit einem Menschen ein Kind gezeugt, das
ein unberechenbar tödliches Mischwesen ist. Eine
lebensgefährliche Jagd beginnt. Das Chaos in Rachels Leben wird komplett, als sie bemerkt, dass ein Geist seit geraumer Zeit in ihrem Zuhause umherschwebt und anscheinend ein Anliegen an sie hat. Als sie herausfindet, wer es ist, wird sie erstens von der Vergangenheit und zweitens von ihrem dämonischen Lehrmeister Al eingeholt, der seine ganz eigenen Pläne mit Rachel und dem Geist hat. Was sich in den ersten Teilen noch als zwar anspruchsvoller, aber recht kurzweiliger paranormaler Krimi darstellte, wird in den folgenden Bänden immer mehr zu einem ernsten, tiefgehenden Portrait einer Frau, die mit ihrem Schicksal und ihren Fähigkeiten hadert und sehr komplexe Beziehungen zu anderen Personen unterhält. In Blutkind findet diese Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt und Kim Harrison präsentiert uns eine deprimierte, teils verzweifelte, teils trotzig-mutige Rachel Morgan, die um ihren Platz und die Anerkennung in der Gesellschaft täglich kämpfen muss. Nichts scheint mehr leicht von der Hand zu gehen oder sich gar in Wohlgefallen aufzulösen. Sowohl ihre Ansätze, eine Liebesbeziehung zu haben - und zu halten - als auch ein Gleichgewicht mit der labilen Ivy aufrecht zu erhalten werden nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Über allem schwebt der Tod ihres geliebten Kisten und die schwere Bürde, den Mord aufzuklären. Die sehr düsteren Töne und traurigen Augenblicke haben mich zuerst ein wenig abgeschreckt, aber die Geschichte ist trotzdem absolut mitreißend und liebevoll erzählt, dass es dem Lesespaß keinen Abbruch tut, Rachel auch mal in einer negativen Phase zu sehen. Als treuer Fan der Serie kennt man nun viele Facetten ihrer komplexen Persönlichkeit und kann auch die Parallelen verstehen, die oftmals zu vorherigen Ereignissen gezogen werden. Es macht wenig Sinn, dieses Buch ohne Vorwissen zu lesen. Bis ins kleinste Detail versucht die Autorin, die Stimmungen einzufangen, die in diesen ungewöhnlichen Konstellationen entstehen, in die sich Rachel immer wieder begibt. Sei es die Spannung zwischen ihr und der Hexe Marshal, mit dem sie eigentlich nur befreundet sein will, zwischen ihr und Ivy, die immer noch mit ihrem Blutdurst kämpft oder zwischen ihr und ihrem Bruder, der Rachels chaotisches Leben nicht akzeptieren kann. Aber kann Rachel überhaupt ein normales Leben führen? Immer wieder kommt die Frage auf, ob sie mit ihrer unbedingt geheim zu haltenden dämonischen Existenz für immer ein gesellschaftlicher Außenseiter bleiben wird. Ihr ganz eigener, innerer Kampf wird sehr einfühlsam und treffend beschrieben und Kim Harrison findet ein perfektes Gleichgewicht zwischen Monolog und Dialog. Sämtliche Haupt- und Nebenfiguren sind sorgfältig ausgearbeitet und wunderbar individuell. Mit Jenks vulgären Sprüchen, Ivys eleganter Zurückhaltung, Glenns bodenständiger Freundlichkeit und natürlich durch das Wiedersehen mit anderen bekannten Figuren fühlt man sich wie in diese Welt hineingezogen und kann aktiv miterleben, was Rachel durchmacht. Die Ich-Perspektive bringt den Leser ganz nah ans Geschehen. Obwohl die Haupt-Handlungsstränge in diesem Teil zur Auflösung gebracht werden, bietet die Autorin wieder genug neuen Stoff für weitere Fortsetzungen. Es gibt wieder neue Probleme, neue Herausforderungen für Rachel. Ich hoffe, dass im nächsten Teil wieder mehr Romanze eingeflochten wird, denn das hat mir in Blutkind etwas gefehlt. Beachtlich ist auch, dass trotz der immer weiter steigenden Seitenanzahl der Romane überhaupt nicht das Gefühl entsteht, hier würden Inhalte künstlich in die Länge gezogen. Vielmehr glaube ich, dass die Autorin noch doppelt so viele Seiten füllen könnte, wenn es möglich wäre. Fazit Ein etwas ernsterer, ausgereifter Band in der faszinierenden Welt von Rachel Morgan. |
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Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Originalität Preis Aufmachung |
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