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Kim Harrison




Im Vergleich...


leichter, softer, langsamer


dunkler, härter, schneller

Blutjagd
von Kim Harrison

auf Deutsch erschienen im Sept 08 im Heyne Verlag
700 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 13,00

ISBN: 3453532791
EAN: 9783453532793

 

Leseprobe

Ich atmete zur Beruhigung noch einmal tief ein und zog meine Handschuhe hoch, um die bloße Haut an meinem Handgelenk zu verdecken. Meine Finger fühlten sich trotz der Fleecehandschuhe taub an, als ich meinen zweitgrößten Zauberkessel neben einem kleinen, angeschlagenen Grabstein abstellte, wobei ich darauf achtete, nichts vom Transfermedium zu verschütten. Die Luft war kalt, und mein Atem dampfte im Licht der billigen weißen Kerze, die ich letzte Woche im Ausverkauf erstanden hatte.
Ich tropfte ein bisschen Wachs auf den Grabstein, um die Kerze festzukleben. Mein Magen verkrampfte sich, als ich meine Aufmerksamkeit auf den hellen Schimmer am Horizont richtete, der sich kaum von den mich umgebenden Lichtern der Stadt abhob. Der Mond - noch fast voll aber abnehmend - würde bald aufgehen. Keine gute Zeit, um Dämonen zu beschwören, aber dieser Dämon würde auch kommen, wenn ich ihn nicht rief. Ich wollte Algaliarept lieber zu meinen Bedingungen begegnen - vor Mitternacht.
Ich verzog das Gesicht und schaute auf die hell erleuchtete Kirche hinter mir, in der Ivy und ich lebten. Ivy war einkaufen und sich nicht einmal bewusst, dass ich einen Pakt mit einem Dämon eingegangen war. Noch viel weniger war ihr klar, dass es nun an der Zeit war, für seine Dienste zu bezahlen. Wahrscheinlich konnte ich die ganze Veranstaltung genauso gut drinnen abhalten, wo es warm war, in meiner wunderbaren Küche mit meinen Zauberzutaten und allen modernen Annehmlichkeiten, aber in der Mitte eines Friedhofs Dämonen zu beschwören, fühlte sich einfach trotz des Schnees und der Kälte auf eine perverse Art richtig an.
Und ich wollte ihn hier rufen, damit Ivy nicht den gesamten morgigen Tag damit verbringen musste, Blut von der Decke zu wischen.
Ob es Dämonenblut sein würde oder mein eigenes war eine Frage, die ich hoffte, nicht beantworten zu müssen. Ich würde mich nicht ins Jenseits ziehen lassen, um dort Algaliarepts Familiaris zu werden. Ich konnte nicht. Einmal hatte ich ihn verletzt, und er hatte geblutet. Wenn er bluten konnte, konnte er auch sterben. Gott, hilf mir, das zu überleben. Hilf mir, einen Weg zu finden, dass alles gut wird.
Der Stoff meines Mantels kratzte, als ich die Arme um mich schlang. Ungeschickt zog ich mit dem Stiefelabsatz einen Kreis in den knöchelhohen Schnee, der die rote Zementplatte bedeckte, auf der ich bereits einen Kreis gesehen hatte. Die raumgroße, rechteckige Steinplatte war eine deutliche Markierung dafür, wo Gottes Gnade endete und die Herrschaft des Chaos begann. Die frühere Geistlichkeit hatte Zement über den entweihten Platz in der einst gesegneten Erde gegossen. Entweder wollten sie sicherstellen, dass dort nicht aus Versehen noch jemand zur Ruhe gebettet wurde, oder sie wollten den aufwendig gestalteten, halb knienden, kampfesmüden Engel unverrückbar im Boden verankern. Der Name auf dem massiven Grabstein war abgeschlagen worden, nur die Daten waren noch zu erkennen. Wer auch immer es gewesen war, war 1852 im Alter von 24 Jahren gestorben. Ich konnte nur hoffen, dass das kein Omen war.

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WerwolfDämonVampire
Urban Fantasy - Thriller/Krimi
Nachdem Rachel den Meistervampir Piscary nur mit Hilfe des Dämons Algaliarept hinter Gitter bringen konnte, ist sie dem verschlagenen Dämon jetzt einen Gefallen schuldig. Also beschwört Rachel ihn auf dem Friedhof hinter ihrer Kirche und er erscheint mit seiner Gefährtin Ceri. Durch eine List gelingt es Rachel, dem Dämon Ceri zu entreißen und seinem Versuch, sie ins Jenseits zu ziehen, zu entkommen. Die 1000 Jahre alte Elfe ist Rachel sehr dankbar und darf mit zu ihr. Ivy ist jedoch nicht sehr begeistert über die Mitbewohnerin, eifersüchtig wacht die Vampirin über ihre Freundin. Zugleich hat Rachel auch noch Ärger mit ihrem Freund Nick, der sich, seitdem er aus Versehen zu Rachel's Familiaris wurde, sehr von ihr distanziert hat. Nick verlässt die Stadt und Rachel ist am Boden zerstört, weil sie glaubt, dass ihre Beziehung zu Ende ist. Inzwischen läuft ihr Geschäft weiter und sie erhält zwei Aufträge: erstens den berühmten Sänger Takata auf seinem Konzert zu beschützen und zweitens den Rachel sehr bekannten Geschäftsmann Trent Kalamack als Bodyguard zu seinem Widersacher zu begleiten. Der zweite Auftrag sollte sich als wesentlich gefährlicher herausstellen. Damit Rachel überhaupt für Trent arbeitet, muss er im Gegenzug Informationen über ihren Vater und ihre Vergangenheit liefern. Rachel willigt missmutig ein. Trotz ihrer List hat Rachel aber immer noch mit dem Dämon zu kämpfen, der jedes Mal, wenn sie eine Kraftlinie anzapft, erscheinen kann. Als sie ihn erneut durch einen Unfall beschwört, gelingt es Algaliarept, die Familiaris-Beziehung zwischen Nick und Rachel zu lösen. Er will sie ins Jenseits ziehen. Wieder entkommt Rachel nur knapp und verletzt. Zu allem Übel verplappert sie sich auch noch über Trents wahre Identität, die eigentlich geheim bleiben sollte und der Pixie Jenks verlässt wutentbrannt das Team. Doch Rachel bleibt nicht viel Zeit zum Trauern. Der attraktive Vampir Kisten nutzt Nicks Abwesenheit aus, um sich an Rachel heranzumachen. Und Rachel merkt, dass sie geneigt ist, sich verführen zu lassen. Dann kommt der Tag, an dem Rachel Trent zu seinem Widersache Lee Saladan begleiten soll. Auf einem Kasinoboot sollen sie beiden langjährigen Kontrahenten im Drogengeschäft sich beschnuppern. Doch es kommt zur Katastrophe.

Es wird immer besser, tatsächlich! Wo besonders der erste Teil viel Kennenlernarbeit der Charaktere leistete, ist jetzt beim dritten Band der Unterhaltungsfaktor deutlich gestiegen. Es gibt soviele entwickelte Nebenhandlungen, dass es als abwechslungsreiches Feuerwerk der Urban Fantasy bezeichnet werden kann. Rachel Morgen stolpert mehr oder weniger willentlich von einer in die nächste Katastrophe oder Überraschung und sämtliche Nebenfiguren tauchen wieder auf oder ändern ihre Beziehung zu Rachel. Die Autorin versteht es glänzend, selbst bekannten Charakteren neue Seiten abzugewinnen und es ist erstaunlich, wie vielschichtig Rachel oder ihre Vampirfreundin Ivy sein können. Selbst der glatte und gefährliche Kisten erscheint dieses Mal in einem anderen Licht und sorgt neben dem Dämon und Trent Kalamack für tolle Spannung und prickelnde Szenen. Letzteres ist eher auf Kisten bezogen... Schwerpunkt liegt natürlich weiterhin auf den mitreißenden Actionszenen und den vielfältigen Interaktionen der Figuren. Dabei bleibt Kim Harrison ihrem detaillierten und ausführlichen Schreibstil sehr treu und füllt mal wieder richtig viele Seiten. Es braucht schon ein wenig Konzentration, um allem wirklich aufmerksam folgen zu können, und ich finde es nicht empfehlenswert, das Buch einige Tage wegzulegen, um dann später weiterzulesen. Dafür ist das Szenario zu vielschichtig und man vergisst die wichtigen Kleinigkeiten. Also kann man sagen, je weiter die Serie voranschreitet, desto weniger halte ich sie geeignet für Gelegenheits-Fantasy-Leser und solche, die einfach nur oberflächlich bzw. simpel unterhalten werden wollen. Dafür bietet die Serie zuviele komplexe Hintergrundinformationen und eine zu langsame Entwickelung eines roten Faden, den ich selbst im dritten Band noch nicht so genau erkennen kann. Was ist das Ziel? Soll Rachel ihre Liebe finden? Soll sie ihre düstere Vergangenheit aufdecken? Was passiert mit Ivy? All diese Fragen. Zum Schluss noch der Tipp, nicht den Klappentext zu lesen! Er ist hohl und spiegelt nicht den Inhalt des Buches wieder bzw. nur einen schlecht ausgewählten Bruchteil.

Fazit
Tolles Buch, rasante Spannung und bis in die Einzelheiten entwickelte Charaktere. Urban Fantasy für Anspruchsvolle.











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