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Traumwächter

von Alexis Morgan

Erscheinungsdatum: August 2011
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch Klappbroschur, 400 Seiten
Preis: EUR 7,99
ISBN: 978-3-453-77265-6


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
* *

Schrott.


Devlin Bane

ist ein Paladin, einer der Krieger, die auf der Seite der Menschen die Barriere gegen die Welt der "Anderen" verteidigen. In einer geheimen Militärstation sind er und seine Kameraden allzeit bereit, in den Krieg zu ziehen. Als Paladin ist Devlin übermenschlich stark und selbst der Tod kann ihm nichts anhaben. Das medizinische Personal der Basis kann die Paladine von den schwersten Verletzungen heilen und selbst aus dem Tod wiederbeleben. Laurel ist Devlins persönliche Krankenschwester und gleichzeitig eine engagierte Forscherin auf dem Gebiet der Gentechnik. Sie überwacht Devlins Zustand permanent, verwandelt er sich doch nach jedem Tod mehr und mehr in einen der Anderen. Eigentlich weiß Laurel, dass sie die Finger von Devlin lassen sollte, doch genau wie er erliegt sie der Faszination der Verführung.

Dieses Buch war

von der ersten bis zur letzten Seite eine einzige Enttäuschung. Selten habe ich mich so durch endlose Langeweile und stereotype Charaktere gekämpft, ab der Häfte des Buches ging ohnehin nur noch Querlesen.
Bereits die Widmung am Anfang hat mich stutzig gemacht:

Dieses Buch widme ich den besten, wunderbarsten Menschen, die Amerika zu bieten hat - den Männern und Frauen in Uniform, die unserem Land dienen, sowohl in der Heimat als auch im Ausland


Auch wenn ich gegen patriotische Einstellungen nichts einzuwenden habe, finde ich diese Glorifizierung von Militaristik und den "Helden der Armee" schrecklich und für so einen Roman extrem unpassend. Und was ich nach dem Lesen der Widmung befürchtet habe, ist auch eingetreten: die Vermischung eines Zerrbildes der Army und den komischen Vorstellungen der Autorin von Romantasy gipfelt in genau dieser Story.

Wir platzen als Leser mitten in eine Militärbasis, in der übermächtige Paladine - die aber doch irgendwie Menschen sind - von tyrannischen Generälen regiert und in den Krieg gegen die "Anderen" geschickt werden. Warum die Paladine das tun, woher sie kommen, was die Beweggründe der sogennanten Regierung sind - all das bleibt ungeklärt. Was mich aber noch viel mehr frustriert hat, war die Tatsache, dass die Autorin auch keine Ansätze bringt, um ihre Teilung der Welt in Menschen und "Andere" genauer zu erklären. Vielleicht hat ihr dazu die Grundlage gefehlt, vielleicht hebt sie sich das auch für die weiteren Bände auf. Ist mir ziemlich egal, denn ich werde ohnehin kein einziges ihrer Bücher mehr lesen.
Also es weiß keiner, wer die "Anderen" wirklich sind, was sie vorhaben (außer die Menschheit zu versklaven) und wie man sie bekämpfen kann außer mit den mittelalterlichen Methoden der Paladine. Diese stürzen sich in regelmäßigen Abständen mit Schwertern und Äxten an die Grenze und metzeln ein paar Andere ab um sich danach wieder von den Ärzten zusammenflicken zu lassen. Da hat wohl jemand zu viel US-Propaganda Kriegsfilme geschaut.
Mitten in diesem absurden, nichtssagenden Plot treffen sich Devlin und Laurel, bzw. eigentlich schleichen sie ja schon seit Jahren umeinander herum. Auf einmal fällt beiden auf, wie sexy der andere doch ist und Devlin beschließt, mal mit Laurel ins Bett zu gehen. Und obwohl Laurel als studierte, hochintelligente Wissenschaftlerin erstmal auf die Idee kommt, dass es nicht gut ist, mit Devlin etwas anzufangen, lässt sich sich innerhalb weniger Minuten von Devlins ultramaskuliner Präsenz und ein paar billigen Anmachsprüchen überzeugen. Die beiden steigen relativ früh in die Kiste und die Autorin ringt sich ein paar Seiten erotische Szenen ab, die an mir völlig abgeprallt sind. Das ganze ist so lieblos und dahingeklatscht, man erfährt nichts über Devlin und nur die üblichen Klischees über Laurel. Zu keiner Zeit des Buches konnte ich mich mit irgendeinem der Charaktere identifizieren.

Nachdem Devlin und Laurel dann ihre Affäre begonnen haben versinkt das Buch vollends und unwiderruflich im Sumpf der Langeweile und Klischeehaftigkeit. Ich konnte es manchmal nicht fassen, wie man so viele Seiten mit Nonsens und Wiederholungen füllen kann. Ständig müssen winzige Storyfortschritte wiederholt und in Monologen neu formuliert werden, bis ich mich entnervt gefragt habe, für wie blöd die Autorin ihre Leser eigentlich hält oder ob das so eine Propaganda-Gehirnwäsche werden soll. Der Schreibstil ist generell unauffällig, recht bodenständig und fantasielos. Kurze Sätze, viele Absätze, viele Szenenwechsel, holprige Formulierungen und ungelenkes Vokabular.

Auch wenn ich mich jetzt noch eine ganze Weile über die Verschwendung der 7,99 EUR auslassen könnte, mag es reichen zu sagen, dass Traumwächter eines der schlechtesten Bücher dieses Genre ist, das ich je gelesen habe. Die Welt, die Alexis Morgan hier aufbaut, ist für mich absolut sinnlos und uninteressant, ihre Charaktere sind platte Stereotypen ohne Herz und Individualität. Mir fällt wirklich nichts ein, was mir an diesem Roman auch nur ansatzweise gefallen hätte.

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Paladins of Darkness

Traumwächter




Was meint ihr dazu:

» neuer Eintrag

Soleil, 07. Dezember 2011, 23:35

Wir sehen das mal wieder völlig gleich. Dabei hatte ich echt Lust auf das Genre und dann das!
Als ich beim großen Onlinebuchhändler reingeschaut habe, dachte ich zunächst, ich sehe nicht recht. Gibt es wirklich Leser, denen das gefällt? Gut, jedem das seine.
Ich kann noch nicht mal behaupten, dass ich die Grundidee mit den Paladinen gut finde. Dazu wird einfach nichts geklärt und ich kapiere es einfach nicht.
Unglaublich dazu, dass es im Original 9 (!) Bände gibt. Meine Güte, wer hält das denn so lange durch? Und eines der Bücher ist auch noch für einen renommierten Preis finaliert worden. Ob sie sich mit jedem Band mehr einschreibt?
Ich ärgere mich jedenfalls, dass ich Geld dafür ausgegeben habe.

Lyn, 16. August 2011, 20:56

Also ich hab das Buch jetzt durch Hälfte durch und ich muss sagen, es war bisher eine Qual. Jetzt hab ich kaum Hoffnung, dass es besser wird. Aber am Wochenende werde ich mich einfach selbst dazu überreden.
Ich lese wirklich sehr, sehr viel. Aber so etwas Seichtes ist mir nur selten untergekommen. Um ehrlich zu sein - ich finde es konfus und auch schnarchlangweilig.
LG Lyn