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Nacht der Wölfin

von Kelley Armstrong

Erscheinungsdatum: September 2003
Verlag: Droemer/Knaur
Ausgabe: 478 Seiten, Taschenbuchformat
Preis: EUR 8,95
ISBN: 9783426618110


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
* * ** *** * * ***

Mitreißende und spannende Unterhaltung mit toller Front-Frau!

Nacht der Wölfe

erzählt die Geschichte von Elena, Michaels, dem einzigen weiblichen Werwolf der Welt. Als junge Frau wurde sie von Clayton gebissen und überstand die Verwandlung zum Werwolf. Doch mit dem Leben im Rudel kam sie nicht zurecht, sie wollte ein ganz normales menschliches Leben führen. Also verließ sie die anderen und zog nach Toronto, bekam einen guten Job als Journalistin und lernte den geduldigen und liebevollen Phillip kennen, mit dem sie zusammenzog. Alles könnte wunderbar sein, doch eines Tages erhält Elena eine Nachricht von Rudel-Alpha Jeremy, dass sie unbedingt kommen muss, sie bräuchten ihre Hilfe. Ungern lässt sich Elena darauf ein, hat sie doch keine Lust, ihren "Verflossenen" Clay wieder zu treffen. Als sie in New York bei den anderen ankommt, erfährt sie, dass die Gegend und das kleine Dorf, am Rande dessen sich das Rudel niedergelassen hat, von wilden, rudellosen Werwölfen, sogenannten Mutts bedroht wird, die wahllos Menschen töten. Bevor Elena das Rudel verlassen hatte, hat sie bei der Jagd und dem Aufspüren von Mutts viel Erfahrung gesammelt. Zuerst will sie sich nicht darauf einlassen, den anderen zu helfen, doch als ihr guter Freund Logan von den Mutts getötet wird, geht es auch für Elena um Rache. Eine gefährliche Jagd beginnt, bei der sich Elena und Clayton unweigerlich näher kommen und die alten Gefühle wieder aufflammen. Aber Elena wollte doch zurück zu ihrem "normalen" Menschenleben...

Generell gibt es

über dieses Buch fast nur gutes zu berichten. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, locker und direkt. Es gibt sehr gute Dialoge, rasante Szenen und so gut wie keine Wiederholungen oder schlechte Redewendungen. Jeder Charakter hat seine eigene Art zu reden und es macht Spaß, dem Text zu folgen. Obwohl alles aus Elenas Ich-Perspektive erzählt wird, kommen die anderen nicht zu kurz und man kann sich auch z.B. Clay oder Jeremy nah fühlen. Der Fokus liegt allerdings ganz klar auf Elena. Es wird auf ganz professionelle Art Spannung erzeugt, die dann auch durchweg gehalten werden kann. Es gibt dramatische Momente, brutale und fiese. Überhaupt wird die ganze Palette an Emotionen ausgenutzt, die zur Verfügung stehen und das gibt dem ganzen viel Authentizität. Elena ist eine sehr angenehme Person mit Ecken und Kanten, die mit ihrem Schicksal hadert. Die Zerrissenheit zwischen dem instinktgesteuertem Werwolfdasein und der sich nach Liebe und Geborgenheit sehnenden Menschenfrau ist wunderbar dargestellt. Auch ihre Beziehung zu Clay, die wahrlich nicht einfach ist, hört sich absolut nicht nach Kitsch an. Es gibt einige sehr gut platzierte erotische Momente, die nicht unnötig ausgedehnt werden. Natürlich handelt es sich hier um nichts weiter als einen paranormal angehauchten Kriminalroman, bei dem es fast Mafia-mäßig zugeht. Aber alles ist stilsicher präsentiert und macht Spaß. Das einzige, was mir nicht so ganz gefallen hat, ist die Solo-Rolle von Elena. Als einzigste weibliche Vertreterin der Werwölfe hat es natürlich jeder männliche auf sie abgesehen. Das macht sie etwas arrogant. Von wegen: der bringt mich eh nicht um, es gibt ja nur mich... Aber darüber lässt sich hinwegsehen.

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Women of the Otherworld

Nacht der Wölfin
Rückkehr der Wölfin
Nacht der Hexen
Pakt der Hexen
Nacht der Geister
Blut der Wölfin
Ruf der Toten
Nacht der Dämonin

Leseprobe
Gebundene Ausgabe
erschienen im August 2002
im Schneekluth Verlag

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Was meint ihr dazu:

» neuer Eintrag

Boo, 17. August 2011, 15:17

Das Buch ist wirklich eine Empfehlung wert und ich kann mich der Beurteilung in fast allen Punkten anschließen.
Zu Beginn lernt man Elena kennen, die sich mehr oder weniger mit ihrem Dasein als Werwolf arrangiert, dieses aber noch nicht akzeptiert hat und es dementsprechend zu unterdrücken versucht, um ein – nach menschlichen Verhältnissen - weitestgehend normales Leben führen zu können. Im Laufe der Geschichte bekommt man immer wieder in Form von Rückblenden / Erinnerungen ein paar Einblicke, wie Elena zum Werwolf geworden ist und wie sich das auf ihr Leben auswirkt - sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart. *
Die Beziehung zu Clay ist insofern interessant (weil anders), da hier die Kennenlernphase komplett wegfällt und es vielmehr darum geht, nach einem Bruch wieder zueinander zu finden. Allerdings hauptsächlich von Elenas Seite ausgehend, da sich Clays Gefühlen für Elena nicht geändert haben. Ich fand es jedenfalls realistisch und nachvollziehbar dargestellt. Die Erotik ist angenehm zurückhaltend dosiert und wer es lieber etwas weniger explizit mag, kann hier auf seine Kosten kommen.
Die Darstellung der Werwölfe hat mir gut gefallen. In Menschenform konnte ich ihnen ihre andere Seite gut abgekauft und es gibt jede Menge Wolfsmomente, die diesen Aspekt ihrer Persönlichkeit greifbar rübergebracht haben. Ein weiterer Pluspunkt ist bei mir auch immer, wenn mir die Personen sympathisch sind oder wenn sie auf mich lebendig (ergo real) wirken, was hier gut bewerkstelligt wurde (das ist natürlich persönliches Empfinden), zum Teil sicher auch dadurch, dass man ein bisschen was zu den Hintergründen der einzelnen Personen erfährt. So ging mir z.B. der Tod von Logan Nahe, obwohl man ihn nicht einmal „persönlich“ kennengelernt hat. Und das wo ich mitunter ein empathischer Eisklotz sein kann. ** Jeremy mochte ich besonders. Er ist sicher nicht der klassische Alpha, hat aber einen – zumindest nach meine Maßstäben - interessanten Charakter.
Zum Schluss will ich vielleicht nochmal erwähnen, dass ich Elena in ihrer Solo-Rolle nicht als arrogant empfunden habe. Wenn man das Verhalten der männlichen Werwölfe um sie herum bedenkt, ist die „der bringt mich eh nicht um“-Einstellung eigentlich kein Wunder. Wäre es nicht widernatürlich, „potentielles Paarungsmaterial“ *** zu gefährden. Meiner Meinung nach wird das im Buch gut rübergebracht. Der auf Elena verübte Mordversuch - wohlgemerkt von einem Werwolf, der sich atypisch verhält -, sorgt dann entsprechend für jede Menge Aufregung. Da ist Elenas Verhalten für mich vollkommen verständlich.
* Ich denke mich zu erinnern, dass es dazu einen Comic gibt, der diese Vorgeschichte genauer erzählt.
** Ich gestehe: Ich habe bei Bambi NICHT geheult.
*** das hört sich jetzt schlimm an, ist aber die nüchtern biologische Betrachtungsweise