
von Kelley Armstrong
Erscheinungsdatum: September 2003
Verlag: Droemer/Knaur
Ausgabe: 478 Seiten, Taschenbuchformat
Preis: EUR 8,95
ISBN: 9783426618110
| Romantik | Erotik | Spannung | Action | Anspruch | Humor | Preis/Leistung |
| * | * | ** | *** | * | * | *** |
Mitreißende und spannende Unterhaltung mit toller Front-Frau!
Gebundene Ausgabe
NeuauflagenDas Buch ist wirklich eine Empfehlung wert und ich kann mich der Beurteilung in fast allen Punkten anschließen.
Zu Beginn lernt man Elena kennen, die sich mehr oder weniger mit ihrem Dasein als Werwolf arrangiert, dieses aber noch nicht akzeptiert hat und es dementsprechend zu unterdrücken versucht, um ein – nach menschlichen Verhältnissen - weitestgehend normales Leben führen zu können. Im Laufe der Geschichte bekommt man immer wieder in Form von Rückblenden / Erinnerungen ein paar Einblicke, wie Elena zum Werwolf geworden ist und wie sich das auf ihr Leben auswirkt - sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart. *
Die Beziehung zu Clay ist insofern interessant (weil anders), da hier die Kennenlernphase komplett wegfällt und es vielmehr darum geht, nach einem Bruch wieder zueinander zu finden. Allerdings hauptsächlich von Elenas Seite ausgehend, da sich Clays Gefühlen für Elena nicht geändert haben. Ich fand es jedenfalls realistisch und nachvollziehbar dargestellt. Die Erotik ist angenehm zurückhaltend dosiert und wer es lieber etwas weniger explizit mag, kann hier auf seine Kosten kommen.
Die Darstellung der Werwölfe hat mir gut gefallen. In Menschenform konnte ich ihnen ihre andere Seite gut abgekauft und es gibt jede Menge Wolfsmomente, die diesen Aspekt ihrer Persönlichkeit greifbar rübergebracht haben. Ein weiterer Pluspunkt ist bei mir auch immer, wenn mir die Personen sympathisch sind oder wenn sie auf mich lebendig (ergo real) wirken, was hier gut bewerkstelligt wurde (das ist natürlich persönliches Empfinden), zum Teil sicher auch dadurch, dass man ein bisschen was zu den Hintergründen der einzelnen Personen erfährt. So ging mir z.B. der Tod von Logan Nahe, obwohl man ihn nicht einmal „persönlich“ kennengelernt hat. Und das wo ich mitunter ein empathischer Eisklotz sein kann. ** Jeremy mochte ich besonders. Er ist sicher nicht der klassische Alpha, hat aber einen – zumindest nach meine Maßstäben - interessanten Charakter.
Zum Schluss will ich vielleicht nochmal erwähnen, dass ich Elena in ihrer Solo-Rolle nicht als arrogant empfunden habe. Wenn man das Verhalten der männlichen Werwölfe um sie herum bedenkt, ist die „der bringt mich eh nicht um“-Einstellung eigentlich kein Wunder. Wäre es nicht widernatürlich, „potentielles Paarungsmaterial“ *** zu gefährden. Meiner Meinung nach wird das im Buch gut rübergebracht. Der auf Elena verübte Mordversuch - wohlgemerkt von einem Werwolf, der sich atypisch verhält -, sorgt dann entsprechend für jede Menge Aufregung. Da ist Elenas Verhalten für mich vollkommen verständlich.
* Ich denke mich zu erinnern, dass es dazu einen Comic gibt, der diese Vorgeschichte genauer erzählt.
** Ich gestehe: Ich habe bei Bambi NICHT geheult.
*** das hört sich jetzt schlimm an, ist aber die nüchtern biologische Betrachtungsweise