Das sonst so
beschauliche Leben von Paige und Savannah gerät an dem Tag aus dem Gleichgewicht, als Paige ein Schreiben eines Anwalts erhält, dass ihr das Sorgerecht für Savannah entzogen werden soll. Paige ist fassungslos, gibt es doch niemanden, der sich so aufopferungsvoll um den kleinen Wildfang kümmert. Doch tatsächlich ist es ein mächtiger Magier, Kristof Nast, der Anspruch auf das Sorgerecht für seine angebliche Tochter Savannah erhebt. Paige versucht sich Hilfe bei einem Anwalt zu besorgen, doch ihr Plan scheitert an den bösen Machenschaften Nasts und seiner Gehilfen. Unter anderem hat Paige auch die Halbdämonin Leah gegen sich, die damals für den Tod von Paiges Mutter verantwortlich war. In all dem Trubel bekommt es Paige auch noch mit einem weiteren Magier zu tun: Lucas Cortez. Eines Tages steht er vor ihrer Tür und gibt vor, ein Anwalt zu sein, der sich für die Belange von Paranormalen einsetzt. Zuerst misstraut Paige ihm vollkommen und schickt ihn grob weg. Doch als sich die Schwierigkeiten häufen und Paige Opfer von fiesen Tricks und Gemeinheiten wird, die Presse und Hexengegner gegen sie aufbringen, weiß sie sich bald keinen anderen Rat, als Cortez Hilfe anzunehmen. Gemeinsam versuchen sie einen Plan aufzustellen um Savannah zu retten. Diese ist aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Kräfte ein Zielobjekt für die Magierkabale, die mit Savannahs Hilfe ihre Macht noch erweitern könnte. Deshalb versucht Paige um jeden Preis, ihre Ziehtochter zu schützen. Doch bald können sie nicht mehr in ihrem Haus bleiben, die Anwohner und bald auch ihr eigener Hexenzirkel verstoßen Paige. Wo soll sie hin? Bevor sie noch überlegen kann, brechen Leah und weitere Gegner ein und entführen Paige und Savannah...
Nacht der Hexen
ist ein absolut packendes und spannendes Buch mit interessanten und vielschichtigen Charaktern. Zu Beginn lässt sich die Geschichte etwas lockerer an, es ist fast wie ein Familiendrama, das sich in einem kleinen Dorf abspielt, ohne viel mit Paranormalem zu tun zu haben. Doch im Verlauf der Geschichte verdichtet sich die Handlung und mit dem Auftauchen von Lucas Cortez kommen die Magier ins Spiel. Kelley Armstrong hat einen sehr unterhaltsamen, direkten und frischen Schreibstil, der unglaublich variabel ist. Ihre Charakter haben allesamt ihre ganz eigenen Art zu reden und das macht die Sache sehr autenthisch. Cortez, der eher eloquent und gebildet ist, Paige, die verantwortungsvolle, gefühlvolle und vernünftige Frau und Savannah, die wilde, emotionale und manchmal hilflose Teenie- Hexe. Ein wunderbares Trio, das nie langweilig wird. Schwerpunkt liegt deutlich auf Savannahs Schicksal und den jeweiligen Hintergründen. Liebesromanleser werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Zwischen Lucas und Paige entwickelt sich zwar etwas, das bleibt aber deutlich im Hintergrund. Ab Mitte das Buches wird es unsagbar spannend und die Personen, die zum Zuge kommen werden immer mehr. Da muss man schon aufpassen, dass man noch alles richtig mitbekommen, wenn sich die Ereignisse überschlagen und wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Obwohl ich sagen muss, dass mir die Vorgänger Nacht der Wölfin und Pakt der Wölfin besser gefallen haben, bietet Nacht der Hexen wunderbare, kurzweilige Unterhaltung mit viel Magie... Am Anfang war mir Paige nicht ganz so sympathisch und die aufmüpfigen Sprüche von Savannah können ab und zu auch nervig wirken. Aber mit dem Forschreiten der Handlung wachsen alle Beteiligten an ihren Aufgaben und es ist am Ende fast schon zu abgefahren, was sie für Situationen meistern können. Sehr erfrischend ist es auch, dass Personen der vorigen Bücher ganz dezent mit in die Geschichte einfließen, wie z.B. Elena und Adam.