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Wolfskuss von Lori Handeland auf Deutsch erschienen Mai 2008 im Egmont Lyx Verlag 356 Seiten, Taschenbuchformat Preis: EUR 9,95 ISBN: 3802581539 EAN: 9783802581533 Herausgegeben von Rainer Michael Rahn Übersetzt von Patricia Woitynek |
Leseprobe
Der Sommer, in dem ich die Wahrheit entdeckte, war nicht schwarz-weiß, so wie ich es bevorzugte, sondern eine Palette verstörender Grauschat- tierungen. Gleichzeitig änderte sich in diesem Sommer mehr als nur meine Farbwahrnehmung. Jedenfalls war ich in jener Nacht, als die Wahrheit ihren Anfang nahm, nichts weiter als eine durchschnittliche Kleinstadtpolizistin – gelangweilt, launisch, darauf wartend, ja, sogar darauf hoffend, dass etwas passierte. Ich sollte lernen, bei meinen Wünschen nie wieder so unbestimmt zu sein. Das Funkgerät knackte. „Drei Adam Eins, wo steckst du?“ „Ich sehe dem Mais am östlichen Stadtrand beim Wachsen zu.“ Ich wartete auf das unvermeidliche wüste Geschimpfe der diensthabenden Dispatcherin. Ich wurde nicht enttäuscht. „Man könnte meinen, wir hätten einen verdammten Vollmond. Ich schwöre, der treibt jeden einzelnen Irren weit und breit aus seinem Schlupfloch.“ Meine Mundwinkel zuckten. Zelda Hupmen war ein fünfundsiebzigjähriges, heftig trinken- des, kettenrauchendes Überbleibsel der guten alten Zeiten, wo ein solcher Lebenswandel gang und gäbe und der Umstand, dass er einen töten konnte, noch ein Mysterium war. Offensichtlich hatte Zelda von diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen noch immer nichts gehört, denn es schien, als wollte sie jeden überleben, indem sie filterlose Zigaretten rauchte und zum Frühstück Whiskey trank. „Vielleicht machen sich die Spinner auch nur für den Blauen Mond bereit, auf den wir zusteuern.“ „Was zum Teufel ist ein Blauer Mond?“ Der Grund, warum Zee nach unzähligen Dienstjahren noch immer in der dritten Schicht arbeitete? Ihre charmante Ausdrucksweise. „Zwei Vollmonde in einem einzigen Monat machen den zweiten zu einem Blauen Mond. Das ist sehr selten. Sehr energiereich. Falls man an solches Zeug glaubt.“ Ich lebte in den nördlichen Wäldern von Wisconsin, sozusagen Tür an Tür mit dem, was vom Ojibwa-Volk noch übrig war, und hatte dadurch genügend abergläubische Legenden für ein ganzes Leben gehört. Sie machten mich immer wütend. Ich entstammte einer modernen Welt, in der es für Legenden nur einen einzigen Platz gab: Märchenbücher. Um meinen Job zu machen, brauchte ich Fakten. In Miniwa war es so, dass – je nachdem, mit wem man sprach – Fakten und Fiktion sich stärker miteinander vermischten, als mir lieb war. Zees spöttisches Schnauben ging in ein langes, trockenes Husten über. Wie immer wartete ich geduldig ab, bis sie wieder Luft bekam. „Energiereich, meine Fresse. Und jetzt schaff deinen Arsch raus zum Highway 199. Da gibt’s Ärger, Mädchen.“ „Welche Art von Ärger?“ Ich stellte das Blaulicht an und zog die Sirene in Erwägung. „Keine Ahnung. Handyanruf. Jede Menge Gekreische, jede Menge Statik. Brad ist schon auf dem Weg.“ |
Schund mehr geht so lesenswert schlecht als recht |
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| Urban Fantasy - Thriller/Krimi | |||
| Eines Nachts wird
die pfiffige Polizistin Jessie McQuade zu einem Unfallort gerufen, an
dem ein Wolf angefahren wurde. Das verletzte Tier hat die Fahrerin des
Wagens in die Hand gebissen und ist danach geflüchtet. Aus diesem
auf den ersten Blick gewöhnlichen Szenario entwickelt sich ein
seltsamer Kriminalfall, da das Opfer am nächsten Tag zur Bestie
mutiert und Menschen angreift. Jessie sieht sich fortan einer Reihe von
Angriffen durch Wölfe gegenüber, die allesamt zu
merkwürdigen Ereignissen führen. Auf ihrer Suche nach der
Wahrheit trifft sie auf den attraktiven Indianer William Codette, zu
dem sie sich sofort hingezogen führt. Da er Einheimischer ist und
zudem auch noch studiert hat, kann er ihr wertvolle Hilfe bei ihrem Job
leisten. Doch warum verhält er sich manchmal so eigenartig und was
hat es mit dem Wolfstotem auf sich, dass Jessie an der Unfallstelle
gefunden hat? Wolfskuss ist ein sehr ausgewogenes, spannendes Buch. Eine gelungene Mischung aus klassischem Krimi und paranormaler Romanze. Dabei wirkt diese doch sehr gewagte Kombination nicht aufgesetzt oder unwirklich, sondern die paranormalen Elemente sind gut in die Krimistory eingefügt. Einziger Wermutstropfen ist meiner Ansicht nach der Verweis auf Nazideutschland, der als Hintergrund für die Ereignisse hinhalten muss. Ein weiterer Negativpunkt, der jedoch nicht die Story betrifft: die Ich-Perspektive. Normalerweise bringt eine Ich-Perspektive immer mit sich, dass alle weiteren Charaktere blass und ohne Tiefe bleiben. Hier jedoch stört der Ich-Erzähler nur wenig, da viel gesprochen wird. Mittels ungezwungener Dialoge beleuchtet Lori Handeland sowohl Will Cadotte als auch die anderen Personen. Monologe kommen zwar auch vor, aber sie lockern die Situation eher auf, da sie oftmals lustig oder sarkastisch sind. Wo manche Autoren ihre Hauptdarstellerin ewig vor sich hin sinnieren lassen, beschränkt sich Jessie auf kurze, scharfe Kommentare oder Gedankenfetzen. Überhaupt gibt es nicht viel Zeit zur Reflexion in der Geschichte. Es wird ordentlich Tempo gemacht und zwischenzeitlich ist es ein reiner Krimi. Die Liebesgeschichte ist zwar immer da, tritt aber oft in den Hintergrund. Dazu kommen dann die absolut nicht zimperlichen Gewaltdarstellungen und Action-Szenen. Insgesamt ist das Buch ziemlich frei von Kitsch und Schwülstigkeiten, was manchem Leser sehr gefallen wird. Das heißt nicht, dass es keine Liebesszenen gibt, sie sind selten, aber gezielt eingesetzt. Der erfrischende Schreibstil mit direkten Dialogen und bissigen Kommentaren der Hauptperson liest sich flüssig und schnell. Ohne zu viel von der Geschichte vorweg zu nehmen kann man sagen, dass das Paranormale Element hier ausnahmsweise mal nicht direkt die Hauptpersonen betrifft. Man fühlt sich daher eher unter "normalen" Menschen. Besonders Jessie ist sehr modern, fast untypisch für eine weibliche Hauptperson in einem Liebesroman. Das Ende kommt dann für meine Verhältnisse etwas schnell, die Spannung bleibt aber gut erhalten. Es ist sehr leicht, dieses Buch in einem Rutsch durchzulesen, ich konnte keine Längen feststellen. Fazit Empfehlenswert bis sehr empfehlenswert. Wer über die Ich-Erzählperspektive hinwegsehen kann und nicht nur seichte Dialoge bevorzugt, hat mit Wolfskuss eine gute Wahl getroffen. Eine lockere, spannnende Unterhaltung ohne viel Tiefgang, aber mit ruppigem Charme. |
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Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Originalität Preis Aufmachung |
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