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Lori Handeland



Wolfsbann
von Lori Handeland

erscheint auf Deutsch im Januar 2010 im Egmont Lyx Verlag
352 Seiten, Taschenbuchformat

Preis: EUR 9,95

ISBN-13: 9783802582615
ISBN-10: 3802582616

Übersetzt von Patricia Woitynek

Leseprobe

Kann man sich das vorstellen? Kein Tod mehr? Es fiel mir selbst schwer, daran zu glauben, gleichzeitig wollte ich es unbedingt. In New Orleans hatte ich oft große Reden darüber geschwungen, dass der Tod der Anfang und nicht das Ende wäre, eine neue Ebene, eine andere Welt, ein Abenteuer. Vielleicht stimmte das ja auch.
Trotzdem wollte ich meine Tochter zurück.
Ich wandte mich von der Aussicht ab und kehrte in das Zimmer zurück, wo Marcel wartete. „Wann werde ich Mandenauers Freund treffen?“
„Der Freund wird zu Ihnen kommen, Priesterin.“ Als er meinen finsteren Blick bemerkte, korrigierte er sich: „Miss Cassandra.“
„Wann?“, wiederholte ich.
„Wenn die Zeit reif ist.“ Mit diesem hilfreichen Hinweis öffnete Marcel die Tür und verschwand.
Ich machte mir nicht die Mühe auszupacken. Sobald ich die Richtung kannte, würde ich von hier abhauen.
Erschöpft und noch immer in meinem aus weiten Jeans, einem schwarzen Top und schwarzen Turnschuhen bestehenden Reiseoutfit schlief ich quer über dem Bett ein. Als ich aufwachte, war die Nacht hereingebrochen.
Die Geräusche von Port-au-Prince wirkten lauter in der stillen, marineblauen Dunkelheit. Wegen des Neumonds gab es am Himmel einen ähnlichen Mangel an funkelndem Silber, wie er in meinem Schmuckkästchen geherrscht hatte, bevor ich meinem ersten Werwolf begegnet war.
Meine beringten Finger tasteten nach dem glänzenden Silberkruzifix um meinen Hals, das ich nicht aus religiösen Gründen, sondern zum Schutz trug. Früher hatte ich geglaubt, dass es das Beste wäre, Schutzamulette im Verborgenen zu tragen, aber inzwischen hatte ich gelernt, dass es nichts schaden konnte, sie offen zu zeigen.
Ich drehte mich auf die Seite und erstarrte. Die Tür zu meinem Zimmer stand offen, und jemand war auf der Veranda.
„Hallo?“ Ich setzte mich langsam auf. „Ich bin Cassandra.“
„Priesterin.“
Das Wort war ein Zischen, das mich an Lazarus erinnerte, die Python, die ich in New Orleans zurückgelassen hatte. Er war mein einziger Freund gewesen, bis der Halbmond Diana Malone in mein Leben geführt hatte.
Sie war eine Kryptozoologin, die nach New Orleans geschickt worden war, um Gerüchten über einen Wolf in einer Gegend, in der es eigentlich keine Wölfe geben sollte, nachzugehen, und hatte die Überraschung ihres Lebens erlebt, als sie weitaus mehr als nur einen Wolf entdeckte. Sie war in meinem Laden aufgetaucht, und wir hatten, so wie Frauen dies manchmal tun, auf Anhieb Freundschaft geschlossen.
Der herumlungernde Schemen lungerte weiter herum, also sagte ich: „Kommen Sie doch bitte herein.“

 
Werwolf
Urban Fantasy - Krimi/Thriller
Cassandra, die Besitzerin eines Voodoogeschäfts in New Orleans, reist im Auftrag einer okkulten Geheimgesellschaft nach Haiti: Hier soll angeblich ein dunkler Voodoomeister Tote wieder zum Leben erwecken. Der Glücksjäger Devon Murphy erklärt sich bereit, Cassandra auf ihrer Reise zu begleiten, doch sein sinnlicher Charme beschwört noch ganz andere Gefahren herauf. In Haiti angekommen wird Cassandra von grauenhaften Albträumen heimgesucht, die immer lebhafter werden. Cassandra muss die Wahrheit über einen uralten Fluch herausfinden, bevor sie sich selbst und die Menschen, die sie liebt, ins Verderben stürzt.






































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