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Originaltitel
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dunkler, härter, schneller |
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Midnight Hour - Die Stunde der Jäger von Carrie Vaughn auf Deutsch erschienen im Juni 09 im Heyne Verlag 410 Seiten, Taschenbuchformat Preis EUR 12,00 ISBN: 3453533135 EAN: 9783453533134 Übersetzt von Ute Brammertz |
Leseprobe
Sie läuft aus purer Freude, weil sie es kann, jeder Sprung misst über dreieinhalb Meter. Ihr Maul steht offen, damit sie die Luft schmecken kann, die beißend kalt ist. Es ist Monatswende, und der zunehmende Mond versilbert den Nachthimmel, erhellt einzelne verschneite Stellen im Wald. Es ist noch nicht Vollmond; dass sie vor ihrer Zeit freigelassen wird, kommt nur selten vor, doch die andere Hälfte ihres Wesens hat keinen Grund, sie wegzusperren. Sie ist allein, aber sie ist frei, und deshalb rennt sie. Als sie etwas wittert, weicht sie von ihrer Bahn ab, verlangsamt das Tempo zum Trab und senkt die Schnauze zu Boden. Beute, frisch und warm. Die gibt es viel hier in der Wildnis. Der Geruch brennt in der Winterluft. Sie pirscht sich an, atmet mit bebenden Nüstern ein und hält nach der geringsten ruckartigen Bewegung Ausschau. Ihr leerer Magen krampft sich zusammen, treibt sie vorwärts. Der Geruch lässt ihr das Wasser im Mund zusammenlaufen. Sie hat sich daran gewöhnt, allein auf die Jagd zu gehen. Muss vorsichtig sein, darf kein Risiko eingehen. Sie berührt den Boden leicht mit den Pfoten, bereit, einen Satz nach vorne zu machen, in die eine oder andere Richtung zu stürzen, ohne auf dem Waldboden auch nur das geringste Geräusch zu verursachen. Der Geruch - Moschus, heißes Fell und Kot - nimmt zu und jagt durch ihr Gehirn. All ihre Nerven lodern auf. Sie ist jetzt nahe dran, näher, kriecht auf Jägerpfoten vorwärts ... Das Kaninchen springt aus seinem Versteck hervor, einem morschen Baumstamm, der von Sträuchern überwuchert ist. Sie ist bereit, weiß, ohne es zu sehen oder zu hören, dass es da ist; ihr Jagdsinn ist angefüllt von der Gegenwart des Beutetiers. In dem Augenblick, in dem es losläuft, setzt sie zum Sprung an, drückt es mit ihren Krallen und ihrem Körper zu Boden, schlägt ihm die Zähne in den Nacken, umschließt ihn mit ihren Kiefern und reißt. Ihm bleibt keine Zeit zu schreien. Sie trinkt das Blut, das aus seinem zerfetzten und gebrochenen Hals quillt, verschlingt das Fleisch, bevor das Blut abkühlt. Die Wärme und Lebendigkeit füllen ihren Magen, lassen ihre Seele aufleuchten, und sie hält inmitten des Blutbads inne, um ein Siegesheulen auszustoßen . Ich zuckte am ganzen Körper zusammen, als hätte ich davon geträumt zu fallen und wäre jäh aufgewacht. Keuchend atmete ich aus - ein Teil von mir befand sich immer noch in dem Traum, stürzte immer noch, und ich musste mich selbst ermahnen, dass ich mich in Sicherheit befand, dass ich nicht gleich auf dem Boden aufschlüge. Meine Hände schlossen sich reflexartig, doch da waren keine Decke oder ein Kissen, die ich packen konnte. Eine Handvoll abgestorbener Blätter vom letzten Herbst zerbröckelte in meinem Griff. Langsam setzte ich mich auf, kratzte mich am Kopf und strich mir die zerzausten blonden Haare zurück. Unter mir spürte ich den rauen Erdboden. Ich war nicht im Bett, ich war nicht in dem Haus, in dem ich seit zwei Monaten wohnte. |
Schund mehr geht so lesenswert schlecht als recht |
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| Urban Fantasy - Thriller/Krimi | |||
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Nach der Aufregung durch die Senatsanhörung und Kitty's "Outing"
vor den Fernsehzuschauern braucht Kitty dringend eine Auszeit. Sie hat sich in eine
einsame Hütte fernab der Großstadt zurückgezogen mit dem Vorhaben, ein Buch über
ihre Erlebnisse zu schreiben. Leider kann sie sich nicht dazu motivieren, zu
beginnen und verbringt ihre Tage mit Nichtstun oder durchstreift die Natur in Wolfsgestalt.
Doch sie hat nicht lange ihre Ruhe, eines Morgens findet sie ein totes Kaninchen
vor ihrer Tür und eine seltsame Bedrohung scheint sich um ihre Hütte aufzubauen.
Die Tieropfer mehren sich und Kitty gerät in Panik. Dann platzen auch noch der Jäger
Cormac und Kitty's Anwalt Ben in die ohnehin zerstörte Idylle und schockiert
erfährt sie, dass Ben von einem Werwolf gebissen und infiziert wurde. Sie soll
ihm helfen, die Verwandlung zu überstehen. Eigentlich hatten sich Ben und
Cormac geschworen, sich in so einem Fall gegenseitig zu töten, doch Cormac konnte
seinen Cousin nicht umbringen. Also kümmert sich Kitty sofort um den geschwächten
Ben und setzt alles daran, seinen Lebenswillen zu erhalten. Unterdessen macht sie
sich mit Cormacs Hilfe auf die Suche nach denjenigen, die sie augenscheinlich mit
einem Blutfluch vertreiben wollten. Kitty weiß, dass sie sich durch ihr Anderssein
in der konservativen Kleinstadt nicht unbedingt Freunde gemacht hat. Doch es
kommt noch eine weitaus größere Bedrohung auf Kitty, Cormac und Ben zu: als Ben
angefallen wurde, war noch ein zweiter Wolf anwesend, der Cormac entflohen ist.
Als rund um Kittys Hütte den ansässigen Bauern grausam das Vieh abgeschlachtet wird,
kommt der Verdacht auf, dass jenes unauffindbare Monster dahintersteckt. Nach dem etwas schwächeren zweiten Teil ist die Stunde der Jäger wieder richtig gut gelungen. In bewährt gut entwickelter Erzählmanier bietet Carrie Vaughn hier einen spannenden paranormalen Thriller mit einer Kitty Norville, die endlich mehr aus sich rausgeht. Im letzten Teil hatte sich die Sache mit der Senatsanhörung sehr in die Länge gezogen und Kitty schien von etlichen Zweifeln geplagt und beinahe handlungsunfähig. Nach anfänglicher Lethargie kommt dann aber das Leben mit aller Macht zu Kitty zurück und in ihrer Rolle als neue Alpha in ihrem Mini-Rudel mit Ben und Cormac kann sie richtig aufgehen. Dann macht es auch viel Spaß, über die seltsamen Hexereien zu lesen, die Kitty's Leben bedrohen und gespannt verfolgt man ihre Aufklärungsbemühungen und die diffisilen Interaktionen, die dabei zwischen ihr, Ben und Cormac entstehen. Überhaupt ist diese Dreierkonstellation das Interessanteste an dem Roman und Carrie Vaugh hat sich viel Mühe gegeben, bei den Emotionen möglichst realistisch zu bleiben. Schwerpunkt liegt zwar weiterhin auf der Krimihandlung, doch nachdem man jetzt einige Nebenpersonen besser kennt, bildet sich solangsam eine kleine Welt um Kitty, die immer besser ankommt. Besonders gut gefällt mir, dass bei der Serie eben nicht immer alles so super läuft, wie die Charaktere sich das wünschen und Rätsel werden nicht bis zum Letzten aufgeklärt. Die Beziehung zwischen Ben und Kitty ist sehr vielschichtig und das Werwolf Element wird hier sehr interessant eingesetzt. Liebesromanfans werden aber trotzdem nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen. Obwohl dieser Teil wesentlich stärker ist als der Vorgänger, fehlt mir persönlich immer noch das letzte Quäntchen Originalität, um aus der Masse der Urban Fantasy Romane herauszustechen. Trotzdem hat die Serie viel Potential und Kitty wird mir immer sympathischer. Bleibt noch zu sagen, dass das etwas größere Format und damit die größere Schrift sehr zum Lesekomfort beiträgt. Die Qualität der Bücher ist herausragend, dafür kann man auch mal etwas mehr zahlen. Fazit Gut recherchierte und solide aufgemachte Urban Fantasy mit spannender Krimihandlung. |
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Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Originalität Preis Aufmachung |
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