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Carrie Vaughn



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leichter, softer, langsamer







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Midnight Hour - Die Stunde der Hexen
von Carrie Vaughn

erscheint auf Deutsch im September 09 im Heyne Verlag
420 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 12,00

ISBN: 3453533143
EAN: 9783453533141
Übersetzt von Ute Brammertz


Leseprobe

Ich hasste den Geruch dieses Ortes: Beton und Anstalt. Desinfektionsmittel. Doch alles Putzen der Welt konnte nicht das Leid überdecken, die Bitterkeit, den leichten Uringeruch. Die Wut.
Der Gefängniswärter an der Tür verwies Ben und mich auf zwei leere Stühle vor einem Tisch, der zwischen Trennwänden vor einer Glaswand stand. Es gab insgesamt sechs dieser Kabinen im Raum. Wir wären nur per Telefon mit der anderen Seite verbunden.
Ich bebte am ganzen Körper. Gern kam ich nicht hierher. Na ja, einerseits schon, andererseits aber auch wieder nicht. Ich wollte ihn sehen, doch selbst nur als Besucherin hier hatte ich das Gefühl, gefangen zu sein. Die Wolfseite kam nicht allzu gut damit zurecht. Ben griff nach meiner Hand, zog sie unter den Tisch und drückte sie.
"Alles in Ordnung?", fragte er. Ben war bisher einmal pro Woche hergekommen, um Cormac zu besuchen. Ich kam nicht ganz so oft - einmal im Monat. Daran gewöhnen würde ich mich niemals. Ja, es schien sogar jedes Mal schwieriger zu werden, nicht leichter. Die Anspannung war so groß, dass meine bloße Anwesenheit hier mich schon erschöpfte.
"Ich glaube schon", sagte ich. "Aber dieser Ort macht mich nervös."
"Lass dir nicht anmerken, dass du aus der Fassung bist", flüsterte er. "Wir wollen ihm schließlich eine Stütze sein."
"Ich weiß. Tut mir leid." Ich hielt seine Hand mit meinen beiden umklammert und versuchte, nicht mehr zu zittern. Eigentlich sollte ich die Starke sein, diejenige, die Ben half sich zusammenzureißen, nicht umgekehrt.
Auf der anderen Seite der gläsernen Trennwand ließ ein Wärter einen Mann in orangefarbenem Gefängnisoverall eintreten. Seine hellbraunen Haare waren kürzer als früher, sodass sein Gesicht hagerer wirkte. Ich versuchte mir einzureden, dass er nicht dünner geworden war. An seinem Schnurrbart hatte sich nichts geändert. An seiner stoisch gerunzelten Stirn ebenfalls nicht.
Er setzte sich uns gegenüber, auf der anderen Seite der Glasscheibe. Mein Lächeln fühlte sich steif und aufgesetzt an. Ihm war bestimmt klar, dass es nicht echt war. Ich musste mich fröhlich geben, durfte ihn nicht sehen lassen, wie sehr ich durch den Wind war. Ben hatte Recht.
Er trug Handschellen. Als er nach dem Telefon griff, um sich mit uns zu unterhalten, musste er beide Hände ans Gesicht heben. Ben hielt unseren Hörer zwischen uns. Wenn wir uns nahe genug darüberbeugten, konnten wir ihn beide verstehen.
"Hey", sagte Ben.
"Hey." Cormac lächelte. Es brach mir das Herz, ihn so hinter der Scheibe lächeln zu sehen. "Danke, dass ihr gekommen seid."
"Wie geht es dir?"
Cormac zuckte mit den Schultern. "Geht schon. Keine Sorge."
Er war hier wegen Totschlags. Er hatte jemanden getötet, um mir das Leben zu retten, und jetzt saß er deswegen seine Strafe ab. Vier Jahre. Ich stand gewaltig bei ihm in der Schuld, was sich wie ein bleiernes Gewicht anfühlte.

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WerwolfVampire
Urban Fantasy - Thriller/Krimi
Eigentlich hatte Kitty Denver hinter sich gelassen, wollte sich nie wieder in den Einflussbereich ihres ehemaligen Rudelführers Carl begeben. Ihre Radiosendung nimmt sie von außerhalb auf, und ansonsten versucht sie, ihr Zweierrudel mit Ben zu arrangieren. Dann eines Tages bekommt sie Besuch von Rick, einem mächtigen Vampir, der dem Meister von Denver, Arturo, die Stirn bieten will. Als er um Kittys Hilfe bittet, lehnt sie jedoch ab. Und weder die Anfrage der berühmten Musicalsängerin Mercedes Cook, die in Kittys Sendung ihr Vampirdasein der Öffentlichkeit preisgeben will, noch der Anruf der Kommissarin Hardin, dass es Denver seltsame Raubüberfälle gegeben hat, können Kitty aus ihrem Exil locken. Erst die Nachricht, dass ihre Mutter an Krebs erkrankt sei und ins Krankenhaus müsse, lässt Kitty sofort reagieren. Völlig aufgelöst, rast sie mit Ben nach Denver um ihrer Familie beizustehen. Natürlich kann sie ihre Anwesenheit nicht lange geheim halten und sie wird zusehends doch in die örtlichen Kämpfe zwischen Rick und Arturo verwickelt. Das Interview mit Mercedes sorgt nicht zuletzt dafür, dass Kitty zum Dreh- und Angelpunkt einer Revolution in Denver wird.

In Midnight Hour - Die Stunde der Hexen bekommen wir keine einzige Hexe zu sehen - aber das macht nichts. Das Buch ist einfach großartig, der bisher beste Teil der Reihe. In bester erzählerischer Manier entwickelt Carrie Vaughn eine spannende, mitreißende Geschichte, in der Kitty wirklich zeigen kann, was in ihr steckt. Wenn man die vorangeganenen Teile gelesen hat, kann man deutlich eine Entwicklung bei Kitty verzeichnen, sowohl was ihr Selbstbewusstsein als auch die Beherrschung ihrer Lykantropie betrifft. Die Zeit der Unterdrückung in Carl und Megs Rudel ist seit einem Jahr vorbei und Kitty hat sich ihr eigenes Leben und ein Zweierrudel mit Ben aufgebaut. Auch wenn sie manches Mal noch in ihr altes unterwürfiges Fluchtverhalten zurückfällt, hat sie sich doch generell zu einer stärkeren Persönlichkeit entwickelt, die Verantwortung übernehmen kann und die Rolle des Alphaweibchens anstrebt. Sie ist sehr menschlich, intelligent, gefühlvoll, ehrgeizig, begeisterungsfähig, natürlich und einfach sympathisch - eine rundum tolle Heldin. Der kürzlich zum Werwolf gemachte Anwalt Ben passt wunderbar in ihre Seite, seine Ruhe und Souveränität bestärken Kitty, wenn sie mal wieder Opfer ihrer Sorgen und Gedanken um alles mögliche ist.
Sämtliche Nebenfiguren sind authentisch, liebevoll ausgearbeitet und passen perfekt in die Rahmenhandlung. Sie sind es, die Kitty in gewisse Situationen manövrieren, die sie manipulieren, motivieren und auch enttäuschen können. Alle Zahnräder greifen gelungen ineinander und machen die ganze Geschichte zu einem ausgewogenen, absolut lesenswerten Krimi ohne Längen oder Schwächen. Auch wenn es weder heiße Liebesszenen, schillernde Gestalten noch dramatisierte Dialoge gibt, geht das Buch weit über Oberflächlichkeit hinaus. Es ist die bodenständige Natürlichkeit der Charaktere, die den Leser anspricht und Kitty als Person hat noch so viel Potential, das es zu entdecken gibt. In Die Stunde der Hexen meistert sie einen weiteren großen Schritt in ihrer Entwicklung und ich bin schon sehr gespannt, was die weiteren Teile bringen werden.
Zum Schluss noch etwas zum Äußeren des Buchs: Anscheinend gerät es immer mehr in Mode, statt einem fest gebundenen Buch ein größeres Hardcover Format mit oder ohne Klappenbroschur zu produzieren, für das dann Preise zwischen 12 und 15 EUR verlangt werden. Diese Entwicklung finde ich einerseits gut, da ich selbst keine gebundene Bücher kaufe wegen des hohen Preises, andererseits sind 15 EUR auch schon ein Batzen Geld. Und von der Qualität kommt diese sogenannte HC Klappenbroschür natürlich nicht an ein gebundenes Buch heran. 

Fazit
Erzählerisch brillanter, paranormaler Krimi mit einer unvergleichlich sympathischen Heldin











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