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Originaltitel


Bann des Blutes
von Patricia Briggs

auf Deutsch erschienen im Juni 2008 im Heyne Verlag
414 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 7,95

ISBN: 3453524004
EAN: 9783453524002
Herausgegeben von Natalja Schmidt
Übersetzt von Regina Winter

Leseprobe

Wie die meisten Leute, die ein eigenes Geschäft haben, beginne ich schon sehr früh am Morgen mit der Arbeit und bleibe oft sehr lange auf. Wenn mich daher jemand mitten in der Nacht anruft, sollte es lieber um Leben oder Tod gehen. »Hallo, Mercy «, sagte Stefans freundliche Stimme am Telefon. »Könntest du mir wohl einen Gefallen tun.« Stefan hatte seinen Tod schon lange hinter sich, also sah ich keinen Grund, nett zu sein. »Ich bin um« – verschlafen blinzelte ich die Ziffern meines Weckers an – »drei Uhr morgens ans Telefon gegangen. « Na gut, das ist nicht alles, was ich sagte. Ich habe noch ein paar von diesen Worten hinzugefügt, die Mechaniker bei widerspenstigen Schrauben oder Lichtmaschinen benutzen, die auf ihren Zehen landen. »Ich nehme an, du brauchst noch einen zweiten Gefallen «, fuhr ich fort, »aber ich würde es vorziehen, wenn du jetzt auflegst und mich zu einem zivilisierteren Zeitpunkt wieder anrufst. « Er lachte. Vielleicht dachte er, ich mache Witze. »Man hat mir einen Auftrag erteilt, und ich glaube, deine besondere Begabung würde mir dabei eine große Hilfe sein.« Alte Geschöpfe neigen zumindest nach meiner Erfahrung dazu, sich ein bisschen vage auszudrücken, wenn sie einen um etwas bitten. Ich bin Geschäftsfrau, und ich glaube fest daran, dass es hilfreich ist, so schnell wie möglich zur Sache zu kommen. »Du brauchst um drei Uhr nachts eine Mechanikerin? « »Ich bin ein Vampir, Mercedes «, sagte er sanft. »Drei Uhr morgens ist eine gute Zeit für mich. Aber ich brauche keine Mechanikerin. Ich brauche dich. Und du bist mir einen Gefallen schuldig. « So ungern ich das zugab – das stimmte. Er hatte mir geholfen, als die Tochter des hiesigen Alpha- Werwolfs entführt worden war. Und er hatte mich gewarnt, dass er diese Schuld irgendwann eintreiben würde. Also gähnte ich, setzte mich hin und gab alle Hoffnung auf, bald wieder schlafen gehen zu können. »Na gut. Was kann ich für dich tun?« »Ich soll einem Vampir, der sich ohne Erlaubnis meiner Herrin hier aufhält, eine Nachricht überbringen «, rückte er endlich mit der Sprache raus. »Und ich brauche einen Zeugen, den er nicht bemerken wird.« Er legte auf, ohne auf meine Antwort zu warten oder mir auch nur zu sagen, wann er vorbeikommen würde. Es würde ihm nur recht geschehen, wenn ich wieder einschlief. Leise fluchend zog ich mich stattdessen an: Jeans, das T-Shirt von gestern – inklusive Senffl eck – und zwei Socken, die zusammen nur ein Loch hatten. Sobald ich mehr oder weniger bekleidet war, schlurfte ich in die Küche und goss mir ein Glas Kronsbeerensaft ein. Es war Vollmond, und mein Mitbewohner, der Werwolf, war mit dem Rudel unterwegs, also brauchte ich ihm nicht zu erklären, wieso ich mich mit Stefan treffen würde. Was ein glücklicher Umstand war.

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DämonVampireWerwolf
Urban Fantasy - Thriller/Krimi
Im zweiten Teil der Serie um die Kojoten-Gestaltwandlerin Mercedes Thompson gerät sie in einen Vampir-Mordfall. Eines Tages sucht der Vampir Stefan Mercy auf, um sie um den Gefallen zu bitten, den er sich vor einiger Zeit als Gegenleistung für seine Hilfe in Mercy’s erstem Fall versprechen hat lassen. Mercy willigt ein, ohne genau zu wissen, in welche Schwierigkeiten sie das bringen wird. Sie soll als Kojote mit Stefan einen Vampir aufsuchen, der neu in der Stadt ist. Zufällig geschehen seither brutale Morde in den Tri-Cities und Stefan soll herausfinden, ob jener neue Vampir damit etwas zu tun hat. Das Treffen endet in einer Katastrophe, da es sich bei dem Verdächtigen um einen mächtigen Zauberer-Vampir handelt, der zudem noch von einem grausamen Chaos-Dämon besessen ist. Stefan und Mercy können nichts tun, als der Littleton genannte Mörder vor ihren Augen eine Unschuldige tötet.
Beim Rat der Vampire allerdings fällt der Verdacht auf Stefan selbst, da der Killer ihm verdrehte Erinnerungen an den Mord
eingepflanzt hat. Mercy soll vor dem Rat erscheinen und die Wahrheit darstellen, da sie gegen Vampirmagie immun ist. Zusammen mit zwei Werwölfen begibt sie sich auf riskantes Territorium und versucht, Stefan zu helfen. Doch der Rat der Vampire ist skeptisch. Mittlerweile häufen sich die Todesfälle und auch die Werwölfe unter der Führung des charismatischen Adam mischen sich ein. Um zu verhindern, dass die Menschen auf die Vampire aufmerksam werden, muss der Täter schnellstmöglich gefasst werden. Zuerst hält sich Mercy aus den Ermittlungen raus, doch bald kann sie die Füße nicht mehr stillhalten. Als Littleton ihr eigenes Leben bedroht, geht Mercy los und versucht, den Schlupfwinkel des Besessenen zu finden. Bald findet sie heraus, dass jemand ganz bekanntes die Fäden in der Hand hat und Littleton wie eine Marionette steuert. Eine Marionette, die außer Kontrolle geraten ist.

Bann des Blutes steht dem ersten Teil Ruf des Mondes absolut in Nichts nach. Ich finde ihn sogar noch gelungener, da er noch mehr Spannung enthält und die Charaktere zum großen Teil schon bekannt sind, da muss nicht mehr viel vorgestellt und erklärt werden. Denn komplex ist Mercys Welt immer noch, und die vielschichtigen Beziehungen der Paranormalen Wesen untereinander und mit den Menschen werden im zweiten Teil noch diffisiler. Wunderbar ist der offene und direkte Schreibstil von Patricia Briggs, die ihren Figuren den nötigen Schwung verleiht um bis zum Schluss interessant zu bleiben. Mercy ist eine tolle Persönlichkeit mit Charakter und Elan. Sie ist fernab der hilflosen Weibchen, die angesichts eines attraktiven Mannes dahinschmelzen und ab sofort nicht mehr für sich selbst sorgen können. Mercy ist vielmehr quasi resistent gegen die meisten Verführungsversuche und lebt ihr leben, so wie ihr es passt.
Schwerpunkt liegt ganz deutlich auf der Kriminalhandlung und den dazu gehörigen Kampfszenen. Es geht blutig und brutal zu und es wird auch deutlich beschrieben. Bis zum Ende wird die Spannung für den Leser gehalten und es kommt zu einem gut inszenierten Showdown. Zum Schluss des Buches wird der kleine Liebesromanaspekt auch noch völlig offen gelassen und es ist absolut nicht klar, ob sich Mercy für den Alphawerwolf Adam entscheidet, oder für ihren verflossenen Liebhaber Samuel oder eher für keinen von beiden (das ist, was ich tippe). Für Freunde von Kim Harrison oder Kelley Armstrong ist Patricia Brigg’s Serie ein Leckerbissen, alle die eher auf Erotik und Liebesgeschichten stehen, lassen lieber die Finger davon.

Fazit

Actionreiche Urban Fantasy mit einer sympathischen und charakterstarken Heldin





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