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Weitere Titel der Serie
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Hexenzorn von T. A. Pratt auf Deutsch erschienen im Januar 2010 im Blanvalet Verlag 414 Seiten, Taschenbuchformat Preis: EUR 8,95 ISBN-13: 9783442266647 ISBN-10: 3442266645 Übersetzt von Michael Pfingstl |
Leseprobe
Marla Mason kauerte in der Gasse neben der Buchhandlung
›City
Lights‹ und warf ihre Runen. Auf dem violetten
Stück Samt, das sie vor sich
ausgebreitet hatte, lagen mehrere Gegenstände verstreut: eine
Knoblauchzehe,
eine verschrumpelte Zigarettenkippe, eins von diesen neuen
25-Cent-Stücken, die
auf jeder Seite einen Kopf haben, ein paar abgeschnittene
Fingernägel und ein
Krötenstein. Sie betrachtete das Muster eine Zeit lang
eingehend, dann seufzte
sie. »Das ist nicht gut. In dieser Gasse geht es auch nicht
besser als an den
beiden anderen Orten, an denen ich es probiert habe. Ich habe keine
Ahnung, wo
sich in dieser Stadt die Kraftlinien befinden, und ich kann das Muster
kein
bisschen interpretieren. Ich dachte, ich könnte es vielleicht
in Dreiecke
einteilen, aber dann ist es immer noch zu ungenau. Da drüben
ist jemand, der
große Kräfte zu besitzen scheint«
– sie deutete vage nach Osten –, »aber
ich weiß
nicht, ob es der ist, den wir suchen. Ich werde es nass machen
müssen.« Die
Luft roch leicht nach Urin und Kaffee, aber nicht einmal diese
vertrauten
Stadtgerüche konnten Marla beruhigen. Rondeau, Marlas
Begleiter, stand neben
ihr und schlürfte Reisnudeln aus einer Pappschüssel.
»Ich würde sagen,
Eingeweide lügen nie«, meinte er, stocherte mit
seinen Essstäbchen in den
Nudeln herum und fischte ein Stückchen Hühnerfleisch
heraus. »Was willst du
ausnehmen?« Marla wickelte die Runen in das Samttuch und
stopfte sie in ihren
Lederrucksack. Sie streckte die Arme nach oben, bis ihre Schultern
knackten,
dann seufzte sie. Sie hatte ihren Morgensport sausen lassen und dann
mehrere
Stunden zusammengekauert auf einem Inlandsflug in der Touristenklasse
verbracht,
und gegen beides begann ihr Körper nun zu protestieren.
»Wenn ich nicht so hohe
moralische Ansprüche hätte, würde ich einen
Menschen nehmen. Das ist einfach
genauer. Andererseits … das hier ist nicht meine Stadt,
also muss ich
die Leute hier auch nicht beschützen.« Das war
natürlich nur ein Witz. Wenn man
wegen irgendwelcher magischer Geschäfte jemanden umbrachte,
lud man sich eine
nicht unbeträchtliche Karmaschuld auf die Schultern.
Außerdem war es eine ziemliche
Verschwendung, es gab bessere Verwendungen für Menschen.
»Ich weiß nicht, vielleicht
eine Katze. Oder ein Huhn. Nichts zu hoch Entwickeltes. Ich bezweifle,
dass Lao
Tsung sich vor mir verstecken will.« »Warum
müssen wir überhaupt nach ihm
suchen? Warum hast du ihm nicht einfach gesagt, dass wir
kommen?« Rondeau spielte
mit den Fingern an seinem linken Ohr. »Schon mal was von
einem Telefon gehört?« |
Schund mehr geht so lesenswert schlecht als recht |
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| Urban Fantasy - Horror | |||
| Die Hexe Marla
Mason ist im Stress: ihre ärgste Konkurrentin Susan will ihr
die
Position als Herrin von Felport streitig machen indem sie einen Fluch
windet, der Marla vom Erdboden tilgen soll. Gegen diesen
mächtigen
Zauber kann Marla direkt nichts ausrichten, also fliegt sie mit ihrem
Vertrauten Rondeau nach San Francisco um den geheimnisvollen Grenzstein
zu finden. Mithilfe dieses Artefakts könnte Marla Susans
Zauber
abwenden. Leider gestaltet sich die Such von Anfang an ziemlich
schwierig: bereits der erste Magier, den Marla auf der Suche nach
Informationen aufsuchen will, gibt keinen Ton mehr von sich: er wurde
ermordet. Mit einem unguten Gefühl zieht Marla weitere
Erkundigungen ein und trifft auch das hiesige Magieroberhaupt. Als
dieser ihr Hilfe zusichert, scheint der Grenzstein in unmittelbare
Nähe gerückt. Doch ein mächtiger Unbekannter
kommt ihr
zuvor und seine Spur zieren die Leichen von San Franciscos begabtesten
Magiern. Also muss sich Marla ihm entgegenstellen bevor sie sich ihrem
eigentlichen Problem zuwenden kann... Auch wenn man von Urban Fantasy mit einer toughen Hexe in der Hauptrolle schon so einiges gelesen hat, bietet Hexenzorn temporeiche, spannende und interessante Unterhaltung mit viel Action und einer eigenwilligen Heldin. Marla Mason ist eine extrem derbere Variation aus Rachel Morgan, Kate Daniels und Dante Valentine. Sie ist maximal gewaltbereit, rücksichtslos, egozentrisch, unromantisch, zynisch, ungeduldig, arrogant und großmäulig. Mit all diesen Eigenschaften schlägt sie in ihrer Umwelt meist wie eine Bombe ein und erntet zuhauf Angst, Respekt oder Ärger. Marlas Kumpan Rondeau ist eine etwas emotionalere, weichere Figur, die oft versucht, Marlas krasse Gewaltanfälle abzubremsen oder sie mehr für die Gefühle anderer zu erwärmen, obwohl er selbst gar kein Mensch sondern ein seltsames Geisterwesen ist, das einen menschlichen Körper übernommen hat. Hexenzorn ist ein straffer, handlungsorientierter Thriller, der mit vielen beeindruckenden Kreaturen und Wendungen aufwartet. T. A. Pratts Schreibstil ist nicht ganz so flüssig zu lesen, da er oftmals komplexe Situationen beschreibt oder sich in fremdwortlastigen Ausführungen über die Zukunft und alternative Realitäten auslässt. Das erzeugt aber keine Längen oder verwirrt unnötig, sondern ist ein gelungenes Stilmittel um dem Roman einen kleinen Touch Sci-fi zu verpassen. Der Autor schafft es mühelos, undurchsichtige Charaktere zu erschaffen, die Marla beeinflussen und verwirren können. Trotzdem lebt die Story vorrangig von Marlas starkem Willen, ihrem trockenen Humor und ihrem unerschütterlichen Selbstbewusstsein. Es hat Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, denn es ist sehr kurzweilig und bisweilen auch in seiner logischen Originalität faszinierend. Wenn die "mögliche Hexe" Marla in einer Raumfalte im Kerker von Alcatraz erzählen soll, wo sich am nächsten Tag eine gewisse Person aufhält und sich dafür mit einer "Zeitschuld" bezahlen lässt, kann man schon als Außenstehender die Augen verdrehen und meinen, was T. A. Pratt sich da für ein hanebüchenes Konzept von Matrix zusammengereimt hat. Aber wenn man sich reingelesen hat, bieten solch fantasievolle Eskapaden einen Extra-Lesespaß für all diejenigen, die abwegige Gedankengänge faszinierend finden. Liebesromanleser und Fans von Romantic Fantasy werden sich bei Marla Mason eher nicht so aufgehoben fühlen, da sie von Romantik oder gar Liebe überhaupt nichts wissen will. Es gibt zwar auch sexuelle Situationen (nicht mit der Hauptfigur) in diesem Roman, aber das wird völlig neutral dargestellt. Zartbesaiteten Lesern wird auch die derbe, Schimpfwort-lastige Sprache negativ auffallen, sowie extreme Inhalte wie Kannibalismus, Vergewaltigung, BDSM, Folterung, explizite Gewaltbeschreibung und augenscheinlich unmoralisches Töten. Mit 8,95 für ca. 400 Seiten liegt das Buch preislich knapp unter der magischen 9,95 Linie, leider finde ich das Cover sehr hässlich. Warum orientiert man sich da nicht mehr am Original? Fürchtet man, dass das Buch dadurch versehentlich von potentiellen Käufern als klassische Fantasy eingestuft werden könnte? Fazit Für abgehärtete Leser und Freunde von starken Heldinnen eine super-spannende Urban Fantasy Unterhaltung. |
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Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Originalität Preis Aufmachung |
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Das Buch liegt noch ungelesen bei mir. Aber wenn ich schaue, was Du über die Heldin scheibst, werde ich es mal um nächsten Lesen raussuchen. Derbe Sprache und gewisse Themen liegen mir jetzt nicht unbedingt, aber wenn es die Handlung hergibt und nicht aus "Sensationgründen" eingebastelt wurde, kann ich damit leben. So ist eben das Leben.
Das Originalcover finde ich übrigens wesentlich schöner, wenn auch das deutsche wirklich ansehnlich geworden ist. Das Original verräte aber vielleicht etwas mehr über das (eigentliche) Genre.