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T. A. Pratt



Hexengift
von T. A. Pratt

erscheint auf Deutsch im Mai 2010 im Blanvalet Verlag
414 Seiten, Taschenbuchformat

Preis: EUR 8,95

ISBN-13: 9783442266906
ISBN-10: 3442266904

Übersetzt von Michael Pfingstl

Leseprobe

Mit quietschenden Reifen kam der Bentley auf der vereisten Zufahrt vor der düsteren Ziegelfassade des Blackwing Institute zum Stehen. Marla sprang zur Beifahrertür hinaus, der eisige Wind erfasste sofort den weiß-violetten Umhang auf ihren Schultern und zerrte daran. Mit einem Dolch in der Hand, dessen schmale Klinge bläuliche Funken sprühte und von der Energie des Lähmungszaubers, mit dem sie ihn belegt hatte, nur so knisterte, rannte sie auf den Eingang zu. Mit der anderen Hand umklammerte sie fest fünf farbige Kieselsteine, jeder davon in der Lage, einen der fünf Sinne eines Menschen außer Gefecht zu setzen. Sogar taub, blind, bewegungsunfähig und nicht mehr imstande, etwas zu riechen, zu schmecken oder auch nur zu ertasten, war Elsie Jarrow immer noch eine tödliche Bedrohung, doch mit ihren magischen Waffen hatte Marla zumindest eine Chance.
Auf der Türschwelle blieb sie plötzlich stehen. Solange sie keine Hand frei hatte, bekam sie die schwere, über und über mit Bändigungs- und Fesse- lungssymbolen bedeckte Holztür nicht auf, und den Lähmungsdolch in ihrer Rechten konnte sie sich schlecht zwischen die Zähne klemmen. Glücklicherweise tauchte gerade in diesem Moment Rondeau neben ihr auf. Er hatte sein Butterflymesser gezogen, das in einem Kampf mit Elsie Jarrow zwar ungefähr so viel nützen würde wie ein nasses Badehandtuch, aber zumindest ließ es seine feste Entschlossenheit erkennen, Marla zur Seite zu stehen. Rondeau verfügte durchaus über eine magische Waffe - er konnte fluchen, die Götter lästern in einer Sprache, die noch älter war als das sagenhafte Babylon. Diese Flüche verfügten sogar über eine beein- druckende Zerstörungskraft, doch war ihre Wirkung ebenso unvorhersehbar, und Elsie Jarrow ernährte sich von Chaos. Deshalb hatte Marla ihm gesagt, er solle gefälligst die Klappe halten. Rondeau zog mit seiner freien Hand die Tür auf, und sie spurtete hinein ...
... um im Foyer beinahe Dr. Leda Husch über den Haufen zu rennen. Ledas hübsches, klassisch geschnit- tenes Gesicht war mit Ruß verschmiert, und sie hielt eine Hand auf ihre Schulter gepresst, die anscheinend verletzt war. Aber sie stand in einem Stück vor ihnen - war kein Haufen blutleerer, über den Boden verteilter Fleischfetzen, wie Marla befürchtet hatte.
»Wir haben Jarrow unter Kontrolle«, sagte Husch. Marla kniff die Augen zusammen und suchte nach irgendwelchen verräterischen Anzei- chen in Ledas Gesicht. Husch war seit langer Zeit Direktorin des Instituts, schon seit seiner Gründung, aber das bedeutete nicht, dass sie immun gegen die Kräfte ihrer Patienten war. Doch ihre Augen waren klar, in ihrem Gesicht war nicht das kleinste Zucken zu erkennen, was bedeutete, dass sie wahrscheinlich nicht unter der Kontrolle eines Dritten stand. »Alles in Ordnung«, sagte Husch. »Ohne Federn sind beide nichts wert.« Marla entspannte sich sichtlich. Sie nahm ihren Umhang ab und hängte ihn sich über die Schulter. Zumindest brauchte sie den jetzt nicht mehr.

Urban Fantasy
Hexen sind mächtig, leicht reizbar und nachtragend. All das gilt auch für Marla Mason. Doch als eine psychisch gestörte - um nicht zu sagen: völlig wahnsinnige - Hexe nach fünfzehn Jahren im Koma aus dem staatlichen Gewahrsam entflieht, ist Marla die Einzige, die sie aufhalten kann. Es ist, als würde man Feuer mit Feuer bekämpfen. Doch Marla Mason hat noch ein ganz anderes Problem: Irgendjemand hat einen übernatürlichen Killer auf sie angesetzt - und der ist ihr bereits verdammt dicht auf den Fersen ...












































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