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Gena Showalter





Die Herren der Unterwelt - Schwarzer Kuss
von Gena Showalter

erscheint auf Deutsch im Februar 2010 as MIRA Taschenbuch im CORA Verlag, Taschenbuchformat

Preis: EUR 8,95

ISBN-10: 389941649X
ISBN-13: 978-3899416497

Leseprobe

„Also, ihr Jungs sucht nach Artefakten, hm?“ Anya schaute Lucien an.
„Tu nicht so, als wüsstest du das nicht. Schließlich hast du uns hierher geschickt.“ Er ging noch einmal in die Knie und schob einen silber glänzenden Stein beiseite, um ein paar Kiesel und eine halbe Miesmuschel darunter hervorzuholen. Er knirschte mit den Zähnen. Warum war er so ungeduldig und benahm sich wie ein Idiot? Welcher
erwachsene Krieger gab sich Sandkastenspielen hin? „Dieser Tempel ist vor Tausenden von Jahren vom Meer überschwemmt worden. Wahrscheinlich hat das Salzwasser alle Spuren der Vergangenheit fortgewaschen.“
Er merkte, dass Anya ihn ansah.
„Vielleicht ist aber noch etwas übrig geblieben.“ Er musste daran glauben, dass es so war, denn sonst wäre alles sinnlos gewesen. „Ich dachte, deine Ashlyn hat dir erzählt, dass die Büchse von der Hydra bewacht wird.“ Ihre Stimme klang gehässig. Ja, Ashlyn hatte während ihrer Reisen mit dem World Institute of Parapsychologie von der Hydra gehört. Aber warum klang Anya so verächtlich? Zuvor hatte sie Ashlyn noch geholfen, und es hatte den Anschein gehabt, sie hätte sie gemocht. Macht nichts, das ist egal.
In verschiedenen Quellen hieß es, die Hydra hätte viele Köpfe und einen alles vernichtenden giftigen Atem. Angeblich hatte Herkules sie im Sumpf von Lerna besiegt. Aber Ashlyn hatte behauptet, dass in den letzten Jahren einige Personen Hydra gesehen haben wollten. Es waren immer verschiedene Orte gewesen – in der Arktis, in Ägypten, Afrika, Schottland und sogar in den USA. Die Menschen nannten sie das Ungeheuer von Loch Ness, den Yeti oder anders. Man musste es den Sterblichen schon lassen: Sie wussten wirklich nicht, was direkt vor ihrer Nase
passierte. Auf der einen Seite wollte Lucien diesen Tempel verlassen und sofort an einem dieser Orte nach der Hydra suchen. Denn wenn er sie gefunden hatte, könnte er vielleicht auch die Büchse der Pandora finden. Vielleicht konnte er die Schatulle endlich zerstören und damit die Jäger – und schließlich auch die Götter – bremsen, die Dämonen weiter einzusperren und ihn und die anderen Lords zu töten. Aber neugierig, wie er war, blieb Lucien im Tempel. Die Titanen hatten diese heilige Stätte aus verschiedenen Gründen erbaut. Sie hatten geplant, durch diesen Ort die menschlichen Wesen dazu zu bringen, Götter wieder anzubeten und ihnen Opfergaben zu reichen. Aber es gab noch etwas anderes. Es musste noch etwas anderes geben. Warum waren die Jäger sonst so fleißig gewesen?
„Ich liebe es, auf Schatzsuche zu gehen“, sagte Anya, um wieder auf sich
aufmerksam zu machen. „Das ist so aufregend.“ „Eine wirkliche Hilfe bist du nicht gerade.“ Sie schwieg. Dann stand sie plötzlich direkt neben ihm. Ihre Haare berührten seine Arme. Er hatte vor etwa einer Stunde sein Hemd ausgezogen, als die Sonne allzu heiß auf die Erde brannte.

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Dämon
Romantic Fantasy - Erotic Fantasy
Auch nachdem Lucien durch die Göttin der Anarchie, Anya, von dem Fluch erlöst wurde jede Nacht Maddox zu töten, ist er weiterhin vom Dämon des Todes besessen und geleitet Seelen ins Himmelreich oder in die Hölle. Fieberhaft sind er und seine Mitstreiter auf der Suche nach der Büchse der Pandora um zu verhindern, dass sie in gefährliche Hände fällt. Und momentan tut sich bei den Göttern einiges: Zeus und die Griechen mussten die Herrschaft an den skrupellosen Cronus abtreten, der die Dämonenbesessenen gerne vernichtet hätte. Auch vor den menschlichen Jägern müssen sie sich in Acht nehmen.
Seit Anya Lucien zum ersten Mal sah, ist sie von dem ernsten, starken Mann mit den großflächigen Narben völlig fasziniert. Unsichtbar folgt sie ihm auf Schritt und Tritt und verzehrt sich nach ihm. Sie vergisst in seiner Gegenwart fast, dass sie in großer Gefahr ist: Cronus hat es auf sie abgesehen, nachdem Anya aus dem Gefängnis geflohen war. Sie besitzt einen magischen Schlüssel, der ihre Freiheit garantiert, und nach welchem Cronus trachtet. Also ersinnt der Gott eine miese List: als er merkt, dass Lucien an Anya Interesse zeigt, gibt er ihm die grausame Aufgabe, Anya zu töten und den Schlüssel zu stehlen. Andernfalls würde er ihn und seine Brüder hart bestrafen. Um seine Brüder zu schützen, willigt Lucien ein. Fortan sind alle seine Begegnungen mit Anya ein Feuerwerk der unterschiedlichsten Gefühle: er ist völlig fasziniert von ihr, ihrer erotischen Ausstrahlung und ihrer freimütigen Art; gleichzeitig muss er töten. Obwohl Anya von Luciens Aufgabe weiß, kann sie sich nicht von ihm fernhalten. Er kann kaum glauben, dass eine solche Schönheit wie Anya über sein hässlichen Aussehen hinwegsehen kann. Bald ist Lucien Opfer seiner Begierde für Anya ohne zu wissen, dass auch die reizende Göttin der Anarchie verflucht ist.

Wenn man bereits
den ersten Teil der Reihe gelesen hat, weiß man, dass von Gena Showalter nur Superlative und Extreme zu erwarten sind. All ihre Charaktere, die gesamte Story und die Wortwahl sind derart überdreht, konstruiert und zusammengestückelt, dass es schon wieder herrlich aufregend zu lesen ist. Wer keine anspruchsvolle Geschichte erwartet und sich gerne mit Witz und prickelnder Erotik unterhalten lässt, ist hier genau richtig. Dabei bin ich eigentlich überhaupt kein Fan dieser lockeren, ins Derbe reichenden 08/15 Stories, in denen sich der gequälte Held zähmen lässt und nebenbei die Welt gerettet wird. Gena Showalter schafft es jedoch, das alles unglaublich charmant zu verpacken und hat außerdem ein absolutes Händchen für Erotik.
Lucien ist ein typischer, düsterer Charakter, der der Frauenwelt aufgrund eines gebrochenen Herzens den Rücken kehrte. Als richtiger tortured hero hat er sich selbst Narben zugefügt um immer daran erinnert zu werden und potentielle Neueroberungen abzuschrecken. Das ist so extrem...aber genial. Dann kommt die quirlige, selbstbewusste, schrullige Göttin Anya, die von Anfang an kein Blatt vor den Mund nimmt. Selten habe ich einen Roman dieses Genre gelesen, in dem der weibliche Part so fordernd und offen dargestellt wurde. Anya lässt und lässt nicht locker und ab und zu nervt ihr Getue schon. Aber im Grunde ist sie keine schlechte Person und im Laufe der Geschichte wird sie auch ruhiger. Natürlich bildet sie einen interessanten Kontrast zum verschlossenen Lucien. Von Beginn an ist ihre Beziehung von sexueller Faszination geprägt und die Autorin lässt keine Gelegenheit aus, mit expliziten Worten zu beschreiben, welche Körperteile der beiden heiß, dick, feucht etc. werden, wenn sie sich nur in die Augen schauen. Insgesamt kocht hier die Leidenschaft auf gefühlten 1000 Grad und es ist klar, dass früher oder später hemmungslos übereinander hergefallen wird. Dabei beweist Gena Showalter aber Sinn fürs Detail und viel Fantasie. Wer auf häufige, ausgelassene Sexszenen steht, wird von Schwarzer Kuss begeistert sein.
Für was ich mich jedoch trotz aller Lockerheit nie erwärmen werde, sind Schimpfworte wie Arschloch, von denen durchaus ab und zu Gebrauch gemacht wird. Muss das sein? Einige Dialoge sind auch reine Füllpassagen, gespickt von Nichtigkeiten und Quengeleien wie im Kindergarten. 
Nebenbei wird auch noch die Haupthandlung um die Büchse der Pandora und die Jäger weitergesponnen, die sicherlich zu einem Showdown führen wird, nachdem alle Brüder ihre Gefährtinnen gefunden haben. Einen kleinen Ausblick haben wir ja bereits für Reyes, evtl. nun auch für Paris. Am allermeisten machte es mir Spaß, zu grübeln, wie die anderen Brüder, die auch allesamt von Dämonen befallen sind, ihre Partnerinnen finden werden. Paris, der mit keiner Frau zweimal schlafen kann, Reyes, der sich ständig Schmerzen zufügen muss etc.
Insgesamt ist dieses Buch wie der Vorgänger ein toller Lesespaß mit Suchtfaktor. Zum Glück müssen wir auf Teil 3 nicht ganz so lange warten.

Fazit:
Prickelnder, turbulenter zweiter Teil mit sinnlichen Höhepunkten und viel Trubel.
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