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Ilona Andrews



Land der Schatten: Magische Begegnung

von Ilona Andrews



erscheint auf Deutsch im November 2010 im Egmont Lyx Verlag
433 Seiten, Taschenbuchformat



Preis: EUR 9,95

ISBN: 3802583450
Übersetzt von Ralf Schmitz


Leseprobe



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WerwolfDämonscifi

Urban Fantasy - Romantic Fantasy

Zusammen mit ihren zwei kleinen Brüdern lebt Rose Drayton im Edge, einer Parallelwelt zwischen der Welt der Menschen (dem Broken), und dem Weird, der Welt der Magie. Nur die Bewohner des Edge können sich mehr oder weniger leicht in allen drei Welten bewegen. Doch leicht ist Rose Leben nicht: mit ihrem Job als Putzfrau im Broken verdient sie gerade genug, um sich und ihre Brüder zu ernähren und sie ist völlig auf sich allein gestellt. Jeder weiß, dass Rose über besondere Zauberkräfte verfügt, sie kann mächtige Blitze hervorrufen und ist dadurch ebenso gefürchtet wie gemieden. Andererseits macht sie diese Fähigkeit zu einer interessanten Kandidatin für solche Männer, die ihre Gene gern an Nachkommen weitergeben möchten. Und so denkt Rose sofort, als sie den gutaussehenden Ritter aus dem Weird vor ihrer Tür sieht, dass er auch nur auf ihr "Erbmaterial" aus ist. Da weiß sie noch nicht, dass Declan Camarine aus einem ganz anderen Grund ins Edge und zu Rose gekommen ist: er möchte die Bedrohung ausschalten, die von dem wahnsinnigen Casshorn ausgeht. Dieser hat sich in den Kopf gesetzt, alle Magie aus dem Edge "aufzusaugen" und hat zu diesem Zweck eine Armee von blutrünstigen Kreaturen geschaffen, die jetzt das Leben aller Bewohner bedrohen. Auch wenn Declan zuerst von Rose Starrköpfigkeit zurückgeworfen wird, ist er bald fasziniert von der schönen, mutigen Frau und nimmt sich vor, ihr Herz zu erobern.

Mein erster Eindruck und zugleich eine Frage an die Autorin: Wer sind Sie und was haben Sie mit Ilona Andrews gemacht? Bereits nach den ersten Seiten war der Stil der mir von den genialen Kate Daniels Romanen bekannten Autorin nicht mehr zu erkennen. Stirnrunzelnd habe ich die Geschichte dann aber weiterverfolgt und mit einigem Durchhaltevermögen auch zu Ende gebracht. Auf keinen Fall würde ich das Buch mit der "Stadt der Dunkelheit" Reihe vergleichen, Land der Schatten ist wesentlich seichter und langsamer. Es klingt stellenweise fast wie ein Märchen für Jugendliche und wirkt trotz einiger blutiger Szenen sehr weichgespült. Rose ist die typische, starke Heldin, die unbedingt auf ihre Unabhängigkeit pocht. Nach einem schlimmen Erlebnis in ihrer Kindheit hat sie das Vertrauen in die Männerwelt verloren. Doch da taucht ein Ritter in weißer Rüstung auf, der edle und attraktive Declan, und es gelingt ihm natürlich mühelos, Rose Herz zu erobern. Vorher muss er noch drei Prüfungen bestehen, die Rose sich für ihn ausdenkt um seine Integrität zu prüfen. Dann gibt es noch die lächerliche Bedrohung durch den irren Casshorn, die man aber kaum ernst nehmen kann.
Die Liebesgeschichte zwischen Rose und Declan ist ganz süß, sehr klischeehaft aber mit spritzigen Dialogen. Was für mich leider zu einer ziemlichen Abwertung des Buches auf nicht mehr als Durchschnitt geführt hat, waren die unzähligen Längen und Füllpassagen. Auch wenn es ein, zwei mal ganz schön ist, über die Fauna und Flora des Edge zu lesen, muss das nicht alle paar Seiten vorkommen. Und die Autorin hat die Wechsel der Erzählperspektive von Rose zu ihren Brüdern, ihrer Großmutter und diversen anderen Personen genutzt, um Inhalte zu wiederholen. Zwar aus minimal anderer Sichtweise, aber dennoch bleibt es bei der sehr linearen und überraschungsfreien Story. Alle Charaktere haben die lästige Angewohnheit, sämtliche Dinge bis zum Ende ausdiskutieren zu wollen und Pläne werden immer und immer wieder revidiert und erneut durchgesprochen. Dabei hat der Leser doch schon längst verstanden, was Sache ist. Genauso wie alle auch schon kapiert haben, dass Declan Rose erobern wird, lange lange bevor sie selbst sich das eingestehen kann.
Wenig amüsant fand ich auch die stellenweise betont "coole" Übersetzung von Redewendungen und Umgangssprache. Flapsige und kindische Ausdrücke und die simple Sprache setzen das allgemeine Niveau des Romans ziemlich herab. Zwischendurch versucht die Autorin, Erklärungsansätze für die Entstehung des Edge und Weird und ihre Strukturen zu bringen, verzettelt sich aber in historischen Ungenauigkeiten und absurden Details. Eigentlich ist es auch ziemlich unwichtig, denn auch wenn Declan aus einer magischen Welt kommt, wirkt er komplett menschlich. Auch Rose Bruder Jack, der seine Gestalt wandeln kann und George, der Tote erwecken kann, sind vom Verhalten her einfache kleine Jungs, die spielen wollen und sich nach Geborgenheit sehnen. So bleibt das Paranormale Element, das Ilona Andrews ja ansonsten perfekt beherrscht, leider sehr am Rande bzw. zu unglaubwürdig. Schade.

Fazit
Magisches Märchen mit simplen Charakteren und einer linearen Story. Ganz nett.

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