|
Weitere Titel der Serie
Originaltitel
![]() Homepage der Autorin Anne Bishop Im Vergleich... leichter, softer, langsamer
dunkler, härter, schneller |
![]() |
Die Schwarzen Juwelen: Dämmerung von Anne Bishop auf Deutsch erschienen im Oktober 2007 im Heyne Verlag 575 Seiten, Taschenbuchformat Preis EUR 8,95 ISBN: 3453530632 EAN: 9783453530638 Übersetzt von Ute Brammertz |
Leseprobe
Von Wächtern umringt, betrat der eyrische Mischling Lucivar Yaslana den Hof. Er war sich gewiss, im nächsten Moment den Befehl zu seiner Hinrichtung zu vernehmen. Es konnte keinen anderen Anlass geben, weswegen ein Sklave aus den Salzminen in diesen Hof gebracht wurde, und Zuultah, die Königin von Pruul, hatte allen Grund, seinen Tod herbeizuwünschen. Prythian, der Hohepriesterin von Askavi, war zwar immer noch daran gelegen, ihn am Leben zu erhalten, da sie weiterhin hoffte, ihn eines Tages ihren Wünschen gefügig machen zu können. Doch im Hof neben Zuultah stand nicht Prythian. Stattdessen befand sich dort Dorothea SaDiablo, die Hohepriesterin von Hayll. Lucivar breitete seine dunklen Flügel aus, bis sie ihre volle Spannweite erreicht hatten, um sie an Pruuls Wüstenluft trocknen zu lassen. Lady Zuultah warf dem Hauptmann ihrer Wache einen Blick zu, und im nächsten Moment sauste die Peitsche des Aufsehers durch die Luft und grub sich tief in Lucivars Rücken. Durch zusammengebissene Zähne stieß der gefangene Kriegerprinz ein Zischen aus, bevor er die Flügel wieder anlegte. »Jeder weitere aufrührerische Akt bringt dir fünfzig Peitschenhiebe ein«, fuhr Zuultah ihn an, bevor sie sich wieder Dorothea SaDiablo zuwandte. Was wird hier gespielt?, fragte Lucivar sich. Was hatte Dorothea aus ihrer Höhle in Hayll hervorgelockt? Und wer war der zornig wirkende Prinz mit den grünen Juwelen, der ein wenig abseits von den beiden Frauen stand und ein gefaltetes, quadratisches Stück Stoff umklammert hielt? Als Lucivar behutsam seine mentalen Fühler ausstreckte, konnte er sämtliche emotionalen Signaturen um sich her spüren. Zuultah war aufgeregt, und natürlich fehlte auch die übliche, ihrem Wesen innewohnende Boshaftigkeit nicht. Dorothea strahlte eine gewisse Dringlichkeit und Angst aus. Unter der Wut des fremden Prinzen verbargen sich Trauer und Schuldgefühle. Dorotheas Furcht fand Lucivar besonders interessant, da dieser Umstand nur eines bedeuten konnte: Daemon Sadi war noch nicht wieder aufgegriffen worden. Ein grausames, zufriedenes Lächeln umspielte Lucivars Lippen. Der Prinz mit den grünen Juwelen wurde auf der Stelle feindselig, als er den Gefangenen lächeln sah. »Wir vergeuden unsere Zeit«, sagte er scharf, indem er einen Schritt auf Lucivar zuging. Dorothea wirbelte herum. »Prinz Alexander, diese Angelegenheit muss …« Philip Alexander entfaltete das Tuch und hielt es mit ausgebreiteten Armen an zwei Ecken fest. Lucivar starrte das befleckte Laken an. So viel Blut. Zu viel Blut. Blut war der lebende Fluss – und der mentale Faden. Wenn er jenen Blutfleck mental abtastete… Etwas tief in seinem Innern verstummte und fühlte sich an, als könne es jeden Augenblick zerbrechen. Dennoch zwang er sich, dem aggressiven Blick Philip Alexanders standzuhalten. »Vor einer Woche entführte Daemon Sadi meine zwölfjährige Nichte und brachte sie zu Cassandras Altar, wo er sie vergewaltigte und bestialisch ermordete.« Philip bewegte die Handgelenke und setzte damit das Laken in wellenförmige Bewegung. Lucivar musste hart schlucken, um sich nicht zu übergeben. Langsam schüttelte er den Kopf. |
Schund mehr geht so schlecht als recht |
![]() ![]() ![]() |
||
| Erotic Fantasy | |||
| Nachdem ihre Eltern
Jaenelle in ein zwielichtes Kinderheim abgeschoben hatten, geschieht
dort das Schlimmste: die junge Jaenelle wird sexuell missbraucht und
misshandelt. Völlig zerbrochen an Körper und Geist trennt sie
die beiden und ihr Geist entschwindet in das Verzerrte Reich. Saetan
und sein Hof sind am Boden zerstört. Immer wieder versucht Saetan,
mit Hilfe der Kraft seines Schwarzen Juwels, Jaenelle zu erreichen,
doch er scheitert. Gleichzeitig leidet auch Daemon Sadi unter Jaenelles Verschwinden. Da es ihm unmöglich ist, sie zu retten, beschließt er, etwas anderes Gutes zu tun: er will seinen Halbbruder Lucifer aus dem Kerkern von Pruuhl befreien, wo dieser seit Jahren als Sklave ein elendes Dasein fristet. Doch Lucifer ist verblendet und sieht in Daemon den Schänder Jaenelles. Nach dieser schmachvollen Zurückweisung zerbricht auch Daemon und stürzt ins Verzerrte Reich. Voller Wut flieht Lucifer aus seinem Gefängnis, er kann nicht glauben, dass man Jaenelle aufgegeben hat. Doch er weiß nicht, dass es Saetan inzwischen gelungen ist, Jaenelle zu retten, und er kann sie ganz behutsam wieder an das normale Leben gewöhnen. Das Mädchen hat durch dieses Trauma viel ihrer Kindlichkeit verloren und wird zu einer mächtigen und temperamentvollen jungen Frau. Zusammen leben sie auf seinem Landsitz in Kaeleer, dem Schattenreich. Jaenelle braucht lange, um sich emotional ihm und ihren vielen Freunden zu nähern, doch nach und nach füllt sich die Burg mit Leben und Saetan sieht, wieviele unterschiedliche Lebewesen Jaenelle, Hexe, um sich geschart hat. Alle wollen sie ihr dienen und erstarren vor ihrer unglaublichen Macht. Mit dieser Macht gelingt es Jaenelle auch, Lucifer vor dem Tode zu retten und sie nimmt ihn mit zu sich und er wird ihr eifriger Beschützer. Unterdessen bedroht die eifersüchtige und gemeine Hekatah das aufstrebende Glück. Sie versucht, den Dunklen Rat zu infiltrieren um Saetan Jaenelle zu entreißen. Sie wagt es sogar, einen Krieg anzuzetteln, der Jaenelles Freunde, die sogenannten Verwandten, das sind Tiere mit Kraft des Blutes, zu vernichten. Doch Jaenelle stellt sich mit all ihrer Kraft gegen sie. Wie auch der erste Teil ist Dämmerung langwierige und recht schwere Kost. Ganz langsam und bedächtig wird der Leser an die Tatsache herangeführt, dass Jaenelle das Leben wieder lernen muss. In vielen Details ergeht sich die Autorin bei der Beschreibung der Gefühle des Höllenfürsten und wie er immer wieder vor Jaenelles Macht zurückweichen muss. Überhaupt ist der Schreibstil von emotionalen Superlativen geprägt. Sämtliche Hauptpersonen sind mit einem fast als aggressiv zu bezeichnenden Temperament ausgestattet und können sich oftmals kaum beherrschen. Da fallen gestandene Männer in Ohnmacht, verwüsten ganze Zimmer und rammen sich vor Anspannung zentimeterlange Fingernägel in die Arme. Das wirkt vor allem in der Häufigkeit oftmals etwas albern. Ich musste teilweise schmunzeln, wenn der Höllenfürst zum dritten Mal am Tage einen Schwächeanfall erleidet, weil Jaenelle ihn mit ihrem Mitternachtsblick bedacht hat - der Höllenfürst! Schwerpunkt liegt auf der minutiös ausgerollten Fantasygeschichte, die epochale Züge annimmt. Von Erotik ist hier absolut überhaupt nichts zu finden! Die auf der Rückseite des Buches abgedruckte Bewertung, die von knisternder Erotik spricht ist einfach nur falsch! In diesem Buch geht es noch nicht einmal um Liebe, geschweige denn um Erotik. Nur, weil jemand einen Ring um sein Geschlecht trägt, entspannt sich noch lange keine erotische Geschichte! Es geht auch wieder recht blutig und brutal zu im zweiten Teil. Vor allem herrscht psychische Gewalt, Unterdrückung und Geheimnistuerei. Immerhin ist Lucifer ein ziemlich ansehnlicher Charakter. Von Daemon Sadi, der ja im ersten Teil eine Hauptrolle spielte, erfahren wir hier so gut wie gar nichts. Was mich immer noch kolossal genervt hat, waren die Temperamentsausbrüche von Jaenelle, und dass sie einen ultimativen Helferkomplex hat und einen ganz grässlichen Sinn für Humor. Ständig sind alle hinter ihr her. Ok, sie ist Hexe, aber das sieht manchmal echt nach Kindergarten aus, wenn der Höllenfürst und seine mächtigen Untergebenen wie die Gänsemütter hinter einem wildgewordenen Teenager her rennen. Trotz allem aber ist das Buch irgendwie gut. Vielleicht liegt es daran, dass es so anders ist als alles andere. Man braucht aber nach wie vor Geduld und einen gewissen Sinn für langwierige Fantasy Epen. Fazit Komplexe, klassische Fantasy-Unterhaltung ganz ohne Liebesromantouch. |
|||
Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Originalität Preis Aufmachung |
|||