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Jill Kismet: Schattenjagd von Lilith Saintcrow erscheint auf Deutsch im August 2010 im Egmont Lyx Verlag 400 Seiten, Taschenbuchformat Preis: EUR 9,95 |
Leseprobe
In meiner
Branche sind Visitenkarten eher unüblich. Aber manchmal mache ich mir einen Spaß
daraus, mir die Sache auszumalen: Was würde ich denn auf meine
Visitenkarte schreiben? Jill Kismet, Exorzistin. Auf einem hübschen,
schweren Karton in Eierschalen-Weiß, in einer schönen Schrift. Nichts
Protziges, aber aussagekräftig. Vielleicht in Garamond oder Book Antiqua. Fettschrift.
Oder in einer dieser altmodischen Schriften. Elegant, aber nicht zu
verschnörkelt. Und dann brauche ich natürlich noch einen Slogan: Jill
Kismet, Beraterin in dunklen Angelegenheiten – Beseitigung von Geistern und
Dämonen. Oder wie wär’s mit dem Titel, den ein gewisser Vater MacKenzie in
der Schule allen weiblichen Wesen verpasst hatte: Babylonische Hure.
Seine Wortwahl war schon irgendwie seltsam gewesen – dieser Brimstone MacKenzie
… Lag vermutlich daran, dass er ein alter Miesepeter war. Mein persönlicher
Favorit ist der hier: Jill Kismet. Lässt sich von niemandem verarschen. Sollte
ich mir jemals Visitenkarten zulegen, dann würde wohl der das Rennen machen. –
Ich weiß, ich weiß: nicht besonders stilvoll. Aber in meinem Job kann dich
guter Stil das Leben kosten. Ich spazierte ins Monde Nuit, als gehörte mir der
Laden. Ich trug keine Absätze, aber meine Kampfstiefel hatten Stahlkappen und
Silber- schnallen. Der schwarze Trenchcoat aus Leder flatterte mir um die
Knöchel. Tja, manchmal gehört das zu meinem Job einfach dazu. Eigentlich immer.
Wenn man im Jogginganzug aufmar- schiert, wird man nicht ernst genommen. Also
lief es auf ein enges schwarzes T-Shirt und eine Lederhose raus. Der
geschliffene Rubin an meinem Hals pulsierte vor Energie. Michails Silberring an
meinem linken Mittelfinger und die Narbe über der Pulsschlagader am rechten
Handgelenk pochten und kribbelten. Beide hatten sich aufgeheizt und schlugen im
Takt der Musik, die den Beton und meinen Brustkorb erzittern ließ. Mit den
offenen Haaren und den weit aufgerissenen Augen fiel ich nicht mal groß auf –
hier, wo sich die Leute in den schwarzen Lederkutten trafen. Alle hatten die typischen
Attribute: glänzende Pupillen, Hüften wie Muscheln, Ketten, die um schmale
Taillen hingen, funkelnde Edelsteine, Haar wie aus Seide und kirschrote Lippen.
Die Verdammten sind wunderschön, ehrlich. Zumindest hier im Monde sind es alle.
Hässliche Höllenbrut kommt gar nicht erst rein, genauso wenig wie hässliche
Trader. Dafür sorgen die Türsteher. Hätte ich nicht dieses Abkommen getroffen,
hätte ich das Monde wahrscheinlich nie von innen gesehen. Es wimmelte von
Dämonen. Selbst der Jäger, der mich ausgebildet hat, ist nur im äußersten
Notfall hergekommen, und das nie bei Nacht. Unter anderen Umständen wäre ich
diesem Club nur nahegekommen, um ihn niederzubrennen. Niemand schenkte mir
Beachtung. Ich schritt geradewegs zur Bar. Riverson arbeitete heute, schenkte
Drinks aus. Auf seinen blinden Augen lag ein grauer Film. Als ich nähertrat, blickte
er hoch und schnupperte. Auf seine Art konnte er mich durchaus sehen. Es gab
nicht viel, was Riverson entging. |
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| Urban Fantasy | |||
| Die Pforten der Hölle sind geöffnet ... Als in ihrer Stadt die grausam verstümmelten Leichen einiger Frauen gefunden werden, nimmt die oberste Jägerin Jill Kismet die Ermittlungen auf. Doch auf den Spuren des Killers gerät sie selbst in größte Gefahr: Ein Unbekannter hat es auf ihr Leben abgesehen, und er ist bereit, die Pforten der Hölle zu öffnen, um Jill zu töten ... |
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Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Originalität Preis Aufmachung |
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