Zusammen mit ihrer
Freundin und Kollegin Sara führt Shiarra eine kleine Privatermittleragentur. Mit den "Others", Vampire, Werwölfen und Magiern, will sie eigentlich nichts zu tun haben. Seitdem sich ihr Exfreund vor ihren Augen durch seine Verwandlung als Werwolf geoutet hatte, meidet Shiarra mit Schrecken alles was Fell und Reißzähne hat. Eines Tages erhält sie jedoch eine Anfrage der örtlichen Zirkelmagier, den Shiarra nicht ablehnen kann. Finanziell sieht die Lage für sie ernst aus und sie ist auf jeden Cent angewiesen. Für eine stattliche Summe soll sie für die Magierin Veronica Informationen über ein mächtiges Artefakt sammeln, das sich im Besitz des Vampirmeisters Alec befinden soll. Auch wenn Shiarra panische Angst vor den "Blutsaugern" hat, lässt sie sich auf die Sache ein. Sie hat keine Ahnung, dass dieser Auftrag für sie und ihre Freunde bald lebensgefährlich sein wird...Der erste Teil
der Others Serie war durchweg ein unterhaltsames und spannendes Lesevergnügen. Bereits nach wenigen Seiten hatte mich der präzise, lockere und gewandte Schreibstil der Autorin überzeugt. Mit ausgewogenen Wechseln zwischen flotten Dialogen und interessanten Hintergrundinfos wird der Leser schnell aber gründlich in die Welt der Privatermittlerin Shiarra hineingezogen. Trotz der Ich-Erzählperspektive bleibt nicht alles an der Hauptfigur hängen und ganz besonders mag ich es, wenn der Leser direkt angesprochen wird.Schnell wird klar, dass hier ein rasantes Erzähltempo vorgelegt wird, die Ereignisse überschlagen sich streckenweise und es bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Auch wenn der Fokus auf der actionreichen Krimistory liegt, verpasst es Jess Haines nicht, sich auch mit ihren Figuren zu beschäftigen. Shiarra ist eine mutige, lebenslustige Person mit viel Potential und speziell ihr Liebesleben ist noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Ihre Erfahrungen mit den Others beschränken sich auf die gescheiterte Beziehung zu dem Werwolf Chaz, und es toll beschrieben, wie sie im Laufe der Geschichte immer mehr in die Welt der Vampire, Magier und Werwölfe hineingezogen wird. Anfangs ist sie noch voller Panik, aber nach und nach kann sie auch einsehen, dass viele ihrer Abneigungen reine Vorurteile waren. Überhaupt wandelt sie sich vom unsicheren "Mädchen" zur nahezu furchtlosen Kriegerin, was aber an keiner Stelle kitschig rüberkommt.
Absolut gelungen fand ich die Hintergrundgeschichte um das Outing der Others in der menschlichen Gesellschaft und die Hierarchien und Gepflogenheiten, welche sich die Autorin für jede Gruppe ausgedacht hat. Auch sind zum Beispiel nicht alle Vampire böse und alle Magier gut, es gibt ebenso individuelle Unterschiede wie bei den Menschen. Man sollte auch nicht gleich jede Figur in eine Schublade stecken, denn im Laufe der Story verschieben sich so einige Perspektiven und genau wie Shiarra selbst muss der Leser mitlernen, dass Schein nicht gleich Sein ist. Grundsätzlich war ich von allen Nebenfiguren, und es gibt deren viele, sehr angetan. Der geheimnisvolle und attraktive vampir Alec, der schusselige aber ehrgeizige Magier Arnold, der beschützende und großspurige Werwolf Chaz, sie alle interagieren zwanglos, spontan und lebensnah. Das Tempo der Geschichte erhöht sich ab dem letzten Drittel nochmals und es gibt ein tolles, actionreiches Finale. Auch wenn ich ganz gerne ein paar romantische Szenen lese, hat es mich nicht gestört, dass in "Sie sind unter uns" keine Liebesszenen vorkommen und eine Lovestory sehr im Hintergrund bleibt.
Insgesamt gibt es für mich fast nichts an diesem Roman auszusetzen, er verbindet eine spannende Krimihandlung mit einer Prise Humor, interessanten Charakteren und sympathischen Details. Auch wenn Shiarra in ein haarsträubendes Abenteuer gerät, ist sie dennoch immer eine bodenständige, lebensechte Person. Leider wird das unansehnliche Cover dem Inhalt des Buches nicht gerecht.











