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Jägerin der Nacht: Nightwalker

von Jocelynn Drake

Erscheinungsdatum: November 2009
Verlag: Egmont-Lyx
Ausgabe: Kartoniert mit Klappe, 416 Seiten
Preis: EUR 9,95
ISBN: 978-3802582516


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
** *** ** **

Schneller, blutiger Auftakt einer neuen Urban Fantasy Reihe für Fans von Endzeitszenarien.


Mira ist eigentlich

ganz zufrieden mit ihrer Stellung als Hüterin und Älteste der kleinen Vampirgruppe in Savannah, USA. Mit ihren 600 Jahren und der Begabung, das Feuer zu kontrollieren, hat sie genügend Erfahrung und Kampfkraft um dort Streitigkeiten zu schlichten und ein ruhiges Leben zu führen. Doch die Ruhe ist vorbei, als sie auf den Vampirjäger Danaus trifft. Schon immer versuchten die Menschen den Nachtwandlern zuleibe zu rücken, doch mit Danaus haben sie einen besonders starken Kämpfer rekrutiert. Mira kann nicht genau feststellen, was oder wer er tatsächlich ist, er scheint ein uraltes Wesen mit besonderen Kräften zu sein. Doch Danaus will Mira nicht töten, vielmehr sucht er sie auf, um ihre Hilfe im Krieg gegen die Naturi zu erbitten. Als Mira das Wort Naturi hört, erinnert sie sich mit Schrecken an die Zeit vor Jahrunderten, als der letzte Krieg der Nachtwandler gegen die Naturi stattfand. Es gelang damals, das Tor zwischen den Welten zu schließen und die Naturi zu verbannen. Als ihre Gefangene hatte Mira unvorstellbare Folter und Qualen erlitten, ihre Angst vor diesen Feenwesen sitzt tief. Doch um ihre Art zu schützen bleibt ihr nichts anderes übrig als zu handeln. Zusammen mit Danaus macht sie sich auf die Suche nach den Ältesten der Vampire, die entscheiden sollen, wie vorgegangen werden soll.

Vielschichtig, düster und actionreich,

das ist die Welt von Mira der Feuermacherin. Nighwalker ist ein ganz klassischer Dark Urban Fantasy Roman, vergleichbar mit Ilona Andrews Stadt der Finsternis und Dante Valentine von Lilith Saintcrow. Da ich das Konzept "kampfstarke, unabhängige Frau stellt sich ihrem Schicksal und einem großen Krieg entgegen" sehr mag, hat mir auch Jocelynn Drake's Erstlingswerk ziemlich gut gefallen. Mira ist eine interessante Person mit vielen ungelüfteten Geheimnissen. Teils hat sie auch selbst Lücken in ihrer Selbstkenntnis. Trotz Ich-Erzählperspektive kommt durch die vielen Schichten in Miras Persönlichkeit keine Langeweile auf und man verfolgt gespannt, wie sie durch die Geschichte gejagt wird. Auch Danaus bietet noch so einiges an Entwicklungspotential und man darf gespannt sein, ob er und Mira sich am Ende tatsächlich gegenseitig umbringen oder doch andere Dinge tun...

Ähnlich wie bei Ilona Andrews hat Jocelynn Drake hier eine etwas individuellere paranormale Welt geschaffen mit eigenen Begriffen wie Nachtwandler und Naturi, gefolgt von diversen komplexen Hierarchien, geschichtlichen Hintergründen und Abstechern in wissenschaftliches Gebiet. Was überraschend und auch positiv ist, ist die Horizonterweiterung über die USA hinaus. Meistens existiert der Rest der Welt ja gar nicht.. Hier kommt Mira ziemlich herum, reist nach Ägypten und England.

Insgesamt ist Nightwalker solide aufgemacht, bietet einiges an Spannung und viel - teils sehr blutige und brutale - Action. Einen Liebesroman hat man hier auf keinen Fall vor sich. Trotz allem reicht es nicht ganz, um an die Spitzenreiter des Genres ranzureichen. Ab und zu war mir die Erzählweise etwas zu nüchtern, zu emotionslos. Alle Handelnden sind sehr mächtig und ständig werden die Kräfte gemessen. Niemand vertraut niemandem, alle sind Feinde. Es kommt keine Minute Ruhe auf um sich mal zu unterhalten. Einerseits treibt das die Handlung voran, andererseits bleiben die Figuren so kalt und distanziert. Miras Umgang mit den Menschen, insbesondere mit ihren zwei "Engeln" hat mir überhaupt nicht gefallen, und sie hat eine sehr überhebliche, zickige Seite. Danaus ist ganz interessant, aber in seiner überquellenden Mächtigkeit fast schon göttlich und sehr sehr unnahbar. Das Szenario wirkt sehr clean, sehr aufgeräumt und einem strikten Muster folgend.

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Jägerin der Nacht Serie

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Leseprobe

Was meint ihr dazu:

» neuer Eintrag

Sebastian, 06. März 2012, 14:58

Der Einschätzung "solide" würde ich mich auch anschliessen.
Allerdings fand ich die vielen Kämpfe eher etwas ermüdend. Der Spannung abträglich ist es, dass Mira und Danaus den meisten ihrer Gegner so überlegen sind.
Der ganze Weltentwurf kommt mir im Vergleich zu anderen UF-Vertretern etwas zu kurz und dadurch in Teilen nicht so ganz nachvollziehbar vor.
Auch Mira wirkte für mich nicht wie ein über 600 Jahre altes Wesen mit entsprechender Lebenserfahrung.
In der Mira/Danaus-"Beziehung" fehlt mir auch der Pfeffer. Sie haben zwar Respekt voreinander, der sicher noch zur Liebe führen wird, aber da bevorzuge ich doch solche Beziehungen wie Kat/Bones, wo die Hassliebe sich unterhaltsam entwickeln kann.
Nun ja, das waren mal die gesammelten Negativpunkte. Trotzdem recht flüssig zu lesen und Teil 2 kriegt von mir auch eine Chance.

Boo, 27. Januar 2012, 22:02

Solide trifft es ganz gut. Nightwalker ist vielleicht kein überragendes Meisterwerk, aber trotzdem gut zu lesen und hat, hauptsächlich auch wegen der Hintergrundgeschichte, meine Neugier auf die folgenden Teile geweckt. Und wer Wert auf Spannung und Action legt, wird sicher gut bedient. Einziger Wermutstropfen ist für mich Mira, die ich zunächst noch recht interessant fand, zum Ende aber, wegen ihrer für mich seltsamen Moralvorstellungen, erheblich in meiner Achtung gesunken ist. So macht sie u.a. zwar einen (ohne zu übertreiben) riesigen Aufriss, als sie nach eigenen Aussagen nicht nur Körper tötet (womit sie keinerlei Problem hat), sondern auch die dazugehörigen Seelen (was für sie ein großes Problem ist), scheint aber andererseits keine schlaflosen Nächte darüber zu bekommen, dass das was zu Lebzeiten passiert bzw. die Art des Todes einer Seele nicht unerheblichen Schaden zuführen könnte. Im letzten Kapitel ist sie mir deswegen extrem unsympathisch geworden. Weniger wegen dem was sie tut (denn Wahlmöglichkeiten gab’s da nicht wirklich), sondern mehr wie sie damit umgeht. Das verleiht ihr in meinen Augen nämlich etwas Heuchlerisches. Tja, und das ist dann mein Grund, warum ich das Buch "nur" als solide betrachte. Da fand ich Mira letztendlich einfach zu frustrierend, was mich aber vorerst nicht vom Weiterverfolgen der Serie abhalten wird.