Nachdem sich Zarek
bei seinem Mardi Gras Einsatz in New Orleans (Handlung aus Im Herzen
der Nacht) daneben benommen hatte, schickt ihn Artemis zurück
in
sein Exil nach Alaska. Nur durch Archerons Opfer, zwei Wochen bei
Artemis zu bleiben, konnte Zareks unmittelbarer Tod verhindert werden.
Doch der Ex-Sklave weiß, dass ihm der Tod bevorsteht. Er
steht
der ganzen Gefahr recht emotionslos gegenüber, ist er doch
sein
ganzes Leben hindurch wie ein Tier behandelt und geschlagen worden.
Gefühle und andere menschliche Regungen kennt er nicht, sein
Hang
zur Gewalt ist größer als bei allen anderen Dark
Huntern.
Doch durch Archerons Einfluss erhält er eine letzte Chance:
die
Richterin und Nymphe Astrid soll ihn prüfen und feststellen,
ob er
tatsächlich zum Tode verurteilt werden soll.
Als Zarek die - auf der Erde - blinde Astrid zum ersten Mal sieht,
fühlt er sich unerklärlicherweise von ihr angezogen.
Sie lebt
zurückgezogen in einer Hütte zusammen mit ihrem Wolf
Sasha,
der in Wirklichkeit ein mächtiger Gestaltwandler ist. Astrid
versucht, Zareks Vertrauen zu gewinnen um ihn genau prüfen zu
können. Doch der Dark Hunter bleibt unwirsch und abweisend. In
vielen Situationen, in denen er auszurasten scheint, fragt sich Astrid,
ob sie ihn gleich verdammen soll. Sie wählt dann den Weg
über
seine Träume, um an ihn heranzukommen. Mittels einer Droge
versetzt sie ihn in Schlaf und erschafft eine Traumwelt, in der nur sie
und Zarek existieren, keine grausame Vergangenheit. Hier im Traum wagt
es Zarek, Astrid zu begehren und ihr näher zu kommen. Doch in
der
Wirklichkeit werden sie vom unbarmherzigen Tagestöter Thanatos
verfolgt, der Zarek um jeden Preis vernichten will. Nur Archeron kann
Thanatos aufhalten. Natürlich kann Astrid nicht lange ihre
wahre
Existenz vor Zarek geheim halten. Und dieser ist hin und hergerissen
zwischen seinem zerstörerischen Hang und der Zuneigung zu der
sanften Nymphe.
Trotz
einiger Schwächen
ist Prinz der Nacht deutlich das beste Buch der Serie bisher. Das liegt
vor allem daran, dass Zarek ein sehr ernster und tragischer Charakter
ist, und die Geschichte dadurch kaum ins Lächerliche
abrutscht.
Vor allem in der ersten Hälfte des Buches wird der Leser
permanent
mit den teils sehr grausamen Qualen konfrontiert, die Zarek erleiden
musste. Da bleibt wenig Platz für saloppe Sprüche und
Witzeleien. So gefällt mir Sherrilyn Kenyon richtig gut und
ich
fand die Zusammenkunft Zarek - Astrid sehr gelungen. Nervige Sidekicks
wie der Gestaltwandler Sasha und diese ganze Artemis - Archeron
Geschichte kann man zum Glück weitestgehend ignorieren, da
sich
die Story zu Beginn fast nur auf die beiden Hauptcharaktere
konzentriert. Hier entwickelt sich auch alles ganz schön und
der
gequälte Held lernt, Vertrauen zu einer Frau aufzubauen. Die
Sexszenen sind allesamt gelungen und alle Liebesromanfans, die auf
Klischees (starker, verschlossener, dominanter Mann - sanfte, sensible,
devote Frau) stehen, werden genügend bedient. Nur leider haben
wir
mit diesem Plot bloß erst 200 Seiten gefüllt und wie
von der
Autorin gewohnt, soll noch einiges an Action kommen. Also wird ein
wenig der Kampf zwischen Thanatos und den Dark Huntern und die kranke
Beziehung zwischen Archeron und Artemis beleuchtet. Diese Teile des
Buches sind meiner Meinung nach störend und nervig. Die kleine
Dämonin Simi, die in Archerons Körper wohnt, ist wohl
reiner
Seitenfüller mit ihrem sinnlosen Geschwätz.
Es ist etwas schade, dass Sherrilyn Kenyon den Erzählstil
nicht
ganz durchhalten kann, nichtsdestotrotz ist das Buch im Vergleich zu
den Vorgängern wesentlich besser und ausgereifter. Wenn man
über die partiell unerhört schlechte
Übersetzung aus dem
Amerikanischen hinwegsehen kann und sich nicht an dem grauenhaften
Wechsel zwischen Jugendslang und mittelalterlicher Sprechweise
stört, kann man mit den Dark Hunter Romanen viel
Spaß haben.
Für alle, die Black Dagger lieben, ist und bleibt das aber nur
ein
seichter Abklatsch (irgendwie hat mich Zarek and Zsadist erinnert...)
Zuletzt bleibt noch zu sagen, dass sowohl das Buchcover als auch der
deutsche Titel absolut irreführend und abwertend wirken.
Fazit
Bisher bestes Buch der Serie mit einem tollen, gequälten
Helden und ein bisschen mehr Tiefgang.
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