Eines Tages findet sich
Amanda gefesselt in einem dunklen Kerker wieder, angekettet an einen
attraktiven Mann, den sie noch nie gesehen hat. Dieser Mann ist Kyrian,
ein Dark Hunter. Er gehört zu den von der Göttin
Artemis
erschaffenen, unsterblichen Kriegern, die die Welt vor dem Appoliten
und Daimons, den bösartigen Vampiren, beschützen
sollen. Die
Dark Hunter sind selbst eine Mischung aus Halbgöttern und
Vampiren, können aber den Menschen nichts antun.
Es stellt sich heraus, dass der Entführer, der
mächtige und
böse Desiderius, Amanda aus Versehen entführt hat,
eigentlich
wollte er ihre hexerisch begabte Schwester Selena erwischen. Nun da
Amanda aber in die Ereignisse verwickelt ist und den umwerfenden Kyrian
kennen gelernt hat, kann sie sich nicht mehr raushalten. Sie gibt ihr
"langweiliges" normales Leben auf und versucht, Kyrian im Kampf gegen
das Böse zu helfen. Dabei kommen sich die beiden
näher,
obwohl sich Kyrian geschworen hat, sein Herz an keine Frau mehr zu
verlieren, seit er damals aufs Übelste betrogen und verraten
wurde. Als er sich doch bald seine Liebe zu Amanda eingestehen muss,
gibt es ein weiteres Problem: Er hat seine Seele auf immer Artemis
verschrieben und ist nicht frei für ein Leben mit Amanda...
Obwohl
die Autorin
hier im gleichen Stil schreibt wie im ersten Band Magie der Sehnsucht,
ist Nächtliche Versuchung etwas erträglicher. Es wird
nicht
ganz so dick aufgetragen und Amanda ist wesentlich sympathischer als
Grace. Kyrian ist auch ein wenig düsterer,
gefährlicher und
realistischer angelegt als Julian, der eine unfassbare Lichtgestalt
ohne Ecken und Kanten zu sein scheint. Trotzdem kommt hier wieder
ständig dieser flapsige Ton raus und dieser seltsame Humor,
den
keiner braucht. Auch wenn die Situation lebensbedrohlich ist, meinen
immer alle, noch Witze reißen zu müssen. Wo gibt es
denn
sowas? Angenehm dagegen ist, dass jetzt endlich mal etwas von den Dark
Hunter erzählt wird, worauf man im ersten Band vergeblich
wartet.
Die Riege der Götter und Antigötter wird
ständig
erweitert und alles sind etwas schräge Gestalten mit
gestörter Selbstwahrnehmung. In krassem Gegensatz zu diesem
lockeren Gefasel stehen dann seltene, sehr sehr ernste und fast
tragische Momente, wenn Kyrians üble Vergangenheit beleuchtet
wird. Ich verstehe da absolut nicht, wie die Autorin das
begründen
will: soll das Sympathien schaffen oder auf die
Tränendrüse
drücken? Jedenfalls arbeitet alles auf das gewohnte Ende hin
und
es wird wenigstens noch leidlich spannend, wenn Kyrian die
berühmt
berüchtigte Prüfung ablegen muss um seine Seele
wieder zu
erhalten.
Fazit
Seichte Unterhaltung mit netten Momenten.
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