Die junge Sexualtherapeutin
Grace ist frustriert: ihr Freund hat sie sexuell misshandelt und
betrogen. Einsam und verlassen sehnt sie sich nach einer neuen,
ehrlichen Beziehung. Ablenkung findet sie nur bei ihrer lustigen und
aufgeweckten Freundin Selena, die einen Hang zur Esoterik hat. Selena
beschließt eines Tages, der Enthaltsamkeit Grace's ein Ende
zu
setzen und gibt ihr ein besonderes, verzaubertes Buch. In diesem Buch
soll ein Liebessklave eingeschlossen sein, der, wenn man ihn ruft,
einen Monat zur vollen Verfügung steht. Zuerst glaubt Grace
nicht
daran und ruft dreimal Julians Namen. Als er dann wirklich erscheint,
ist die Überraschung grenzenlos.
Julian ist der Sohn der Göttin Aphrodite und eines Spartaners.
Doch er fiel in Ungnade und wurde vom Olymp verbannt. Seither tat er
das, was er am besten kann: Kriege führen. Eines Tages jedoch
wird
er durch eine böse List seines Feindes in dieses Buch verbannt
und
nur die Liebe einer Frau kann ihn retten. Julian ist es bereits
gewöhnt, dass die Frauen ihn aus dem Buch rufen um sich einen
Monat mit ihm zu vergnügen. Ziemlich lustlos hält er
Grace
auch für solch eine Frau und ist sehr erstaunt, dass sie gar
nicht
mit ihm schlafen will. Trotzdem kommt es zu einer Annäherung
der
beiden und bald haben sie sich ineinander verliebt. Doch keiner traut
sich, die Wahrheit zu sagen. Dann kommt eines Tages Julians Halbbruder
Eros zu Hilfe indem er Grace verrät, wie sie den Fluch brechen
kann. Erst am letzten Tag des Monats soll Julian mit ihr schlafen und
dann sei er frei. Julian kann es nicht fassen, eigentlich will er Grace
gar nicht verlassen, doch was soll er tun, wenn sie auch ins Zentrum
des Zorns der Götter gerät?
Bereits
nach den ersten
paar Seiten merkt man, dass man dieses Buch nicht allzu ernst nehmen
sollte. Eine sexuell frustrierte Sexualtherapeutin! Das sagt schon
alles. Der Schreibstil der Autorin ist locker, direkt und ziemlicher
Gossenjargon. Ab und zu ist das so salopp, dass man ziemlich baff ist.
Vor allem der Umgangston völlig fremder Charakter
untereinander
ist meiner Ansicht nach von Anfang an ziemlich respektlos. Dieser
Aspekt macht die gesamte Handlung des Buches mehr oder weniger
unglaubwürdig bis lachhaft. Schwerpunkt liegt deutlich auf der
Annäherung Julian - Grace, und deren Unterhaltungen werden
lustig
ausgeschmückt. Es kommen viele viele Personen aus der
griechischen
Mythologie vor und alle verhalten sich wie durchgedrehte Teenager aus
dem 21. Jahrhundert. Sehr gewöhnungsbedürftig.
Man weiß natürlich von der ersten Seite an, wie die
Geschichte endet, aber der Weg dahin interessiert ja. Leider
läuft
das relativ spannungsfrei ab und die Dialoge plätschern so vor
sich hin. Die Liebesszenen finde ich persönlich nicht sehr
prickelnd, Grace und Julian werden aufgrund all der selbst auferlegten
Probleme nicht warm miteinander und die ganze Geschichte läuft
irgendwie nicht rund. Als ob die Autorin sich erst während dem
Schreiben überlegt hätte, wie es weitergehen soll.
Alles in
allem ist Magie der Sehnsucht ein seichtes und kitschiges Buch mit
einer hanebüchenen Story, die so was von überhaupt
keinen
geschichtlichen Hintergrund hat. Die Charaktere sind historisch
entfremdet und künstlich aufgepeppt. Ohne Sinn und Zweck
werden
Epochen vermischt und Leute aufeinander losgelassen, die dann in einem
schrägen Universum irgendwelche Kämpfe austragen oder
Aufgaben lösen. Für Leser, die Wert auf das kleinste
bisschen
Anspruch legen, ist dieses Buch bereits nicht mehr zu empfehlen. Selbst
mit 2,0 Promille würde jeder noch kapieren, was da vor sich
geht.
Mehr als eine billige Nachmittagsunterhaltung ist das nicht.
Fazit
Kitschiger Fantasy-Liebesroman mit null Tiefgang.
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