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Originaltitel


Im Herzen der Nacht
von Sherrilyn Kenyon

auf Deutsch erschienen im April 2008 im Blanvalet Verlag
490 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 7,00

ISBN: 3442366887
EAN: 9783442366880
Übersetzt von Eva Malsch

Leseprobe

Immer höher schlugen die Flammen aus dem Dorf empor. Wie gleißende Schlangenzungen leckten sie am samtschwarzen Himmel. Durch das neblige Dunkel wehten Rauchschwaden, die nach Tod und Rache rochen. Dieser Anblick müsste Talon erfreuen. Doch so war es nicht. Nie wieder würde er Freude empfinden. Der bittere Schmerz, der in ihm aufstieg, lastete beklemmend auf seiner Seele und schwächte ihn. Welch ein unerträgliches Leid! Bei diesem Gedanken musste er beinahe lachen ... oder fluchen.
Aye, er verfluchte die überwältigende Qual. Alle Menschen, die ihm auf dieser Welt etwas bedeuteten, hatte er verloren, einen nach dem anderen. Mit sieben Jahren war er ein Waisenkind geworden, für seine jüngere Schwester verantwortlich. Unfähig, die kleine Ceara und sich selbst zu versorgen, wusste er nicht, wohin er sich wenden sollte. Schließlich kehrte er zu dem Clan zurück, den seine Mutter einst befehligt hatte.
Noch vor seiner Geburt hatte dieser Clan seine Eltern verbannt. Sein Onkel Idiag war erst vor wenigen Monaten zum König gekrönt worden, als Talon sich einen Weg in die große Halle bahnte. Nur widerstrebend nahm der Herrscher die beiden Kinder auf. Doch der Clan akzeptierte sie nicht.
Erst als Talon die Leute dazu zwang. Mochten sie seine Herkunft auch missachten, seine Fechtkunst und sein Temperament rangen ihnen einen gewissen Respekt ab. Sie fürchteten, er würde jeden töten, der ihn beleidigte. Nachdem er zum Mann herangewachsen war, wagte niemand, seine Herkunft zu verspotten und das Andenken oder die Ehre seiner Mutter zu beschmutzen.
Erstaunlich schnell stieg er in der Kriegerhierarchie empor und lernte alles, was er über Waffen, Kampfhandlungen und die Befehlsgewalt wissen musste. Letzten Endes wurde er einstimmig zu Idiags Nachfolger gewählt, und zwar von den Menschen, die ihn einst verhöhnt hatten.
Als designierter Erbe stand Talon an der Seite seines Onkels und schützte ihn, bis sie von einem feindlichen Hinterhalt überrascht wurden. Selbst verwundet und zutiefst verzweifelt, hielt Talon den sterbenden König im Arm. "Beschütze meine Gemahlin und Ceara, mein Junge", flüsterte Idiag vor seinem letzten Atemzug, "damit ich nicht bereuen muss, dass ich dich aufnahm."
Talon versprach, diesen Wunsch zu erfüllen. Wenige Monate später wurde seine Tante von den Feinden vergewaltigt, ermordet und die geschändete Leiche wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen. Ein knappes Jahr danach presste er seine vergötterte Frau Nynia an seine Brust. Auch sie hauchte ihr Leben aus, ließ ihn allein, beraubte ihn ihrer Liebe, ihrer Zärtlichkeit. Sie war seine Welt gewesen, sein Herz, seine Seele. Ohne sie sah er keinen Sinn mehr in seinem Dasein. Ein gebrochener Mann, legte er den tot geborenen Sohn in ihre leblosen Arme und begrub die beiden am Ufer des Lochs, wo er in seiner Kindheit mit Nynia gespielt hatte.
Dann tat er, was seine Mutter und sein Onkel ihn gelehrt hatten. Er war am Leben geblieben, um den Clan zu befehligen.
So gut er es vermochte bezwang er seine Trauer und dachte nur noch an das Wohl des Clans. Zahllose Wunden erduldete er und vergoss genug Blut, um ein tosendes Meer zu füllen. 


  Schund     mehr        geht so    
                   schlecht
                   als recht
EngelVampireDämon
Romantic Fantasy
Zur Zeit des Mardi-Gras ist in der belebten Stadt New Orleans Ausnahmezustand. Da die Daimons dann besonders zahlreich auftreten, hat Archeron, der Anführer der Dark Hunter in New Orleans, sämtliche Krieger dort zusammengezogen. Unter anderem auch den bewährten Kämpfer Talon. Eines Abends kann Talon zufällig eine junge Frau vor einem Angriff der Daimons beschützen, wird aber von einem großen Zugwagen angefahren und verletzt. Sunshine will ihren Retter nicht auf der Straße liegenlassen und nimmt in mit in ihre Wohnung. Als Talon wieder zu sich kommt, findet er sich in der chaotischen Welt von Sunshine wieder, die furchtbar zerstreut und sehr öko-mäßig drauf ist. Mit ihrer erfrischenden und offenen Art fasziniert sie den schweigsamen und ernsten Dark Hunter vom ersten Moment an. Er kann ihr nicht widerstehen und es kommt zu ersten Annäherungsversuchen. Doch wer er wirklich ist, das kann Talon ihr nicht eröffnen, zu groß ist die Gefahr, dass Sunshine dadurch in Gefahr gerät. Talon leidet nämlich immer noch an einem Fluch des Halbgottes Camulus, der ihn vor 1500 Jahren dazu verdammte, dass alle seine geliebten Menschen sterben werden. Talon leidet immer noch unter dem Tod seiner verehrten Frau Nynia und seiner Schwester Ceara, die ihm stets als Geist zur Seite steht. Talon will den Kontakt zu Sunshine abbrechen, doch als sie zum Ziel der Daimons wird, muss er sie beschützen und nimmt sie mit in sein einsames Quartier. Bald muss er sich eingestehen, dass er mehr für sie empfindet, als er zulassen kann und überdies scheint Sunshine die Reinkarnation von Nynia zu sein.
Doch um mit Sunshine zusammen sein zu können, muss Talon seine Seele von der Göttin Artemis zurückbekommen und auch seinen Erzfeind Camulus besiegen. Dies scheint ihm unmöglich, doch Sunshine will ihre Liebe nicht aufgeben.

Ich hatte das Buch jetzt fast ein Jahr bei mir im Regal stehen, weil ich mich nicht durchringen konnte, es in die Hand zu nehmen - zu schlecht waren die beiden Vorgänger. Aber ich wurde positiv überrascht. Im Herzen der Nacht ist ein unterhaltsames und recht spannendes Buch, das wesentlich weniger "Klamauk" enthält als erwartet. Es gibt zwar immer noch genug "Freaks", und Sunshines Eigenarten sind ziemlich lächerlich, doch der gesamte Erzählton ist ernster geworden. Flapsige Dialoge, sinnlose Selbstdarstellungen und die Übermasse an überflüssigen Charakteren aus der Götter- und Mythenwelt sind zu einem erträglichen Maß geschrumpft. Talon hat mir sogar richtig gut gefallen, und die Liebesszenen waren sehr schön dargestellt. Dieses Mal wird auch näher auf den interessanten Charakter Archeron eingegangen und auch Zarek scheint eine eigenen Geschichte wert zu sein. Leider kommt der ganze Vampir-Aspekt (die Dark Hunter haben ja immerhin Fangzähne) immer noch nicht richtig zur Geltung und Sunshine hat auch ganz fix akzeptiert, dass Talon irgendwie nicht von dieser Welt ist. Nach langem Klimbim und Tralala kommt dann das Ende nach fast 500 Seiten wieder einmal schlagartig und wendet das absolute Chaos in unsterbliche Liebe. Schön, wenn man sich so auf das Happy-End verlassen kann, aber unglaubwürdig ist das schon. Nicht, dass es wesentlich glaubwürdiger wäre, dass der Liebesgott Eros auf dem Mardi Gras Umzug in einer überdimensionalen Windel und stockbetrunken irgendwelchen anderen Göttern imponieren will! Solche Szenen verleiden mir doch immer wieder etwas den Lesespaß an Sherrilyn Kenyons Dark Hunter-Reihe, und ich hoffe nur, dass sich die ernstere Tendenz weiter verstärkt.

Fazit
Besser als die beiden Vorgänger, erfrischend und mit einem sexy Helden.












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