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Originaltitel


Herrin der Finsternis
von Sherrilyn Kenyon

auf Deutsch erschienen im Januar 2010 im Blanvalet Verlag
450 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 8,95 Preiserhöhung 1,95 !!!

ISBN: 3442372291
EAN: 9783442372294
Übersetzt von Eva Malsch


Leseprobe

Begleite mich, Reisender, aus der Gegenwart in eine Zeit, die von Geheimnissen umwölkt war, zu einer alten Legende, die fast vergessen wurde. Oder zumindest verzerrt. Davon spüren wir in unserer fortschrittlichen Welt noch einige Reste. Welcher Sterbliche fürchtet heutzutage nicht die seltsamen Geräusche der Nacht, das Licht des Vollmonds, den Schrei eines Habichts? Wer blickt nicht vorsichtig in dunkle Gassen? Menschliche Raubtiere erschrecken uns nicht, aber etwas anderes. Etwas Finsteres. Gefährliches. Etwas, das noch tödlicher wirkt als unsere menschlichen Gegner. Solche Ängste kannte die Menschheit nicht immer. In ferner Vergangenheit gab es eine Zeit, da waren die Menschen einfach Menschen und die Tiere einfach Tiere. Bis zu den Tagen der Allagi. Man sagt, die Geburt der Were Hunter sei mit den besten Absichten erfolgt, so wie die Entstehung alles Bösen. König Lycaon von Arkadien ahnte bei seiner Hochzeit nicht, dass seine geliebte Königin kein Mensch war. Dieses dunkle Geheimnis behielt sie für sich. Sie entstammte der verfluchten Apollitenrasse und war dazu verdammt, in der Blüte ihrer Jugend zu sterben – mit siebenundzwanzig Jahren genau gesagt. An ihrem letzten Geburtstag beobachtete Lycaon, wie seine Liebste innerhalb weniger Stunden alterte und eines grausigen Todes starb. Da erkannte er, dass auch die beiden Söhne, die sie ihm geschenkt hatte, ihr in ein frühes Grab folgen würden. In tiefster Verzweiflung suchte er seine Priester auf, die ihm erklärten, er könne nichts unternehmen. Dieses Schicksal lasse sich nicht verhindern. Mit solchen weisen Prophezeiungen fand er sich nicht ab. Er war ein Zauberer, und er entschied, niemand dürfte ihm seine Söhne rauben. Nicht einmal die Schicksalsgöttinnen. Also begann er, mit seiner Magie zu experimentieren, und versuchte, das Leben des Volkes, dem seine Gemahlin angehört hatte, zu verlängern. Er nahm einige dieser Geschöpfe gefangen und kreuzte ihre Gene mit Tieren, die für ihre Kraft bekannt waren – mit Bären, Panthern, Leoparden, Habichten, Löwen, Tigern, Schakalen, Wölfen, sogar mit Drachen. Jahrelang vervollkommnete er seine neu kreierte Rasse, bis er glaubte, er hätte das Heilmittel für seine Söhne gefunden. Er mischte ihre Gene mit den Essenzen eines Wolfes und eines Drachen, der beiden stärksten Tiere, die er bei seinen Experimenten entdeckt hatte. Durch ihre neuen Kräfte waren sie allen Menschen überlegen, auch seiner eigenen Macht. Letzten Endes erreichte er, was er nicht geplant hatte. Seine Söhne lebten nicht nur länger als seine Frau, sondern länger als jede bekannte Spezies. Dank magischer Fähigkeiten und animalischer Kräfte überdauerten sie die Lebensspanne der Menschen um das Zehn- bis Zwölffache.


  Schund     mehr        geht so    
                   schlecht
                   als recht


EngelVampireDämon
Romantic Fantasy
In New Orleans führt Bride McTierney ein kleines Modegeschäft und ansonsten ein relativ normales Leben. Momentan leidet sie unter der Trennung von ihrem Exfreund, der sie aufgrund ihrer äußerlichen Defizite verlassen hat, genauer gesagt, er findet sie zu dick. Auch Bride selbst fühlt sich nicht so wohl in ihrer Haut und ist umso mehr verwundert, als eines Tages der unglaublich attraktive Vane in ihren Laden kommt und ihr schöne Augen macht.
Seitdem Vane Bride zum ersten Mal begegnet ist, hat ihn ihre Schönheit nicht mehr losgelassen und er spürt eine magische Anziehungskraft. Doch sie ist ein Mensch und er halb Wolf. Jedoch gehört er weder dem Gestaltwandler Volk der Katagari, die in tierischer Gestalt leben, noch dem der in Menschengestalt lebenden Arkadier an. Von seinen Eltern gehasst und verfolgt, war er mit seinem Bruder Fang geflohen und ständig harten Kämpfen ausgesetzt. Tief getroffen vom Tod ihrer Schwester Anya, war Vanes Leben von Angst und Hass geprägt. Nun lernt er Bride kennen und ist fasziniert von ihrer sanften, weiblichen Art und ihrer Leidenschaftlichkeit. Zusammen verbringen sie eine Nacht voller Ekstase. Am liebsten würde sich Vane niemals wieder von ihr trennen, doch kann sie seine wahre Existenz akzeptieren? Und kann er sie den Gefahren seines Lebens aussetzen?

Dieser sechste Teil der Dark Hunter Serie bietet inhaltlich nicht viel mehr als eine leicht abgewandelte Kopie seiner Vorgänger. Ein weiterer Krieger ist auf der Suche nach seiner Gefährtin und findet sie nach mehr oder weniger tragischen Schwierigkeiten.
Ich muss jedoch sagen, dass Vane und Bride ein sehr angenehmes Paar darstellen. Vane ist zwar der typische, ultra-maskuline, atemberaubende Held, der unendlich potent und finanziell perfekt ausgestattet ist, aber er hält seine Machoallüren in Grenzen und wirkt sympathisch und liebenswert. Bride ist so ein bisschen das graue Mäusschen, das sich nach einer bodenständigen Beziehung sehnt und unter ihren Komplexen leidet. Leider ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, warum eine Frau, die Kleidergröße 40 trägt, als dick dargestellt wird. Meiner Meinung nach ist das eine Frechheit der Autorin und ein weiterer Hieb in die Kerbe des Schlankheitswahns. Dementsprechend haben mich Brides ständige Selbstzweifel, auch während der Liebeszenen, ziemlich genervt. Durch den sehr früh platzierten Sex zwischen den beiden geht ein bisschen die schöne Kennenlernphase verloren, aber dafür gibt es ja noch das dreiwöchige Paarungsritual, in dem Vane seiner Gefährtin seine wahre Identität preisgeben muss. Es gibt einige amüsante, emotionsreiche Wendungen und auch wenn ich Brides Reaktion angesichts der Wahrheit sehr kindisch fand, hat die Autorin das ganz gut gelöst. Man weiß ja im Grunde schon von Anfang an, wie es ausgeht. Deswegen und auch durch den lockeren, saloppen Schreibstil, sind alle Ereignisse - auch schier blutige Kampfszenen - wie abgeschwächt und letzten Endes harmlos. Einblendungen in der Art :"Ash sitzt mit einem rosa gekleideten Baby im Kinderzimmer und spielt mit Puppen", flapsige Dialoge zwischen Kyrian und Amanda, in denen sie ihn unter den Pantoffel stellt und viele weitere Füll-Dialoge degradieren den Roman zu seichtester Literatur. Wenn man sich vor Augen führt, wie man sich selbst fühlen würde, wenn man von einem Dämon entführt und in die Vergangenheit verfrachtet wird, wo man vergewaltigt werden soll, dann bräche die komplette Panik aus. Bei Sherrilyn Kenyon jedoch nehmen alle Figuren so etwas gelassen - oder gar mit Humor hin - und erholen sich mittels ein paar Liebesschwüren im Handumdrehen vom schlimmsten Trauma. Das kann man doch gar nicht mehr ernst nehmen - soll man das überhaupt?
Einiges an Unterhaltung bringen die unzähligen Nebencharaktere, die Sherrilyn Kenyon auftauchen lässt, jeder aber auch jeder bekommt sein Sätzchen zu sagen und steht auch irgendwie in Beziehung zu den anderen. Es scheint, als würde sich alles was in dieser Welt Rang und Namen hat, in New Orleans aufhalten - und zudem über Ecken bekannt sein. Es gibt ein Wiedersehen mit Kyrian, Julian, Valerius und vielen anderen, ganz zu schweigen von den neuen Figuren, die man kennen lernt. Am meisten Spaß hat es mir noch gemacht, mir auszumalen, wer denn in zukünftigen Bänden mit wem verbandelt wird.
Die Handlung an sich ist derart simpel und von der Stange, dass man sie auch in 50 Seiten herabspulen könnte. Doch so blättert man sich durch knapp 400 Seiten Geplänkel, ein paar recht schöne Liebesszenen, ellenlange Dialoge mit unwichtigen Personen, Rück- und Ausblicke. Insgesamt hat mir Herrin der Finsternis (was zum Geier hat dieser Titel mit dem Inhalt des Buches zu tun??!!) besser gefallen als manch anderer Teil der Serie, insgesamt kommt er aber über die Durchschnittlichkeit nicht hinaus. 

Fazit
Ganz nette Romantic Fantasy.
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