In New Orleans führt Bride
McTierney ein kleines Modegeschäft und ansonsten ein relativ
normales Leben. Momentan leidet sie unter der Trennung von ihrem
Exfreund, der sie aufgrund ihrer äußerlichen
Defizite
verlassen hat, genauer gesagt, er findet sie zu dick. Auch Bride selbst
fühlt sich nicht so wohl in ihrer Haut und ist umso mehr
verwundert, als eines Tages der unglaublich attraktive Vane in ihren
Laden kommt und ihr schöne Augen macht.
Seitdem Vane Bride zum ersten Mal begegnet ist, hat ihn ihre
Schönheit nicht mehr losgelassen und er spürt eine
magische
Anziehungskraft. Doch sie ist ein Mensch und er halb Wolf. Jedoch
gehört er weder dem Gestaltwandler Volk der Katagari, die in
tierischer Gestalt leben, noch dem der in Menschengestalt lebenden
Arkadier an. Von seinen Eltern gehasst und verfolgt, war er mit seinem
Bruder Fang geflohen und ständig harten Kämpfen
ausgesetzt.
Tief getroffen vom Tod ihrer Schwester Anya, war Vanes Leben von Angst
und Hass geprägt. Nun lernt er Bride kennen und ist fasziniert
von
ihrer sanften, weiblichen Art und ihrer Leidenschaftlichkeit. Zusammen
verbringen sie eine Nacht voller Ekstase. Am liebsten würde
sich
Vane niemals wieder von ihr trennen, doch kann sie seine wahre Existenz
akzeptieren? Und kann er sie den Gefahren seines Lebens aussetzen?
Dieser
sechste Teil der
Dark Hunter Serie bietet inhaltlich nicht viel mehr als eine leicht
abgewandelte Kopie seiner Vorgänger. Ein weiterer Krieger ist
auf
der Suche nach seiner Gefährtin und findet sie nach mehr oder
weniger tragischen Schwierigkeiten.
Ich muss jedoch sagen, dass Vane und Bride ein sehr angenehmes Paar
darstellen. Vane ist zwar der typische, ultra-maskuline, atemberaubende
Held, der unendlich potent und finanziell perfekt ausgestattet ist,
aber er hält seine Machoallüren in Grenzen und wirkt
sympathisch und liebenswert. Bride ist so ein bisschen das graue
Mäusschen, das sich nach einer bodenständigen
Beziehung sehnt
und unter ihren Komplexen leidet. Leider ist für mich
überhaupt nicht nachvollziehbar, warum eine Frau, die
Kleidergröße 40 trägt, als dick dargestellt
wird.
Meiner Meinung nach ist das eine Frechheit der Autorin und ein weiterer
Hieb in die Kerbe des Schlankheitswahns. Dementsprechend haben mich
Brides ständige Selbstzweifel, auch während der
Liebeszenen,
ziemlich genervt. Durch den sehr früh platzierten Sex zwischen
den
beiden geht ein bisschen die schöne Kennenlernphase verloren,
aber
dafür gibt es ja noch das dreiwöchige Paarungsritual,
in dem
Vane seiner Gefährtin seine wahre Identität
preisgeben muss.
Es gibt einige amüsante, emotionsreiche Wendungen und auch
wenn
ich Brides Reaktion angesichts der Wahrheit sehr kindisch fand, hat die
Autorin das ganz gut gelöst. Man weiß ja im Grunde
schon von
Anfang an, wie es ausgeht. Deswegen und auch durch den lockeren,
saloppen Schreibstil, sind alle Ereignisse - auch schier blutige
Kampfszenen - wie abgeschwächt und letzten Endes harmlos.
Einblendungen in der Art :"Ash sitzt mit einem rosa gekleideten Baby im
Kinderzimmer und spielt mit Puppen", flapsige Dialoge zwischen Kyrian
und Amanda, in denen sie ihn unter den Pantoffel stellt und viele
weitere Füll-Dialoge degradieren den Roman zu seichtester
Literatur. Wenn man sich vor Augen führt, wie man sich selbst
fühlen würde, wenn man von einem Dämon
entführt und
in die Vergangenheit verfrachtet wird, wo man vergewaltigt werden soll,
dann bräche die komplette Panik aus. Bei Sherrilyn Kenyon
jedoch
nehmen alle Figuren so etwas gelassen - oder gar mit Humor hin - und
erholen sich mittels ein paar Liebesschwüren im Handumdrehen
vom
schlimmsten Trauma. Das kann man doch gar nicht mehr ernst nehmen -
soll man das überhaupt?
Einiges an Unterhaltung bringen die unzähligen
Nebencharaktere,
die Sherrilyn Kenyon auftauchen lässt, jeder aber auch jeder
bekommt sein Sätzchen zu sagen und steht auch irgendwie in
Beziehung zu den anderen. Es scheint, als würde sich alles was
in
dieser Welt Rang und Namen hat, in New Orleans aufhalten - und zudem
über Ecken bekannt sein. Es gibt ein Wiedersehen mit Kyrian,
Julian, Valerius und vielen anderen, ganz zu schweigen von den neuen
Figuren, die man kennen lernt. Am meisten Spaß hat es mir
noch
gemacht, mir auszumalen, wer denn in zukünftigen
Bänden mit
wem verbandelt wird.
Die Handlung an sich ist derart simpel und von der Stange, dass man sie
auch in 50 Seiten herabspulen könnte. Doch so
blättert man
sich durch knapp 400 Seiten Geplänkel, ein paar recht
schöne
Liebesszenen, ellenlange Dialoge mit unwichtigen Personen,
Rück-
und Ausblicke. Insgesamt hat mir Herrin der Finsternis (was zum Geier
hat dieser Titel mit dem Inhalt des Buches zu tun??!!) besser gefallen
als manch anderer Teil der Serie, insgesamt kommt er aber über
die
Durchschnittlichkeit nicht hinaus.
Fazit
Ganz nette Romantic Fantasy.
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