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Originaltitel


Geliebte der Finsternis
von Sherrilyn Kenyon

auf Deutsch erschienen im Juni 2009 im Blanvalet Verlag
380 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 7,00

ISBN: 3442372291
EAN: 9783442372294
Übersetzt von Eva Malsch


Leseprobe

Atlantis: legendär, mystisch, golden, mysteriös, glorreich und magisch.
Manche Menschen behaupten, dieses Reich hätte niemals existiert.
Aber es gibt auch solche, die glauben, sie wären in der modernen Welt der Technologie und effektiven Waffen unangreifbar. Sicher vor dem Bösen archaischer Zeiten. Sie bilden sich ein, all die Zauberer, Krieger und Drachen wären längst gestorben.
Welche Narren sind das doch, die sich an Wissenschaft und Logik klammern und glauben, diese Errungenschaften würden sie retten. Niemals können sie frei oder sicher sein, solange sie sich weigern zu erkennen, was direkt vor ihren Augen geschieht.
Alle alten Mythen und Legenden wurzeln in der Wahrheit. Und manchmal befreit uns die Wahrheit nicht. Manchmal versklavt sie uns.
Kommt, ihr Klugen, hört mir zu, wenn ich euch die Geschichte des vollkommensten Paradieses erzähle, das es jemals gegeben hat. Jenseits der mythischen Säulen des Herakles, draußen in der Weite der Ägäis, lag einst ein stolzes Land. Dort lebte ein Volk, viel fortschrittlicher als alle Rassen, die vorher oder nachher kamen.
Im uralten Nebel der Zeiten vom mächtigen Gott Archon erschaffen, wurde Atlantis nach seiner ältesten Schwester Atlantia genannt, deren Name "anmutige
Schönheit" bedeutet. Archon gestaltete die Insel mit der Hilfe seines Onkels, des Meeresgottes Ydor, und seiner Schwester Eda, das heißt Erde. Er schenkte das Land seiner Gemahlin Apollymi, damit sie es mit ihren göttlichen Kindern bevölkern konnten, die genug Platz finden würden, um herumzutollen und sich zu entfalten.
Vor lauter Freude über das Geschenk weinte Apollymi. Ihre Tränen überschwemmten das Land und erzeugten eine Stadt innerhalb einer Stadt, auf zwei Inseln, die von fünf Wasserarmen umgeben waren.
Hier wollte sie ihre unsterblichen Kinder gebären.
Aber wie sich bald herausstellte, war die große Zerstörerin Apollymi unfruchtbar. Auf Archons Bitte hin sprach Ydor mit Eda, und sie zeugten die Rasse der Atlantäer, um die Inseln zu bevölkern und Apollymis Herz wieder zu erfreuen.
So geschah es.
Zu Ehren der göttlichen Königin waren die goldenen, schönen Atlantäer allen menschlichen Völkern überlegen. Nur sie allein beglückten Apollymi und zauberten ein Lächeln auf die Lippen der großen Zerstörerin.
Friedfertig und gerecht, so wie ihre alten Götter, kannten die Atlantäer keine Kriege. Keine Armut. Sie nutzten ihren überirdischen Geist und ihre magischen Kräfte, um ein harmonisches Leben im Einklang mit der Natur zu führen. Freundlich begrüßten sie die Fremden, die an ihren Küsten landeten, und teilten mit ihnen ihre Heilkünste und ihren Wohlstand.
Aber während die Zeit verstrich, erhoben sich Pantheons und andere Rassen und forderten sie heraus. Deshalb mussten die Atlantäer ihre Heimat verteidigen.


  Schund     mehr        
                   schlecht
                   als recht
EngelVampireDämon
Romantic Fantasy
So lange sie denken kann, ist Cassandra auf der Flucht vor den Häschern der Göttin Apollymi, die mit ihrem Tod das Ende der Welt herbeiführen will. Denn wenn Cassandra als letzte Erbin der Apolliten stirbt, sind alle Nachkommen des Apoll, die Artemis zu beschützen versucht, verloren. Deshalb verändern Cassie und ihr Bodyguard Kat immer wieder ihren Wohnort. Eines Abends in einer Kneipe passiert es: sie werden von Daimons entdeckt und geraten in Gefahr. Überraschend kommt Hilfe durch den mächtigen Wikingerkrieger und Dark Hunter Wulf. Er rettet Cassandra und fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Doch auf eine Beziehung kann er keine Hoffnung haben, denn jeder, der ihm begegnet, vergisst Wulf sofort danach wieder. In seinen Träumen erlebt er mit ihr eine heiße Nacht und am nächsten Tag zieht es ihn wieder zu ihr. Dann erfährt Wulf erst, dass in Cassies Adern Apollitenblut fließt und es scheint, als könne es zwischen ihnen nur Feindschaft geben. Denn Wulf ist ein Dark Hunter, und hat geschworen, die Apolliten, die sich in gefährliche Daimons verwandeln, auszurotten. Während er noch mit seinen Gefühlen hadert, plant die "Zerstörerin" Apollymi in der Hölle ihren größten Angriff auf Cassandra und schickt ihren skrupellosen Sohn Stryker auf die Erde um diesen Auftrag um jeden Preis zu erfüllen.

Leider kann Geliebte der Finsternis nicht an die Qualität von Prinz der Nacht anknüpfen. Man kann sich ja an den etwas legeren Schreibstil von Sherrilyn Kenyon gewöhnen, doch ein bisschen Substanz muss dann doch dahinter sein, sonst passiert eben das, dass der Roman ins bodenlos Seichte abruscht. Es fängt vielversprechend an: ein unsterblicher, rauher Wikingerkrieger trifft eine vom Schicksal gebeutelte aber unbeugsame Halb-Apollitin. Es knistert sofort zwischen den beiden und sie können kaum voneinander lassen. Bis dahin war ich der Überzeugung, dass es mindestens genauso aufregend wird wie zwischen Zarek und Astrid. Leider verliert sich die Autorin recht schnell in Wiederholungen, unsinnigen Dialogen und ellenlangen Sticheleien unter Nebencharakteren. Auch die konfliktbehaftete Situation zwischen Wulf und Cassandra ist leider nicht schön gelöst und das ganze Potential wird verschenkt. Das ganze Thema, das sie mit 27 Jahren stirbt und sich im letzten Lebensjahr befindet ist ein einziger, nerviger Tränendrüsendrücker. Zuerst wehrt sich Wulf ja gegen seine Emotionen, doch bald suhlt er sich mit ihr im Selbstmitleid und wenn das alles nicht so platt und lieblos präsentiert wäre, könnte man noch ein halbwegs gelungenes Melodraum daraus machen.
Doch zwischendurch schwenkt es immer wieder zu sinnlosen Kampf- und Verfolgungsszenen und endlosen Erklärungen über Hintergründe und dem sehr komplizierten Krieg zwischen Artemis und Apollymi. Trotzdem bleiben viele Fragen ungeklärt und aus manchen Situationen windet sich die Autorin ganz schnell heraus. Auf einmal kann Wulf doch gerettet werden, auf einmal gibt es doch eine Möglichkeit, Cassandras Leben zu verlängern. Die ist dann am Ende auch ganz schnell ausprobiert, auf wenigen Seiten wird dem groß aufgemachten Drama ein Ende gemacht. Sehr enttäuschend. Das kann Sherrilyn Kenyon besser.

Fazit
Leider schwacher Teil der Serie mit blassen Charakteren und einer lahmen Story.








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