Weitere Titel der Serie

Originaltitel


Nur ein einziger Biss
von Alexandra Ivy

erscheint auf Deutsch im Juni 2010 im Heyne Verlag
448 Seiten,Taschenbuchformat

Preis: EUR 8,95

übersetzt von Kim Kerry
ISBN-13: 9783453354333
ISBN-10: 3453354338


Leseprobe

Was Nachtclubs betraf, war das Viper Pit der weitaus teuerste, eleganteste und exklusivste in ganz Chicago. Seltsamerweise war er auch der unbekannteste. Im Telefonbuch war er nicht aufgeführt und es gab weder knallige Anzeigen auf Plakatwänden noch blinkende Neonlichter, die verraten hätten, wo er zu finden war. Tatsächlich lag das ganze Gebäude unter einem raffinierten Zauber verborgen. Aber alle, die etwas auf sich hielten, wussten, wie der Club zu finden war. Und unter diesen gab es nicht einen einzigen Menschen. Zwischen den Marmor- säulen und den glitzernden Brunnen bewegten sich diverse Dämonen, die sich alle verschiedenen schändlichen Aktivitäten hingaben, den Glücksspie- len, dem Trinken, exotischen Tänzen und diskreten (sowie weniger diskreten) Orgien. All das kostete ein kleines Vermögen. Ohne Zweifel waren es köstliche Zeitvertreibe, aber in dieser kalten Dezembernacht war der als Styx bekannte Vampir nicht an den Aktivitäten interessiert, die unterhalb seiner privaten Loge zur Verfügung standen. Oder an den diversen Dämonen, die innehielten, um sich tief in seine Richtung zu verbeugen. Heute betrachtete er seine Kameraden mit deutlicher Resignation. Auf den ersten Blick hätten die beiden nicht unterschiedlicher sein können. Nun ja, das war nicht ganz korrekt, schließlich waren sie beide groß und mit den muskulösen Körpern aller Vampire gesegnet. Und beide besaßen dunkle Augen und natürlich Fangzähne. Aber damit hörten die Ähnlichkeiten auch schon auf. Der jüngere Vampir, Viper, stammte aus einem der nordslawischen Länder und verfügte über das hellsilberne Haar sowie die noch hellere Haut seiner Vorfahren. Styx indes kam aus dem heißen Südamerika und hatte sich auch nach seiner Verwandlung die bronzefarbene Haut und die stolzen kantigen Gesichtszüge der Azteken bewahrt. Heute Nacht hatte er seine traditionelle Robe verworfen und sich für eine schwarze Lederhose, hohe Stiefel und ein schwarzes Seidenhemd entschieden. Er war davon ausgegangen, dass er mit dieser Kleidung auf seinem Weg durch die Straßen von Chicago weniger auffallen würde. Unglücklicherweise gab es für einen fast zwei Meter großen Vampir mit rabenschwarzem Haar, das ihm in einem geflochtenen Zopf bis zu den Knien herunterhing, kaum eine Möglichkeit, nicht aufzufallen. Gerade sterbliche Frauen konnten sich der nahezu magischen Anziehungskraft der Vampire einfach nicht entziehen. Auf seinem Weg durch die dunklen Straßen hatte sich fast ein halbes Dutzend bewundernder Frauen an seine Fersen geheftet. Schließlich war er auf die Dächer geflüchtet, um ihrem hartnäckigen Interesse zu entgehen.


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DämonVampire
Romantic Fantasy
Noch ist ungeklärt, warum der rebellische Anführer der Werwölfe, Salvatore, so großes Interesse an der jungen Darcy Smith hat. Styx, der Meister aller Vampire, genannt Anasso, jedenfalls hat nicht vor, Salvatore seine Pläne schmieden zu lassen. Also entführt er Darcy kurzerhand und bringt sie in sein Versteck. Die junge, allein lebende Vollwaise Darcy schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben, immer mit der Angst im Nacken, jemand könnte herausfinden, dass sie nicht wie die anderen ist. In ihr schlummern geheime Kräfte, sie ist stärker und heilkräftiger als normale Menschen und ihre Alterung scheint bei zwanzig Jahren stehen geblieben zu sein. Doch trotz seiner Macht kann Styx nicht feststellen, was für ein Wesen Darcy wirklich ist. Er weiß nur schnell eines: sie ist verführerisch, wunderschön und sexy. Der sonst eher kühle, distanzierte Vampir verfällt zusehends der mutigen, schlagfertigen und leidenschaftlichen Darcy. Und auch wenn diese weiß, dass man seinem Entführer nicht trauen kann, flößt ihr Styx ein nie gekanntes Verlangen ein. Aber zwischen ihnen schwebt stets das große Geheimnis um Darcys wahre Existenz und den Grund, weswegen sie für die Werwölfe unfassbar wichtig ist.

Nach dem dritten Band bin ich froh, dass ich die Serie nach dem miserablen ersten Teil nicht sofort abgebrochen habe. Alexandra Ivy hat sich mit jedem Band gesteigert und präsentiert mit Nur ein einziger Biss eine amüsante, Liebesszenenreiche und sympathische Romantic Fantasy. Auch wenn der Plot wie die beiden anderen sämtliche Klischees abgreift und billige Situationskomik von nervigen Sidekicks versucht, die Seiten zu füllen, konnten mich dieses Mal die beiden Hauptcharaktere mehr überzeugen. Styx ist der typisch dominante, distanzierte und herrschsüchtige männliche Part, der seine Gefühle tief vergraben hat und im Grunde übermächtig und unbesiegbar ist. Darcy ist ein mutiger, wild entschlossener, sturer Wirbelwind mit einem wirklich guten Herzen und engelsgleicher Sanftmut. Selbst ihre ärgsten Feinde möchte sie noch schonen... Ein schöner Kontrast zum kampfsüchtigen Styx, der jeder Bedrohung gleich den Kopf abschlagen will. Die Autorin bietet viele schöne, erotische Szenen, immer wieder geben die beiden Hautpfiguren ihrem Verlangen nacheinander nach und es wird nicht langweilig. Zwischendurch trifft man auf alte Bekannte aus den vorigen Teilen und schmunzelt über Szenen mit Abby, Dante, Shay und Viper.
Eine angenehme Überraschung war auch der Gegenspieler Salvatore, der sich nicht als typischer Bösewicht mit hässlicher Visage und nerviger Hirnlosigkeit entpuppt, sondern attraktiv, gerissen und vielschichtig ist. Prädestiniert für eine eigene Story :-)
Nur ein einziger Biss ist ein paranormaler Liebesroman zum Schwelgen für alle Fans von ultra-männlichen Vampiren mit hüftlangen, weißblonden oder silbernen Haaren, mächtigen Muskeln, unerreichten Liebhaberfähigkeiten und der Sehnsucht nach einer Gefährtin für Ewig. Der Roman hat all dies verpackt in extrem leichter, flüssig zu lesener Kost, dargestellt in kurzen, umgangssprachlichen Dialogen, vielen Emotionen, irrationalen Handlungen, Herz-Schmerz und Drama. Es wird übertrieben und in Gefühlsausbrüchen gebadet. Aber mit Charme und obwohl streckenweise hart an der Grenze zum Trash, fand ich das Buch dank seiner sympathischen Hauptfiguren durchaus lesenswert.

Fazit
Sexy-leichte Romantic Fantasy


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