Um sich ihren
einfachen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitet
Abby bei der wohlhabende Selena als Gesellschafterin. Nachdem ihr
gewalttätiger
Vater früh verstorben war, ihre Mutter nur noch dem Alkohol
frönte und ihre beiden
Brüder fluchtartig die Familie verließen, muss Abby
ganz allein zurecht kommen.
Eines Tages, als sie wieder einmal dem unerhört attraktiven
Dante in Selenas Haus
über den Weg läuft, der es nicht lassen kann, Abby
eindeutige Angebote zu machen,
passiert ein Unglück. Durch eine Explosion und ein Feuer kommt
Selena ums
Leben, Dante und Abby's Rettungsversuch kommt zu spät. Doch
als Abby trotz Dantes
Warnung Selenas tote Hand berührt, fühlt sie eine
seltsame Macht in sich übergehen.
Das Unfassbare ist geschehen: der Phönix, eine
mächtige, gute Kraft, ist auf Abby
übergegangen und benutzt sie fortan als "Kelch". Nur wenn der
Phönix sich
so in der Menschenwelt "aufhält", ist das
Kräftegleichgewicht gegeben
und der Dämonenfürst kann seine Macht nicht
ausbreiten. Fortan ist Dante nun Abbys
ewiger Wächter, denn er wurde von dem Hexenzirkel zu dieser
Beschützerrolle verdammt.
Zuerst versteht Abby nicht, was vor sich geht, doch nachdem sie
mehrfach
angegriffen werden, merkt sie, dass ihr Leben nicht mehr das gleiche
sein wird.
Zusammen mit Dante, dessen wahre Existenz sie bald durchschaut,
ergreifen sie die
Flucht und versuchen, die Hexen zu finden, damit Abby von dem Fluch
befreit
werden kann. Auf ihrer atemlosen Hatz quer durch Chicago kommen sich
die beiden
schnell näher und Abby erliegt bald Dante's
hartnäckigen Annäherungsversuchen.
Die
größten Erwartungen...
führen zu den größten
Enttäuschungen. Wie schade, so ein
schönes Cover, so ein klangvoller Titel. Und dann kommt nichts
weiter raus als eine
lächerliche Story mit stümperhaften, klischeehaften
Charakteren und grauenhaftem
Humor, der mir höchtens ein schiefes Lächeln
abgerungen hat. Vielleicht sollte
man aber mit den paar positiven Aspekten anfangen: das Buch liest sich
ultra-flüssig, ist leichte, harmlose Kost und hat einen
gewissen
Unterhaltungswert. Wenn man den Beschreibungen folgt, ist Dante ein
echtes
Superschnittchen unter den Vampiren und die Liebesszenen sind ganz
ansehnlich. Außerdem
hagelt es nur so von Koseworten und Süßholzgeraspel,
dass es jedem Romantiker wie
Öl runtergehen wird. Letztlich wird durch die Flut an
Nebencharakteren die
Neugier geweckt, um wen es denn wohl im nächsten Band geht.
Nun ja, das war es
dann aber auch schon. Der Schreibstil von Alexandra Ivy ist infantil,
unterentwickelt
und dilettantisch. Ihre erbärmlichen Ansätze zur
Situationskomik zerstören oft
mehr, als dass sie unterhalten. Abby ist eine nervige, kindische und
quengelige
Person, die mich nach kurzer Zeit fast in den Wahnsinn getrieben hat.
Über ihre
verkorkste Vergangenheit wird so auf die Tränendrüse
gedrückt, dass es nicht mehr
schön ist. Überhaupt ist alles in ihrem vorherigen
Leben schief gelaufen, jeder
hat sie gehasst, geschlagen oder gemieden. Dann kam Dante und alles
wird gut. Er
ist ein Vampir? Egal. Sie ist jetzt der Kelch für den
Phönix und wird ständig von
Höllenhunden, Dämonen und Zombies verfolgt? Egal.
Abby scheint ihr Schicksal
mit naivem Gleichmut hinzunehmen und interessiert sich sowieso mehr
für Dantes Liebhaberqualitäten
als für ihr Schicksal. Dante ist dem Aussehen nach der Traum
jeder Frau und weiß
das auch. Seine mehr als sexistische Art aufzutreten, kann man nicht
mehr ernst
nehmen. Von Anfang an ist Abby seine Liebste und er kann ihrer Reinheit
nicht
widerstehen. Dass sie seine ewige Liebe ist, daran besteht
überhaupt kein
Zweifel. Es gibt keine Kennenlernphase, keine Auseinandersetzung,
nichts. Vielmehr
geht schon ab dem Beginn die Hetzerei los. Dante und Abby rennen
wahllos in
Chicago und Umland rum, sie quengelt, er verliebt sich umso mehr in
sie. Dabei treffen
sie schillernde Gestalten, kämpfen gegen ein paar
Dämonen und Magier und vertreiben
sich die Zeit in diversen Betten. Spannung ist dürftig bzw.
nicht vorhanden und
ich konnte mich oftmals nicht davon abhalten, leicht gelangweilt
diverse Seiten
vorzublättern. Gegen diesen talentfreien Erguss sind selbst
Werke von Maggie Shayne
und Sherrilyn Kenyon oder die Immortal Reihe literarisch hochwertiger.
Nicht, dass
so eine billige Story Potential gehabt hätte, aber als Leser
hätte man sich für
die 8,95 EUR mehr gewünscht.
Fazit
Billiger, klischeehafter Abklatsch mit null
Tiefgang und lahmen Protagonisten.
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