Weitere Titel der Serie

Originaltitel


Der Nacht ergeben
von Alexandra Ivy

auf Deutsch erschienen im Juni 09 im Heyne Verlag
448 Seiten,Taschenbuchformat

Preis: EUR 8,95

ISBN: 3453354214
EAN: 9783453354210
übersetzt von Jutta Swietlinski


Leseprobe

O Gott, Abby! Keine Panik. Bloß … keine … Panik.« Abby Barlow atmete tief ein, presste die Hände auf ihren rebellierenden Magen und studierte die Keramikscherben, die auf dem Boden verstreut lagen. Okay, sie hatte also eine Vase zerbrochen. Nun ja, vielleicht war es mehr als »zerbrochen«. Eigentlich hatte sie die Vase eher zerschmettert, zertrümmert und vernichtet, gestand sie sich widerwillig ein. Na und? Das war nicht das Ende der Welt. Eine Vase war eine Vase. Oder? Unvermittelt schnitt sie eine Grimasse. Nein, eine Vase war nicht einfach nur eine Vase. Nicht, wenn es sich dabei um eine sehr seltene Vase handelte. Eine Vase von unschätzbarem Wert. Eine, die zweifellos in einem Museum hätte stehen sollen. Eine, die der Traum jedes Sammlers war und … Verdammter Mist. Erneut zeigte die Panik ihre hässliche Fratze. Sie hatte eine unbezahlbare Mingvase zerstört. Was, wenn sie ihren Job verlor? Zugegeben, es war kein besonders toller Job. Verdammt, sie fühlte sich jedes Mal, als ob sie in die Twilight Zone einträte, wenn sie die elegante Villa am Stadtrand von Chicago betrat. Aber ihre Tätigkeit als Gesellschafterin Selena LaSalles war nicht besonders anstrengend. Und die Bezahlung war deutlich besser, als wenn sie in irgendeiner Spelunke arbeiten würde. Das Letzte, was sie brauchte, war, in die langen Schlangen beim Arbeitsamt zurückzukehren. Oder noch schlimmer … lieber Gott, was, wenn sie für die verdammte Vase bezahlen musste? Selbst wenn es so etwas wie einen Ausverkauf in der örtlichen Mingfabrik gäbe, würde sie zehn Leben lang arbeiten müssen, um eine solche Summe aufzubringen. Vorausgesetzt, die Vase wäre nicht die Einzige ihrer Art. Die Panik zeigte inzwischen nicht mehr nur ihre Fratze. Sie lief in ihr zur Hochform auf. Es gab nur eins, was sie tun konnte, nur eine einzige erwachsene, verantwortungsvolle Art, mit der Situation umzugehen. Sie musste die Beweise verstecken. Verstohlen sah sich Abby in der riesigen Eingangshalle um und vergewisserte sich, dass sie allein war, bevor sie sich auf die Knie niederließ und die zahlreichen Scherben einsammelte, mit denen der glatte Marmor übersät war. Es würde niemandem auffallen, dass die Vase fehlte, versuchte sie sich selbst zu beruhigen. Selena war schon immer eine Einsiedlerin gewesen, und in den vergangenen beiden Wochen war sie fast ganz von der Bildfläche verschwunden. Ohne ihre gelegentlichen Kurzauftritte, bei denen sie verlangte, dass Abby dieses ekelhafte Kräutergebräu, das sie mit scheinbarem Vergnügen in sich hineinkippte, für sie bereitete, hätte Abby denken können, dass die Frau die Flatter gemacht hätte. Ganz sicher streifte Selena nicht durchs Haus, um eine Bestandsliste ihrer diversen Kostbarkeiten aufzustellen. Alles, was Abby tun musste, war sicherzustellen, dass sie keine Spur von ihrem Verbrechen hinterließ, und dann würde alles schon in Ordnung sein. Niemand würde je davon erfahren. Niemand. »Na, so was, ich hätte nie gedacht, Sie irgendwann auf Händen und Knien zu sehen, Liebste. Eine höchst faszinierende Position, die zu einer Vielzahl köstlicher Möglichkeiten einlädt«, klang eine spöttische Stimme vom Eingang des Salons zu ihr herüber. Abby schloss die Augen und holte tief Luft. Sie war verflucht. Das musste es sein. Wie sonst wäre ihre endlose Pechsträhne zu erklären?


  Schund     mehr        
                   schlecht
                   als recht

DämonVampire
Romantic Fantasy
Um sich ihren einfachen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitet Abby bei der wohlhabende Selena als Gesellschafterin. Nachdem ihr gewalttätiger Vater früh verstorben war, ihre Mutter nur noch dem Alkohol frönte und ihre beiden Brüder fluchtartig die Familie verließen, muss Abby ganz allein zurecht kommen. Eines Tages, als sie wieder einmal dem unerhört attraktiven Dante in Selenas Haus über den Weg läuft, der es nicht lassen kann, Abby eindeutige Angebote zu machen, passiert ein Unglück. Durch eine Explosion und ein Feuer kommt Selena ums Leben, Dante und Abby's Rettungsversuch kommt zu spät. Doch als Abby trotz Dantes Warnung Selenas tote Hand berührt, fühlt sie eine seltsame Macht in sich übergehen. Das Unfassbare ist geschehen: der Phönix, eine mächtige, gute Kraft, ist auf Abby übergegangen und benutzt sie fortan als "Kelch". Nur wenn der Phönix sich so in der Menschenwelt "aufhält", ist das Kräftegleichgewicht gegeben und der Dämonenfürst kann seine Macht nicht ausbreiten. Fortan ist Dante nun Abbys ewiger Wächter, denn er wurde von dem Hexenzirkel zu dieser Beschützerrolle verdammt. Zuerst versteht Abby nicht, was vor sich geht, doch nachdem sie mehrfach angegriffen werden, merkt sie, dass ihr Leben nicht mehr das gleiche sein wird. Zusammen mit Dante, dessen wahre Existenz sie bald durchschaut, ergreifen sie die Flucht und versuchen, die Hexen zu finden, damit Abby von dem Fluch befreit werden kann. Auf ihrer atemlosen Hatz quer durch Chicago kommen sich die beiden schnell näher und Abby erliegt bald Dante's hartnäckigen Annäherungsversuchen.

Die größten Erwartungen... führen zu den größten Enttäuschungen. Wie schade, so ein schönes Cover, so ein klangvoller Titel. Und dann kommt nichts weiter raus als eine lächerliche Story mit stümperhaften, klischeehaften Charakteren und grauenhaftem Humor, der mir höchtens ein schiefes Lächeln abgerungen hat. Vielleicht sollte man aber mit den paar positiven Aspekten anfangen: das Buch liest sich ultra-flüssig, ist leichte, harmlose Kost und hat einen gewissen Unterhaltungswert. Wenn man den Beschreibungen folgt, ist Dante ein echtes Superschnittchen unter den Vampiren und die Liebesszenen sind ganz ansehnlich. Außerdem hagelt es nur so von Koseworten und Süßholzgeraspel, dass es jedem Romantiker wie Öl runtergehen wird. Letztlich wird durch die Flut an Nebencharakteren die Neugier geweckt, um wen es denn wohl im nächsten Band geht. Nun ja, das war es dann aber auch schon. Der Schreibstil von Alexandra Ivy ist infantil, unterentwickelt und dilettantisch. Ihre erbärmlichen Ansätze zur Situationskomik zerstören oft mehr, als dass sie unterhalten. Abby ist eine nervige, kindische und quengelige Person, die mich nach kurzer Zeit fast in den Wahnsinn getrieben hat. Über ihre verkorkste Vergangenheit wird so auf die Tränendrüse gedrückt, dass es nicht mehr schön ist. Überhaupt ist alles in ihrem vorherigen Leben schief gelaufen, jeder hat sie gehasst, geschlagen oder gemieden. Dann kam Dante und alles wird gut. Er ist ein Vampir? Egal. Sie ist jetzt der Kelch für den Phönix und wird ständig von Höllenhunden, Dämonen und Zombies verfolgt? Egal. Abby scheint ihr Schicksal mit naivem Gleichmut hinzunehmen und interessiert sich sowieso mehr für Dantes Liebhaberqualitäten als für ihr Schicksal. Dante ist dem Aussehen nach der Traum jeder Frau und weiß das auch. Seine mehr als sexistische Art aufzutreten, kann man nicht mehr ernst nehmen. Von Anfang an ist Abby seine Liebste und er kann ihrer Reinheit nicht widerstehen. Dass sie seine ewige Liebe ist, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Es gibt keine Kennenlernphase, keine Auseinandersetzung, nichts. Vielmehr geht schon ab dem Beginn die Hetzerei los. Dante und Abby rennen wahllos in Chicago und Umland rum, sie quengelt, er verliebt sich umso mehr in sie. Dabei treffen sie schillernde Gestalten, kämpfen gegen ein paar Dämonen und Magier und vertreiben sich die Zeit in diversen Betten. Spannung ist dürftig bzw. nicht vorhanden und ich konnte mich oftmals nicht davon abhalten, leicht gelangweilt diverse Seiten vorzublättern. Gegen diesen talentfreien Erguss sind selbst Werke von Maggie Shayne und Sherrilyn Kenyon oder die Immortal Reihe literarisch hochwertiger. Nicht, dass so eine billige Story Potential gehabt hätte, aber als Leser hätte man sich für die 8,95 EUR mehr gewünscht.

Fazit
Billiger, klischeehafter Abklatsch mit null Tiefgang und lahmen Protagonisten.















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