Durch einen mysteriösen Fluch
ist die Halbdämonin Shay an einen Sklavenhändler
gebunden,
der sie meistbietend als Sklavin versteigert. Zähneknirschend
muss
Shay mit ansehen, wie es dieses Mal dem verflucht gutaussehenden Vampir
Viper gelingt, sie mit einer horrenden Summe für sich zu
erstehen.
Sie ist besonders wütend dass er der Käufer ist, da
sie ihm
zuvor das Leben gerettet hatte. Doch Viper erhält für
sein
Geld ein Amulett, dass Shay zwingt, immer wieder zu ihm
zurückzukehren, eine Flucht ist unmöglich. Was sie
nicht
weiß ist dass Viper keine andere Möglichkeit sieht,
Shay
für sich zu gewinnen als diesen Kauf auf dem Sklavenmarkt.
Seit er
sie das erste Mal sah, beherrscht sie seine Gedanken - er muss sie
haben. Shay stellt sich auf ein weiteres armseliges Sklavendasein ein
und ist überrascht, als Viper sie in seiner Residenz mit Luxus
und
Freiheiten überhäuft. Auch wenn sie sich
spröde gibt,
der verführerische Vampir stellt ihre Selbstbeherrschung auf
eine
harte Probe. Und Viper lässt nichts unversucht, seine
Absichten
ganz klar zu machen. Doch die zart aufkeimende Beziehung findet keine
ruhige Minute: eine bösartige, dunkle Macht hat es auf Shay
abgesehen und bald sehen sich Viper und sie tödlichen
Angriffen
gegenüber.
Stilistisch ist der
zweite Teil der Guardians Serie eine genaue Kopie des ersten. Man nehme
einen unbeschreiblich sexy aussehenden, lüsternen Vampir und
eine
störrische, zierliche, unerfahrene, etwas chaotische junge
Frau,
eine alberne kleine Maskottchen-Nebenfigur und einen großen
bösen Widersacher und mixe daraus ein temporeiches,
unlogisches
Roadmovie mit ordentlich vielen Sexeinlagen zur Unterhaltung. Was mir
im ersten Teil aufgrund des unerträglichen Charakteres von
Abby
überhaupt nicht gefallen hat, kommt im zweiten Band auf eine
recht
ansehnliche romantic Fantasy hinaus. Shay hat neben den
üblichen
Schwächen (Zickigkeit, Eitelkeit, mangelndes
Selbstbewusstsein,
Geschwätzigkeit) auch ganz nette Seiten und bringt nicht nur
alles
durcheinander. Viper ist der typische Traum-Vampir, wie es auch Frau
Feehan bis zur Perfektion beherrscht, ihn zu erschaffen. An ihm ist
alles geschmeidig, verführerisch, kraftvoll und
glänzend.
Diese Haare... Nun stolpern die Protagonisten mehr oder weniger
gesteuert durch eine abenteuerliche Handlung, in der Shay von ihrem
Fluch befreit werden soll. Unterwegs trifft man die dollsten Kreaturen
und erlebt reichlich sexuelle Handlungen, die an sich ganz gelungen
sind - wohl das gelungenste an dem ganzen Buch will ich meinen. Wenn
jetzt Alexandra Ivys Schreibstil noch ein bisschen gereifter
wäre,
könnte man fast das Urteil lesenswert geben. Leider gelingt es
ihr
oft nicht, von der absoluten Oberflächlichkeit wegzukommen.
Ihre
Wortwahl ist begrenzt, allein der Begriff "ennervierend" kommt derart
häufig vor, dass ganze Abschnitte davon verseucht werden. Die
Charaktere geraten oft unfreiwillig komisch, weil unnötige
Fülldialoge benutzt werden um Seiten zu schinden. Wie immer
ist es
völlig unnachvollziehbar warum und wie genau aus der
kompletten
Abneigung auf einmal Liebe zu werden scheint. Das interessiert auch
keinen, denn ab der Mitte des Buches wird nur noch herumgehetzt und
zwischen Kampf 1 und Kampf 2 ein kurzes Nümmerchen geschoben.
Ich
muss gestehen, dass ich auch ab dann darin verfiel, ganze Passagen zu
überblättern, vor allem wenn aus der Sicht des
Gargylen Levet
erzählt wurde.
Kaum fertig gelesen, gerät die stereotype Geschichte schnell
in
Vergessenheit - nicht ohne vorher Lust auf die Story um Styx zu machen.
Irgendwie muss sich Frau Ivy von C. Feehan das "Suchtgeheimnis"
abgeschaut haben. Wie schaffe ich es, dass meine Leser treu bleiben,
obwohl ich Band für Band immer wieder die gleiche Geschichte
mit
einer 1%igen Abwandlung erzähle?
Fazit
Platter, teilweiser aber recht sympathischer Liebesroman mit einem echt
sexy Vampir.
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