Weitere Titel der Serie
Originaltitel


Der Kuss des Blutes
von Alexandra Ivy

erscheint auf Deutsch im Februar 2010 im Heyne Verlag
450 Seiten,Taschenbuchformat

Preis: EUR 8,95

übersetzt von Jutta Swietlinski
ISBN-10: 3453354346
ISBN-13: 978-3453354340


Leseprobe

Das Auktionshaus am Stadtrand von Chicago sah nicht aus wie ein finsteres Loch. Hinter dem eisernen Zaun breitete sich das elegante Back- steingebäude mit sichtlicher Arroganz in der Landschaft aus. Die Räume waren groß, konnten sich wunderschöner Deckenmalereien und eleganter Kronleuchter rühmen, und auf Anraten eines Profis waren sie mit dicken elfenbeinfarbenen Teppichen, einer glänzenden dunklen Holztäfelung und handgeschnitzten Möbeln ausgestattet worden.
Die allgemeine Atmosphäre war von der Stille geprägt, die man nur mit Geld kaufen konnte. Einer ganzen Menge Geld. Es war die Art von protzigem Ambiente, in dem eigentlich mit seltenen Gemälden, unbezahlbaren Edelsteinen und Museumsartefakten gehandelt werden sollte.
Stattdessen war dies nichts anderes als ein Fleischmarkt. Eine Kloake, wo Dämonen verkauft wurden wie Fleisch.
Am Sklavenhandel gab es nichts Angenehmes, auch nicht, wenn hier mit Dämonen statt mit Menschen gehandelt wurde. Es war ein schmutziges Geschäft, das sämtliche dekadenten, verrückten Widerlinge aus dem ganzen Land anzog.
Sie kamen aus allen möglichen erbärmlichen Gründen hierher.
Da waren diejenigen, die Dämonen als Paramilitärs oder Leibwächter kauften. Die, die nach exotischeren Sexskla- vinnen und Sexsklaven gierten. Jene, die glaubten, dass das Blut von Dämonen ihnen Zugang zu Magie oder ewigem Leben verschaffte. Und dann noch diejenigen, die Dämonen erwarben, um sie auf ihrem Privat- gelände freizulassen und wie wilde Tiere zu jagen.
Die Gebote kamen von Männern und Frauen ohne Gewissen oder Moral. Das Einzige, worüber sie verfügten, war genügend Geld, um ihre perversen Gelüste zu befriedigen.
Und an der Spitze des Ganzen stand der Besitzer des Auktionshauses, Evor. Er war einer der niederen Trolle, der seinen Lebensunterhalt völlig ungerührt mit dem Elend der anderen verdiente.
Shay würde Evor eines Tages töten.
Doch leider nicht heute.
Genauer gesagt, nicht heute Abend.
Mit einer lächerlichen Pluderhose und einem winzigen, paillettenbesetzten Top bekleidet, das deutlich mehr ent- als verhüllte, lief sie in der beengten Zelle hinter den Auktionsräumen hin und her. Ihr langes, rabenschwarzes Haar war zu einem Zopf zusam- mengebunden, der fast bis zu ihrer Hüfte herunterreichte. Auf diese Weise konnte man besser ihre schräg stehenden goldenen Augen, ihre fein geschnittenen Gesichtszüge und die bronzefarbene Haut erkennen, die zeigten, dass sie etwas anderes als ein Mensch war.

  Schund     mehr        geht so    
                   schlecht
                   als recht
DämonVampire
Romantic Fantasy
Durch einen mysteriösen Fluch ist die Halbdämonin Shay an einen Sklavenhändler gebunden, der sie meistbietend als Sklavin versteigert. Zähneknirschend muss Shay mit ansehen, wie es dieses Mal dem verflucht gutaussehenden Vampir Viper gelingt, sie mit einer horrenden Summe für sich zu erstehen. Sie ist besonders wütend dass er der Käufer ist, da sie ihm zuvor das Leben gerettet hatte. Doch Viper erhält für sein Geld ein Amulett, dass Shay zwingt, immer wieder zu ihm zurückzukehren, eine Flucht ist unmöglich. Was sie nicht weiß ist dass Viper keine andere Möglichkeit sieht, Shay für sich zu gewinnen als diesen Kauf auf dem Sklavenmarkt. Seit er sie das erste Mal sah, beherrscht sie seine Gedanken - er muss sie haben. Shay stellt sich auf ein weiteres armseliges Sklavendasein ein und ist überrascht, als Viper sie in seiner Residenz mit Luxus und Freiheiten überhäuft. Auch wenn sie sich spröde gibt, der verführerische Vampir stellt ihre Selbstbeherrschung auf eine harte Probe. Und Viper lässt nichts unversucht, seine Absichten ganz klar zu machen. Doch die zart aufkeimende Beziehung findet keine ruhige Minute: eine bösartige, dunkle Macht hat es auf Shay abgesehen und bald sehen sich Viper und sie tödlichen Angriffen gegenüber.

Stilistisch ist der
zweite Teil der Guardians Serie eine genaue Kopie des ersten. Man nehme einen unbeschreiblich sexy aussehenden, lüsternen Vampir und eine störrische, zierliche, unerfahrene, etwas chaotische junge Frau, eine alberne kleine Maskottchen-Nebenfigur und einen großen bösen Widersacher und mixe daraus ein temporeiches, unlogisches Roadmovie mit ordentlich vielen Sexeinlagen zur Unterhaltung. Was mir im ersten Teil aufgrund des unerträglichen Charakteres von Abby überhaupt nicht gefallen hat, kommt im zweiten Band auf eine recht ansehnliche romantic Fantasy hinaus. Shay hat neben den üblichen Schwächen (Zickigkeit, Eitelkeit, mangelndes Selbstbewusstsein, Geschwätzigkeit) auch ganz nette Seiten und bringt nicht nur alles durcheinander. Viper ist der typische Traum-Vampir, wie es auch Frau Feehan bis zur Perfektion beherrscht, ihn zu erschaffen. An ihm ist alles geschmeidig, verführerisch, kraftvoll und glänzend. Diese Haare... Nun stolpern die Protagonisten mehr oder weniger gesteuert durch eine abenteuerliche Handlung, in der Shay von ihrem Fluch befreit werden soll. Unterwegs trifft man die dollsten Kreaturen und erlebt reichlich sexuelle Handlungen, die an sich ganz gelungen sind - wohl das gelungenste an dem ganzen Buch will ich meinen. Wenn jetzt Alexandra Ivys Schreibstil noch ein bisschen gereifter wäre, könnte man fast das Urteil lesenswert geben. Leider gelingt es ihr oft nicht, von der absoluten Oberflächlichkeit wegzukommen. Ihre Wortwahl ist begrenzt, allein der Begriff "ennervierend" kommt derart häufig vor, dass ganze Abschnitte davon verseucht werden. Die Charaktere geraten oft unfreiwillig komisch, weil unnötige Fülldialoge benutzt werden um Seiten zu schinden. Wie immer ist es völlig unnachvollziehbar warum und wie genau aus der kompletten Abneigung auf einmal Liebe zu werden scheint. Das interessiert auch keinen, denn ab der Mitte des Buches wird nur noch herumgehetzt und zwischen Kampf 1 und Kampf 2 ein kurzes Nümmerchen geschoben. Ich muss gestehen, dass ich auch ab dann darin verfiel, ganze Passagen zu überblättern, vor allem wenn aus der Sicht des Gargylen Levet erzählt wurde.
Kaum fertig gelesen, gerät die stereotype Geschichte schnell in Vergessenheit - nicht ohne vorher Lust auf die Story um Styx zu machen. Irgendwie muss sich Frau Ivy von C. Feehan das "Suchtgeheimnis" abgeschaut haben. Wie schaffe ich es, dass meine Leser treu bleiben, obwohl ich Band für Band immer wieder die gleiche Geschichte mit einer 1%igen Abwandlung erzähle?

Fazit
Platter, teilweiser aber recht sympathischer Liebesroman mit einem echt sexy Vampir.

Overview
Titel-Serien-Autoren A-Z
Was sonst noch auf dem Markt ist

    Romantik      Erotik      Spannung        Action      Anspruch       Humor      Originalität      Preis     Aufmachung