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Originaltitel


Die Exorzistin: Dämonenjagd
von Jenna Black

erscheint auf Deutsch im April 2010 im Droemer/Knaur Verlag
400 Seiten, Taschenbuchformat

Preis: EUR 7,95

übersetzt von Markus Bennemann
ISBN-10: 3426502275
ISBN-13: 978-3426502273


Leseprobe

Es lässt sich nicht abstreiten, dass Dominic Castello eine Augenweide ist – großgewachsen, dunkelhaarig und gutaussehend, ein klassischer Frauentyp. 
Ausdrucksvolle, haselnussbraune Au- gen, die unter dichten, langen Wimpern hervorblicken, warmer, olivbrauner Teint, Muskeln an den richtigen Stellen … Doch als ich ihn vor meiner Tür stehen sah, war mein erster Impuls, sie ihm direkt wieder vor der Nase zuzu- schlagen. Er muss mir den Gedanken wohl angesehen haben, denn er schob den Fuß in die Tür und lächelte mich freundlich an. Er hat eine süße, entwaffnende Art zu lächeln, die die meisten Frauen vermutlich auf der Stelle zerfließen lässt wie Wachs in der Sonne. Aber ich bin nicht die meisten Frauen. Außerdem war sein nicht minder gutaussehender Lover jener sadomasochistisch veranlagte Dämo- nenwirt, der meinen Bruder erschossen hatte. Deswegen stand Dominic so ziemlich am Ende der Liste mit den Leuten, die ich gern sehen wollte. Nur sein Lover Adam und mehr oder weniger meine gesamte Familie nahmen auf dieser Liste noch weiter unten gelegene Plätze ein. Da Dominic fast ein Meter neunzig groß war und über neunzig Kilo wog und ich schon dumm genug gewesen war, ihm die Tür zu öffnen, hatte ich jetzt schlechte Chancen, ihm den Eintritt in meine Wohnung zu verwehren.
Ich fügte mich also ins Unvermeidliche und ließ ihn eintreten – wenn ich ihn auch nicht gerade ausdrücklich dazu einlud, hereinzukommen. Ich ging voraus in meine winzige Küche, wo auf einem Stövchen eine halbvolle, vom Frühstück übrig gebliebene Kanne Kaffee stand. »Willst du eine Tasse?«, fragte ich, ohne ihn anzusehen. »Gern. Danke.« Ich goss zwei große Becher ein. Der Kaffee war inzwischen schwarz wie Tinte und verströmte einen schalen, abgestandenen Geruch. Wäre er nur für mich gewesen, hätte ich mir sicher eine neue Kanne aufgesetzt, aber ich wollte Dominic nicht länger in meiner Wohnung haben als unbedingt nötig. »Sahne und Zucker?« Dominic blickte auf das nach Teer riechende Gebräu in dem Becher und schüttelte den Kopf. »Ich bezweifle, dass das noch was nutzen würde.« Das brachte mich beinahe zum Lächeln. »Also, was führt dich in diesen Teil der Stadt?« Ich nahm einen Schluck von dem Kaffee, um zu beweisen, dass er trinkbar war – und versuchte, ihn nicht gleich wieder auszuspucken. Als Dominic nicht sofort antwortete, läuteten bei mir die Alarmglocken. Anscheinend stattete er mir nicht aus reiner Freundlichkeit einen Besuch ab, was ich mir eigentlich schon gedacht hatte. »Vielleicht sollten wir uns einen Augenblick setzen«, schlug er vor. Der Klang dieser Worte gefi el mir überhaupt nicht – und auch, dass Dominic vermied, mir in die Augen zu blicken, löste Unbehagen in mir aus.


  Schund     mehr        geht so  
                   schlecht
                   als recht
Dämon
Urban Fantasy - Horror
Morgan bräuchte eigentlich dringend Ruhe und Erholung, nachdem Sie nur mit Lughs Hilfe knapp dem Tod entronnen ist. Besondere Sorgen macht ihr auch ihr Bruder Andy, dessen Dämon Raphael nach 10 Jahren seinen Körper verlassen und seinen Wirt in einem katatonischen Zustand zurückgelassen hat. Zusätzlich ist Morgan hin und hergerissen zwischen ihrer Abneigung gegen den Dämon Lugh, der von ihr Besitz ergriffen hat, und dem Wunsch, ihm beim Kampf gegen seinen Bruder Dougal zu helfen. Dann erwacht Andy plötzlich aus dem Koma und Morgan sieht sich ihrem Bruder entgegen, wie er wirklich ist. Gleichzeitig muss sie sich auch mit ihren Eltern konfrontieren, die völlig besessen von der Idee sind, dass Andy erneut Wirt für einen Dämon werden soll. Um ihren Bruder zu schützen, nimmt Morgan ihn mit zu sich. Doch auch sie selbst ist in Gefahr: ein dämonischer Jäger aus der Unterwelt ist hinter Morgan her und nimmt ständig andere Menschen als Wirt um sich zu tarnen. Morgan ist klar, dass damit alle Personen in Gefahr sind, die ihr nahe stehen. Mit der Hilfe von Adam und Dominic versuchen sie einen Plan aufzustellen, wie sie gleichzeitig ihr Leben schützen und weiter gegen Dougal vorgehen können. Es ist ziemlich unangenehm für Morgan, dass sie auch ihren Ex-Freund kontaktieren muss, um ihn vor eventuellen Angriffen zu schützen. Das Wiedersehen mit Brian gestaltet sich schwierig, da viele Gefühle im Raum stehen und Morgan trotzdem vor ihm geheim halten will, dass sie vom Dämonenkönig besessen ist. Aber warum ist der Jäger ausgerechnet hinter Morgan her? Es gibt dunkle Ecken in ihrer Vergangenheit, die sie erfolgreich verdängt hat, doch um Lugh zu helfen, muss sie sich ihnen stellen.

Wie auch der Vorgänger ist Dämonenjagd ein straffer, recht gut durchdachter Thriller mit vielen Wendungen und gut dargestellten Personen. Jenna Black hat hier aber deutlich einen Gang runtergeschaltet, sowohl was das Erzähltempo als auch die beschriebene Gewalt und Brutalität betrifft. Anfangs hat mich das gestört, da ich es irgendwie einen Bruch zum ersten Teil gibt, aber später hat man sich dann daran gewöhnt, dass Morgan nun ab und zu auch mal nachdenkt und nicht nur wild in der Gegend rumrennt bzw. gehetzt wird.
Die Geschichte knüpft direkt an Dämonenkuss an, kann aber auch ohne Vorkenntnisse gut nachvollzogen werden. Wirklich kompliziert ist es ja auch nicht, der absolut klare, harte Erzählstil der Autorin ist dermaßen schnörkellos und zielgerichtet, dass man als Leser keine Probleme hat, die Hintergründe zu begreifen. Nichtsdestotrotz ist die Story dadurch weder langweilig noch vorhersehbar. Man weiß immer noch nicht, wem man jetzt wirklich trauen kann und Morgan ist auch nicht besser dran als der Leser. In einer feindlichen, von Dämonen überrannten Welt kämpft sie sich allein durch. Im zweiten Teil wird im Gegensatz zum ersten aber viel mehr Morgans Vergangenheit beleuchtet und man erfährt so einiges, anderes bleibt weiterhin im Dunkeln. Es kristallisiert sich aber heraus, dass sie viel mehr ist, als sie dachte und so wie ich das sehe, wird ihr später eine zentrale Rolle im Machtkampf der Dämonen zukommen. Leider ist mir Morgan immer noch ein Stück weit unsympathisch, natürlich muss sie ihre Gefühle hinter einer harten Fassade verstecken, aber manchmal finde ich sie einfach nur feige und übermisstrauisch. Dieser Einzelkämpfermodus wird hier ganz schön ausgereizt und alle männlichen Personen scheinen an ihrer Mauer abzuprallen. Morgan kann und will auch Lugh nicht wirklich nachgeben und tut die ganze Handlung über eigentlich nichts anderes, als sich zu wehren - gegen das Schicksal, gegen Lugh, gegen ihre Vergangenheit, gegen ihre Gefühle für Brian, gegen ihre Neigung, Schwule Erotik anturnend zu finden etc. etc. Durch diese Verschleierungstaktik bleibt Morgan als Person sehr verschroben, fast zu distanziert. Mehr als ein kühler Thriller kommt daher am Ende nicht dabei heraus, ich würde auch nicht mehr von Erotic Urban Fantasy sprechen, da die betreffenden Szenen fast gänzlich eliminiert wurden. Ein schwules Pärchen gibt es immer noch, ok, aber ganz zahm.
Für die nächsten Bände hoffe ich, dass die Autorin sich etwas einfallen lässt, denn sonst driftet das Ganze so langsam in den Urban Fantasy Einheitsbrei ab.

Fazit
Spannender, dämonischer Thriller.

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