Schon seit Jahren wird
Macy von einem gefährlichen Serienkiller verfolgt, ihr Leben
ist
eine einzige Flucht vor diesem Mann und ihrer eigenen schrecklichen
Vergangenheit. Dennoch will sie nichts mehr, als dass er endlich
gefasst wird und wendet sich an die FBI-Agentin Fia Kahill, die in
diesem Fall ermittelt. Macy weiß nicht, dass Fia ein Vampir
ist
und es als ihre Pflicht ansieht, die Welt von kriminellen Menschen zu
befreien. Als es sich endlich begibt, dass Macy Fia treffen will um ihr
alles über den Killer zu erzählen, was sie
weiß, wird
Fia durch eine dringende Familienangelegenheit verhindert und schickt
den Vampir Arlan, der sich in jedes beliebige Tier verwandeln kann, zu
dem Treffen. Macy ist sofort fasziniert von dem attraktiven,
sanftmütigen Mann, der ihr wie kein anderer Sicherheit geben
kann.
Auch Arlan ist betört von der schönen, traurigen
Menschenfrau, doch eigentlich kann er sich auf keine Beziehung mit ihr
einlassen. Seit jeher gehört sein Herz Fia, doch diese ist zur
Zeit auch mit einem Menschen zusammen. Macy weiß zuerst
nichts
von alldem, doch als sie nach Clare Point kommt, findet sie mehr
heraus, als Arlan und Fia lieb ist.
Der
zweite Teil
der Serie um die Kahill Vampire hat mir nicht so gut gefallen wir der
erste, was vor allem daran lag, dass ich es prinzipiell nicht leiden
kann, wenn die beiden Hauptcharaktere, obwohl sie offensichtlich
füreinander bestimmt sind, sich im Bett mit anderen
vergnügen. War es im ersten Band nur streckenweise angedeutet,
dass Arlan mehr für Fia empfindet und aktiv um sie wirbt, wird
es
im nächsten Teil unübersehbar und manchmal auch
quälend.
Denn Fia weiß auch nicht mehr so genau, ob sie mit Glen
wirklich
glücklich ist. Vor dem Hintergrund einer spannenden
Krimihandlung
um einen kranken Serienkiller, suchen nun Arlan und Fia nach dem
Glück in der Liebe. Kann Arlan es mit Macy finden? Kann Macy
Arlan
akzeptieren? Werden sich Arlan und Fia doch noch zusammenraufen?
Durch die wechselnde Erzählperspektive kann man die
unterschiedlichen Meinungen und Stimmungen der Charaktere genau
mitverfolgen und nur die Identität und Beweggründe
des
Täters bleiben natürlich bis zum Schluss geheim.
Ansonsten
ist die Story ein langes Hin und Her zwischen Arlan und Macy, in denen
die beiden regelmäßig von ihrem Verlangen
überwältigt werden, ohne jedoch wirklich
Gefühle
zulassen zu wollen. Fia bleibt auch meistens sehr kühl und
gefasst
und greift wenig in die Situation ein um sich nicht die
Blöße zu geben. Diese distanzierte
Atmosphäre zieht
sich durch den ganzen Roman und lässt alles ziemlich
unpersönlich wirken. Auch wenn sich die Autorin durch ihren
ausgereiften, wortreichen und präzisen Schreibstil viel
Mühe
gibt, eine runde Sache zu produzieren, stoßen sich die
prinzipiell gelungenen Charaktere immer wieder an dem holprigen
Drehbuch. Auch wenn es wohl tatsächlich so ist, dass nichts
einfach zu erreichen ist im Leben (auch nicht für einen
Vampir),
kam es mir oft sehr umständlich vor, wie die Autorin ihre
Charaktere handeln lässt. Die Liebesszenen sind auch wie durch
einen unpersönlichen Schleier gefiltert und hinterlassen einen
deprimierenden Nachgeschmack. Im ersten Teil war ich von der Person Fia
überzeugt, von ihrer zielstrebigen, kämpferischen
Art. Hier
wirkt sie zunehmend zickig und unentschlossen. Arlan ist der typische,
umwerfende Frauenheld, dem keine widerstehen kann und der nicht nein
sagt bei eindeutigen Angeboten. Ein bisschen mehr als die Softie-Nummer
hätte ich aber schon erwartet. Die beste Person ist eigentlich
Macy, auch wenn ich sie nicht mochte, weil sie Arlan und Fia irgendwie
auseinanderbringt. Macy hat aber am meisten Potential, ist
vielschichtig und in ihrer Besonderheit sympathisch. Als reiner Krimi
betrachtet ist In den Armen des Vampirs durchweg spannend, teilweise
explizit brutal in der Darstellung der Opfer. Was das
zwischenmenschliche (bzw. zwischenvampirische) betrifft, hätte
ich
mehr erwartet.
Insgesamt ist mir der Roman auch zu wenig "paranormal", das wahre
Potential der Vampire wird meiner Meinung zu wenig
ausgeschöpft.
Sie wirken alle zu menschlich. Letzten Endes möchte ich
nochmal
die außergewöhnlich schöne Covergestaltung
loben, diese
schillernde Oberfläche ist wirklich gelungen.
Fazit
Solider, spannender Krimi mit einer schwierigen Personenkonstellation.
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