

Ihr ganzes Leben
lang ist es Pia Giovanni gelungen, unauffällig und unentdeckt zu bleiben. Halb Mensch, halb Werwesen, verbirgt sie ein großes Geheimnis: ihre wahre Identität. Ihre Mutter hatte sie zeitlebens vor Entdeckung bewahren wollen und Pia mit Schutzzaubern, Selbstverteidigung und einem großen Misstrauen ausgestattet.Doch dann macht sie einen Fehler und vertraut einem Mann, der sie verrät und erpresst. Pia soll nun aus dem wie Fort Knox gehüteten Hort des Wer-Drachen Dragos Cuelebre einen Gegenstand stehlen. Da sie über besondere Fähigkeiten verfügt, gelingt es Pia, dort einzubrechen, doch sie stiehlt nur eine einzige kleine Münze. Ab sofort besteht ihr Leben nur noch aus Flucht. Sie weiß, dass der herrische und auf seinen Besitz fixierte Dragos vor Wut wahnsinnig sein wird und eigentlich kann sie schon mal mit ihrem Leben abschließen. Es gelingt ihr nicht, weit zu kommen, bis Dragos sie findet. Doch als er urplötzlich Gnade walten lässt und Pia als "sein Eigentum" mit in seinen Tower nach New York nimmt, wendet sich das Blatt. Dragos ist fasziniert von der schlagfertigen und geheimnisvollen Schönheit, deren wahre Identität ungelüftet ist.
Was für ein
wundervolles, wundervolles Buch! Am liebsten würde ich es gleich nochmal lesen. Im Bann des Drachen kann absolut mithalten mit meinen Spitzenreitern aus dem Romantasy-Bereich: Nalini Singh, J. R. Ward (die frühen Teile), Lara Adrian. Tatsächlich sind sich Thea Harrison und Nalini Singh stilistisch sehr ähnlich. Manchmal hätte ich nicht unterscheiden können, ob das Buch nun von der einen oder anderen Autorin geschrieben wurde.Es ist eine mitreißende, gefühlvolle und ergreifende Liebesgeschichte zwischen der verschlossenen - aber gleichzeitig mutigen - Pia und dem tyrannischen, eifersüchtigen und absolut faszinierenden Dragos Cuelebre (ich liebe ihn). Man entschuldige meine unprofessionellen Groupie-Zwischenrufe, aber dieser Mann hat sich in die Top 10 meiner Superhelden katapultiert..*seufz*
Fast 90 % des gesamten Umfangs handelt direkt von Dragos und Pia, in wechselnden Perspektiven bekommt der Leser ihre Achterbahnfahrt der Gefühle hautnah mit. Pia war mir von Anfang an sympatisch, ich mochte ihre frische, leicht naive Art und die lockeren Kommentare, die sie bringen kann. Ganz selten passte ihre Albernheit nicht ganz so, meistens war sie aber eine witzige Randerscheinung und vor allem sind es keine Zoten, die sie von sich gibt, sondern charmante, sexy Anmerkungen. Und dann Dragos (seufz), er ist unfassbar maskulin, extrem mächtig (und reich) und hat unter dieser ganzen harten Schale einen weichen Kern. Wie Romantasy-Fans schon erkannt haben, wird hier das Rad nicht neu erfunden. Genau genommen handelt es sich um eine extreme Rollenklischee-Situation, in der das Alphamännchen von der weiblichen Heldin sozusagen gezähmt wird. Aber es kommt ja auf das WIE an. Und da hat Frau Harrison meiner Meinung nach alles richtig gemacht. Sprachlich ist alles einwandfrei, es gibt emotionale Dialoge, tolle fantasievolle Beschreibungen und witzige Einfälle. Ich liebe die Art, wie sie den Dragos in ihrer Drachenform erdacht und beschrieben hat. Die paranormale Welt ist erfüllt von interessanten Details und spannenden hierarchischen Strukturen. Alle Nebencharaktere fand ich gelungen, angefangen beim Assistent Rune bis hin zur quirligen Fee Tricks.
Richtig intensiv jedoch widmet sich Thea Harrison nur ihren beiden Helden und das ist auch gut so. Beide sind ein fantastisches Paar, das sich natürlich streitet, misstraut, Katz und Maus spielt, näher kennen lernt und --- im Bett landet. Für die Liebesszenen braucht man dringend einen Fächer oder sonstige Abhilfen um hinterher nicht komplett - ähem - heiß dazuliegen und sich Dragos herbeizuwünschen *seufz*.
Gegen Ende des Buches fällt der unfassbare Unterhaltungswert ein wenig, und ACHTUNG SPOILER: eine Heirat und Nachwuchs hätte ich jetzt auch nicht gebraucht SPOILER ENDE.
Das schmälert aber das Leseerlebnis in keinster Weise und ja, was soll ich sagen: ich liebe dieses Buch (habe ich schon erwähnt, dass ich Dragos liebe??!!).


Teil 2 werde ich auf jeden Fall lesen, da ich mir von der Geschichte mehr verspreche als vom ersten Band.