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Christina Dodd

Nachtschwarze Küsse
von Christina Dodd

auf Deutsch erschienen im September 2009 im Blanvalet Verlag
352 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 6,95

ISBN: 3442372593
EAN: 9783442372591
Übersetzt von Beate Darius

Leseprobe

Reicht mir mal den Wodka rüber! Ich möchte einen Toast aussprechen.« Die Wilder-Kinder stöhnten theatralisch, doch Konstantine Wilder, Nachfahre einer langen Ahnenreihe von Dämonenkriegern, ließ sich durch die schlechten Manieren seiner undisziplinierten Brut nicht erschüttern. Sie sollten ruhig stöhnen, und seine Gäste konnten grinsen, trotzdem erwartete die kleine Stadt Blythe im Staat Washington von ihm, dass er auf den Familienfeiern der Wilders seine obligatorische Rede hielt. Seine Ansprache gehörte genauso dazu wie die Picknicktische, die sich unter russischen Delikatessen wie kasha und tabaka bogen. Natürlich gab es auch Hot Dogs und gegrillte Maiskolben, russische Musik und Tanz, Pokerrunden, rundum alles, was für eine gute Stimmung unerlässlich war. Er mochte seine Gäste nicht enttäuschen. Er schritt zu dem Lagerfeuer, pflanzte sich vor den zuckenden Flammen auf. Seine Stimme erhob sich über dem Knacken der lodernden Scheite. »Meine Familie und ich flohen aus Mütterchen Russland, die Dämonen der Hölle dicht auf unseren Fersen. So kamen wir in dieses Land, wo Milch und Honig fließen.« Mit einer ausladenden Geste seiner großen Hände deutete er auf das Tal – sein Tal. »Und hier haben wir uns niedergelassen. Wir bauen Trauben an, die besten Trauben in ganz Washington. Wir haben unseren eigenen Garten. Eigenes Vieh. Geflügel. Und, noch wichtiger, wir haben unsere Kinder zu verant- wortungsbewussten Erwachsenen erzogen.« Die Bewohner von Blythe rutschten auf ihren Stühlen nach vorn und grinsten zu den drei jungen Wilders, die unwillkürlich die Köpfe einzogen, als ginge es ihnen im nächsten Augenblick an den Kragen. »Jasha ist groß und stark und ein attraktiver Mann. Er schlägt nach mir.« Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen. Ein Wolf. »Er besitzt – er ist der Chef! – seine eigene Mostkelterei in Napa, Kalifornien, wo er die Trauben seines Papas zu gutem Wein verarbeitet.« Konstantine reichte eine Flasche herum und zeigte allen stolz das Etikett. »Er ist klug.
Er ist reich. Er ist mein Ältester, mein erstgeborener Sohn, und trotzdem hat er mit vierunddreißig …« »Jetzt kommt’s«, stieß Jasha aus einem missmutig verzogenen Mundwinkel hervor. »… keinen Funken Respekt vor seinem Vater, dessen Gehör hervorragend funktioniert.« »’tschuldigung, Papa.« Jasha baute sich breitbeinig vor ihm auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Konstantine ließ sich weder von der gemuffelten Entschuldigung noch von dem Imponiergehabe seines Sohnes beeindrucken. Jedoch bemerkte er das ärgerliche Aufblitzen in Jashas goldgesprenkelten Augen. »Und trotzdem ist er mit vierunddreißig noch ein Single.« Rurik boxte Jasha mit dem Ellbogen so fest in die kurzen Rippen, dass dieser seitwärts taumelte. »Er bricht mir das Herz. Vielleicht möchte eine von den hier anwesenden jungen Damen ihn heiraten.

  Schund    
DämonWerwolf
Romantic Fantasy
Seit Jahrhunderten ist die russische Familie Varinski durch einen Pakt mit dem Dämon gleichzeitig verdammt und begünstigt. Der dämonische Pakt sichert ihnen außergewöhnliche Heilkraft, die Macht sich zu verwandeln und ein langes Leben. Doch die Vereinbarung bröckelt, die Familie ist zerstritten. Und eines Tages erklingt die Prophezeihung, dass Konstantine Varinski, Jashas Vater, sterben wird, wenn der Pakt auseinanderfällt. Schon seit sie als seine persönliche Assistentin eingestellt wurde, ist Ann unsterblich in ihren Chef Jasha verliebt. Doch bisher war sie immer zu schüchtern, ihm Avancen zu machen. Das soll sich jetzt ändern: sie hat ihr Aussehen auf Vordermann gebracht und einen perfekten Plan. Sie will mit dem Auto zu Jashas abgelegenem Anwesen fahren und ihm persönlich dringende Akten vorbeibringen. Und auf diesem Wege möchte sie den attraktiven Mann gleich verführen. Aufgeregt kommt sie an dem verlassenen Haus an und kann sich gerade noch vor einem Gewittersturm ins Innere retten. Als sie schon beginnt, sich Sorgen zu machen, hört sie einen Eindringling. Ann traut ihren Augen kaum, als ein großer Wolf ins Haus eindringt und sich vor ihren Augen in Jasha verwandelt! Sie ist starr vor Schreck und all ihre Träume von der großen Liebe Jasha scheinen geplatzt. In Panik ergreift Ann die Flucht hinaus in den nächtlichen Wald, in dem es von wilden Tieren nur so wimmelt. Doch Jasha kann sie nicht entwischen lassen, jetzt wo sie sein großes Geheimnis kennt. Er setzt ihr nach und holt sie mühelos ein. Auch wenn sich Ann sehr vor Jasha fürchtet, kann sie sich seiner erotischen Macht nicht entziehen. Jasha weiß nicht, dass Ann mitten in der Wildnis ein lange verschollenes Ikonen-Bild gefunden hat, das das Schicksal der Varinski-Familie entscheiden kann.

Wenn man sich so die Inhaltsangabe des Romans durchliest, klingt das alles ja wirklich gar nicht so schlecht. Eine von Dämonen verfluchte Familie, deren männliche Mitglieder von jungen, unschuldigen Frauen gerettet werden. Eine gute Seriengrundlage und recht vielversprechend. Leider hat mir die Umsetzung von Christina Dodd überhaupt nicht gefallen. Nach der Lektüre war ich maßlos enttäuscht sowohl über den Schreibstil als auch über die Charaktere und ihr ganzes Verhalten. Die Story präsentiert sich in einem einfachen, flatterigen, saloppen Schreibstil, der keine gerade Linie hat. Einerseits ergeht sich die Autorin in Beschreibungen von Landschaft, Mobiliar und Kleidung, andererseits legt sie ihren Figuren grässliche Banalitäten in den Mund. Satzphragmente wie "..raffst du es nicht..." und "meine Titten sind zu klein..." haben mir gründlich die romantische Stimmung vermiest. Sowohl Jasha als auch Ann verzapfen im Laufe der Geschichte einen dermaßenen Mist, dass sie am Ende völlig unglaubwürdig wirken. Vor allem Ann ist eine zickige, scheinheilige und nervige Person, die kein Rückgrat besitzt. Erst will sie Jasha unbedingt, dann hat sie Angst vor ihm, dann fährt sie voll auf ihn ab trotz der Wolf-Sache, dann aber will sie wieder Liebe, dann hat sie Angst wegen ihrem großen Geheimnis, dann tut er ihr wieder leid, blablabla. Auf die Dauer langweilt dieses Hin und Her tierisch. Jasha ist einerseits sehr wild und animalisch, es kommt häufiger zu regelrechten Vergewaltigungsszenen. Dann aber ist er wieder das kleine brave Söhnchen mit billigen Sprüchen auf den Lippen. Die ganze Hintergrundgeschichte um die Ikonenbilder und die Rettung der Familie ist nur bruchstückhaft dargestellt und kein Mensch weiß, warum diese Bildchen jemanden retten können. Ist auch egal, denn vorrangig geht es darum, wann Jasha Ann endlich wieder ins Bett bekommt. So vergehen die 350 Seiten ruck zuck mit sinnlosem Geschwätz und einigen halbwegs gelungenen Sexszenen. Es ist wirklich schade, man hätte aus diesem Stoff ein paar richtig gute Ansätze machen können und der berühmte Konflikt "liebst du mich nur weil ich dein Schicksal bin" oder "liebst du mich obwohl ich eine Bestie in mir habe" wird ganz ganz dilettantisch angepackt bzw. überhaupt nicht ausgeschöpft. Am tollsten fand ich noch, dass auf der Rückseite des Buches eine gehörige Portion Humor versprochen wird. Ich habe nicht einmal auch nur gegrinst. Wenigstens waren es nur 6,95 EUR.

Fazit
Schwacher Serienauftakt mit unglaubwürdigen Charakteren und viel verschenktem Potential.



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