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In den Armen der Nacht

von Christina Dodd

Erscheinungsdatum: Dezember 2009
Verlag: Blanvalet
Ausgabe: Taschenbuch, 352 Seiten
Preis: EUR 7,95
ISBN: 978-3442372607


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
* ** *

Klischeehafter, teils recht amüsanter Romantic Fantasy Roman.

Der zweite in

der Familie Wilder - ehemals Varinski - der eine heilige Ikone und die Liebe seines Lebens finden muss, ist Rurik. Als Archäologe getarnt, lässt der ehemalige Air-Force Pilot in Schottland nach dem Schatz eines Kriegsherrn graben, der die Ikone enthalten soll. Als Sohn des vom Teufel verfluchten Konstantine Wilder verfügt auch Rurik über die Gabe, sich in ein Tier - in einen Falken - zu verwandeln. Nach seinem traumatischen Erlebnis während eines Airforce Fluges hat er sich aber geschworen, sich nie wieder zu verwandeln. Als er nun die Nachricht erhält, dass sein Team in Schottland fündig geworden ist, macht er sich sofort auf den Weg dorthin. Und wer läuft ihm dort direkt über den Weg? Die engagierte und mutige Reporterin Tasya Hunnicut, die augenscheinlich für wissenschaftliche Zwecke die Ausgrabungen dokumentiert. Von ihren wahren Beweggründen weiß Rurik (noch) nichts. Er weiß nur, dass er sie nicht vergessen kann, denn zusammen hatten sie eine heiße Liebesnacht. Am Morgen danach verschwand Tasya jedoch ohne ein Wort spurlos und erst jetzt nach einigen Wochen treffen sie sich wieder. Es funkt gewaltig zwischen den beiden, doch zum einen hat sich Tasya geschworen, sich nicht auf Rurik einzulassen, zum anderen werden sie von den brutalen Varinski Handlangern verfolgt, die Tasya töten und Rurik um die Ikone bringen wollen. Ein Wettlauf beginnt.

Von der Inhaltsangabe

her hört sich das ja alles ganz amüsant an. Eine rasante Abenteuerreise auf der Suche nach einem Schatz während sich unterwegs eine heiße Lovestory entwickelt. Rurik und Tasya geben auch eigentlich ein ganz nettes Paar ab und ihre Geschichte bietet sämtliche Klischees, die wir so gerne mögen: sie sträubt sich - er wird umso hartnäckiger; sie ziert sich - er setzt seine perfekten Veführungskünste ein; beide haben ein dunkles Geheimnis, das in taktisch optimalen Momenten ans Tageslicht kommt; trotz sexueller Anziehungskraft kommt es ab Mitte des Buches zur Krise, die sich erst am Ende auflöst und in ein Happy End mündet. Was will der Romantic Fantasy Fan mehr? Tja, ein ordentlicher Schreibstil hätte jedenfalls den Anfang gemacht. Leider stieß ich immer wieder auf dämliche Dialoge (Rurik zu Tasya: "Halt die Klappe, du nervst"), eine unausgewogene Mischung zwischen weichgespülter Liebesromansprache und derben Schimpfworten und sexuellen Begriffen. Umgangssprachliche und betont lockere Dialoge kommen teils peinlich daher und passen überhaupt nicht zur Situation. Vor allem in absolut lebensbedrohlichen Momenten müssen Grundsatzdiskussionen ausgetragen werden, da wird geschmollt oder über das ansehnliche Hinterteil des anderen sinniert. Die vorhersehbare Story um die Suche nach der Ikone bietet wenige spannende Wendungen und noch viel dümmere Gegenspieler als man sich ausdenken kann. Aber natürlich dürfen die Verfolger gar nicht so gerissen sein, denn sonst hätten Rurik und Tasya keine Zeit für ein Stelldichein mitten auf der Flucht - welches SIE im Grunde überhaupt nicht will. Denn sie hasst Rurik ja und will ihn gleichzeitig nicht in Gefahr bringen - und vielleicht liebt sie ihn ja doch? Völlig unglaubwürdige Stimmungs- und Meinungsschwankungen der Charaktere bringen den Roman runter auf unterstes Klischee-Niveau und null Individualität. Wenigstens hat die Autorin die Dominanz des männlichen Hauptcharakteres nicht so gnadenlos übertrieben wie im vorigen Teil. Sehr erholsam fand ich auch die abgemilderte Zickigkeit des weiblichen Konterfei, stellenweise kommt Tasya sogar einigermaßen unterhaltsam daher.

Insgesamt ist In den Armen der Nacht denkbar einfach zu lesende Lektüre, von der ich weite Teile überflogen habe, weil einfach nichts Nennenswertes passiert. Füllpassagen, in denen Gegenden beschrieben werden oder unwichtige Personen small talk machen, kann man getrost überspringen und innerhalb von kürzester Zeit zum Happy End weiterblättern. Schade finde ich auch, dass das Paranormale Element komplett am Rande bleibt und irgendwie als etwas Unangenehmes, Abartiges rüberkommt. Es könnte so tolle Verwandlungsszenen etc. geben... Das einzige, was dieses Buch vor der Bewertung mit "Schund" rettet, sind die halbwegs erträglichen Hauptfiguren und das teils amüsante Geplänkel zwischen ihnen. Der Rest versinkt im unendlichen Morast der unterdurchschnittlichen Liebesromane ohne Wiedererkennungswert. Das Cover finde ich übrigens recht gelungen, wenn man davon absieht, dass Rurik nichts mit einem Wolf zu tun und Tasya schwarze kurze Haare hat...

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