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Christina Dodd




Im Vergleich...


leichter, softer, langsamer


Versuchung der Finsternis
Wilde Magie

In den Armen der Nacht





dunkler, härter, schneller



In den Armen der Nacht
von Christina Dodd

erscheint auf Deutsch im Dezember 2009 im Blanvalet Verlag
352 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 7,95 - Preiserhöhung 1 EUR!

übersetzt von Beate Darius
ISBN-10: 3442372607
ISBN-13: 978-3442372607


Leseprobe

Ich will, dass du mir Rückendeckung gibst." Konstantine reichte seinem Bruder die Flasche und deutete mit einer ausholenden Geste ins Tal, wo die Zigeuner ihr Lager aufgeschlagen hatten. "Ich bin nämlich fest entschlossen, dieses Zigeunermädchen zu rauben."
"Wir dürfen uns nicht mit den Zigeunern anlegen." Oleg trank einen großen Schluck Wodka. "Streng mal deine grauen Zellen an. So ist es festgeschrieben. Wir dürfen uns an alle Frauen ranmachen, aber nicht an diese schlampigen Roma-Bräute."
Zwischen Konstantines Kiefern entstand ein breites Grinsen. "Kannst du mir mal verraten, wieso nicht?" Die Familie Varinski kannte keinen Moralkodex. Folglich gab es auch keine Verhaltensregeln. Sie konnten tun und lassen, was sie wollten: vergewaltigen, zündeln, foltern, morden - und niemand hätte sie daran zu hindern vermocht.
Es gab nur ein ehernes Gesetz.
Sie durften sich keine Zigeunerin nehmen.
"Zigeunerinnen sind schmutzig." Oleg spuckte verächtlich in Richtung Lager, und der warme Auswurf traf in einer kleinen Dampfwolke auf den gefrorenen Waldboden. Der Herbst war eisig kalt wie schon lange nicht mehr, der frühe Frost hatte die Getreideernte vernichtet, und die Menschen hungerten. "Nachher holst du dir noch irgendeine tödliche Krankheit."
"Ich lach mich schlapp! Der Einzige, der mich umbringen kann, bist du, Bruderherz."
"Ich würde dich nicht umbringen", versetzte Oleg eilends.
Oleg und Konstantine waren gleich alt und von ähnlicher Statur: beide an die einsneunzig groß, muskelbepackt, mit schnellen Fäusten. Zudem war Oleg ein begnadeter Kämpfer. Er steckte jedoch ungern ein. Folglich kämpfte er nur, wenn es sich nicht vermeiden ließ.
Anders als Konstantine. Er liebte den Kampf. Und natürlich den Sieg. Eigentlich liebte er alles, was mit einer Fehde zusammenhing. Bei Prügeleien stand er wie ein Fels mittendrin und erging sich in Strategien, wer, wann, wie angreifen würde, welcher seiner Gegner am leichtesten auszuschalten wäre und bei wem er sich besonders ins Zeug würde legen müssen. Der Schmerz wirkte auf ihn wie ein Stimulans, und Rot war seine Lieblingsfarbe. Heute Abend juckte es Konstantine mal wieder in den Fingern: Er brauchte Action. Er schätzte, dass in dem Zigeunerlager ungefähr vierzig Leute lebten: dreißig Männer und Frauen im Alter von fünfzehn bis siebzig und zehn Kinder. "Haben wir heute Abend nicht hart gekämpft? Und unsere Hände im Blut unserer Feinde gewaschen?"
"Das waren keine Feinde von uns." Oleg starrte auf das Lagerfeuer im Tal. "Das war bloß ein Job."

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DämonWerwolf
Romantic Fantasy
Der zweite in der Familie Wilder - ehemals Varinski - der eine heilige Ikone und die Liebe seines Lebens finden muss, ist Rurik. Als Archäologe getarnt, lässt der ehemalige Air-Force Pilot in Schottland nach dem Schatz eines Kriegsherrn graben, der die Ikone enthalten soll. Als Sohn des vom Teufel verfluchten Konstantine Wilder verfügt auch Rurik über die Gabe, sich in ein Tier - in einen Falken - zu verwandeln. Nach seinem traumatischen Erlebnis während eines Airforce Fluges hat er sich aber geschworen, sich nie wieder zu verwandeln. Als er nun die Nachricht erhält, dass sein Team in Schottland fündig geworden ist, macht er sich sofort auf den Weg dorthin. Und wer läuft ihm dort direkt über den Weg? Die engagierte und mutige Reporterin Tasya Hunnicut, die augenscheinlich für wissenschaftliche Zwecke die Ausgrabungen dokumentiert. Von ihren wahren Beweggründen weiß Rurik (noch) nichts. Er weiß nur, dass er sie nicht vergessen kann, denn zusammen hatten sie eine heiße Liebesnacht. Am Morgen danach verschwand Tasya jedoch ohne ein Wort spurlos und erst jetzt nach einigen Wochen treffen sie sich wieder. Es funkt gewaltig zwischen den beiden, doch zum einen hat sich Tasya geschworen, sich nicht auf Rurik einzulassen, zum anderen werden sie von den brutalen Varinski Handlangern verfolgt, die Tasya töten und Rurik um die Ikone bringen wollen. Ein Wettlauf beginnt.

Von der Inhaltsangabe her hört sich das ja alles ganz amüsant an. Eine rasante Abenteuerreise auf der Suche nach einem Schatz während sich unterwegs eine heiße Lovestory entwickelt. Rurik und Tasya geben auch eigentlich ein ganz nettes Paar ab und ihre Geschichte bietet sämtliche Klischees, die wir so gerne mögen: sie sträubt sich - er wird umso hartnäckiger; sie ziert sich - er setzt seine perfekten Veführungskünste ein; beide haben ein dunkles Geheimnis, das in taktisch optimalen Momenten ans Tageslicht kommt; trotz sexueller Anziehungskraft kommt es ab Mitte des Buches zur Krise, die sich erst am Ende auflöst und in ein Happy End mündet. Was will der Romantic Fantasy Fan mehr? Tja, ein ordentlicher Schreibstil hätte jedenfalls den Anfang gemacht. Leider stieß ich immer wieder auf dämliche Dialoge (Rurik zu Tasya: "Halt die Klappe, du nervst"), eine unausgewogene Mischung zwischen weichgespülter Liebesromansprache und derben Schimpfworten und sexuellen Begriffen. Umgangssprachliche und betont lockere Dialoge kommen teils peinlich daher und passen überhaupt nicht zur Situation. Vor allem in absolut lebensbedrohlichen Momenten müssen Grundsatzdiskussionen ausgetragen werden, da wird geschmollt oder über das ansehnliche Hinterteil des anderen sinniert. Die vorhersehbare Story um die Suche nach der Ikone bietet wenige spannende Wendungen und noch viel dümmere Gegenspieler als man sich ausdenken kann. Aber natürlich dürfen die Verfolger gar nicht so gerissen sein, denn sonst hätten Rurik und Tasya keine Zeit für ein Stelldichein mitten auf der Flucht - welches SIE im Grunde überhaupt nicht will. Denn sie hasst Rurik ja und will ihn gleichzeitig nicht in Gefahr bringen - und vielleicht liebt sie ihn ja doch? Völlig unglaubwürdige Stimmungs- und Meinungsschwankungen der Charaktere bringen den Roman runter auf unterstes Klischee-Niveau und null Individualität. Wenigstens hat die Autorin die Dominanz des männlichen Hauptcharakteres nicht so gnadenlos übertrieben wie im vorigen Teil. Sehr erholsam fand ich auch die abgemilderte Zickigkeit des weiblichen Konterfei, stellenweise kommt Tasya sogar einigermaßen unterhaltsam daher.
Insgesamt ist In den Armen der Nacht denkbar einfach zu lesende Lektüre, von der ich weite Teile überflogen habe, weil einfach nichts Nennenswertes passiert. Füllpassagen, in denen Gegenden beschrieben werden oder unwichtige Personen small talk machen, kann man getrost überspringen und innerhalb von kürzester Zeit zum Happy End weiterblättern. Schade finde ich auch, dass das Paranormale Element komplett am Rande bleibt und irgendwie als etwas Unangenehmes, Abartiges rüberkommt. Es könnte so tolle Verwandlungsszenen etc. geben... 
Das einzige, was dieses Buch vor der Bewertung mit "Schund" rettet, sind die halbwegs erträglichen Hauptfiguren und das teils amüsante Geplänkel zwischen ihnen. Der Rest versinkt im unendlichen Morast der unterdurchschnittlichen Liebesromane ohne Wiedererkennungswert. Das Cover finde ich übrigens recht gelungen, wenn man davon absieht, dass Rurik nichts mit einem Wolf zu tun und Tasya schwarze kurze Haare hat...

Fazit
Klischeehafter, teils recht amüsanter Romantic Fantasy Roman.

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