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Shana Abé



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leichter, softer, langsamer


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Der träumende Diamant: Erdmagie
von Shana Abé

auf Deutsch erschienen im Nov 2008 im Blanvalet Verlag
448 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 7,95

ISBN: 3442265541
EAN: 9783442265541
Übersetzt von Marianne Schmidt

Leseprobe

Einst gab es recht viele von uns.
Einst durchstreiften wir ohne Fesseln den Himmel und waren die Herren der vier Winde. Wir jagten die Sonne und verschlangen den Mond, und wir funkelten am Firmament wie die blitzenden, unerreichbaren Sterne. Dies war unser Recht und unser Schicksal, und niemand konnte die Verwüstungen überdauern, die wir mit leuchtenden Augen über die Menschen brachten.
Wir waren Glanz und rauchge- schwängerter Tod zugleich. Wir waren die Dräkon.
Unsere Heimat waren die rauen, nebelverhangenen Berge und später dann eine Burg, errichtet mit Händen und Klauen und drängenden Herzen: Von eisigem Weiß überzogen, vom Himmel umhüllt, erhob sie sich als ein schneekristallener Spiegel unserer Macht. Wir brauchten die Anderen nicht. Wir mussten nicht erobern. Wir herrschten bereits über jedes Reich, das von wahrem Wert war.
Wolken bedeckten uns in unserem Schlaf. Aus den tiefsten Tiefen der Erde sangen die Steine uns Lieder und flehten uns an, sie in unseren Fäusten zu sammeln und zu bewahren. Wir zwängten Diamanten in die Mauern unserer Burg. Wir speisten von Tellern aus Jaspis und tranken aus Kelchen von Quarz. Kupfer und Gold zierten unser Haar und leuchteten wärmer und prächtiger als das Sonnenlicht nach einem Sturm.
Und in der Nacht, in der sternhellen Dunkelheit, flogen wir. Aber solche ruhmreichen Tage bleiben den niederen Kreaturen nicht verborgen. Die Anderen blickten zu uns auf und neideten uns unsere Burg und unsere Schwingen. Sie drangen in unsere Wälder und Berge vor, entschlossen zu stehlen, was unser war. Sie waren niederträchtig, derb und aus Lehm geformt, doch sie besaßen eine einzige, entsetzliche Waffe, die uns fremd war: Gier. Sie brannten die Bäume nieder. Sie versengten die Felder. Sie durchbohrten unsere Körper mit Pfeilen. Und wir brachen auseinander. Unser Einst war uns genommen, und wir zerfielen in zwei Völker: jenes, das in der Burg blieb, und jenes, das floh und nach sicheren Himmeln suchte.
Generationenlang litten wir, die wir geblieben waren, unter dem Schicksal, das jene ereilte, die sich entschlossen hatten, um jeden Preis zu leben.
Generationenlang verstellten wir uns und lernten, uns unbemerkt unter die Anderen zu mischen, und wir nutzten unseren Reichtum und unsere Gaben, um einen neuen Weg zu ersinnen, den Feind zu zermürben: die langsame und unaufhaltsame Verführung.
Wir wurden ihnen gleich. Mitten unter ihnen gingen wir unserer Wege. Wir hüllten uns in ihre Gerüche und nahmen ihre Gewohnheiten an, ihr einfaches Leben. Als sie ein menschliches Wort für unsere Berge erdachten - die Karpaten -, passten wir uns ein weiteres Mal an und flüsterten erst dem Wind und dann uns selbst einen eigenen Namen für unsere Burg zu - Zaharen Yce. Die Zaharen. Wir gaben vor, aus Erde statt aus Sternen gemacht zu sein. Wir gaben vor, nicht fliegen zu können.
Und die Menschen, die uns unterstanden, taten so, als glaubten sie uns.


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Werwolf
Romantic Fantasy - Historic
Bereits als Kind hat Amalia Visionen: sie sieht Bruchstücke ihrer eigenen Zukunft. Doch obwohl sie die Tochter einer Drákon ist, scheint sie nicht mit den anderen "Gaben" gesegnet zu sein - nämlich sich in Rauch oder in einen Drachen zu verwandeln. Doch eines weiß sie: ihr Schicksal wird mit Zane's verknüpft sein. Doch Zane, der einige Jahre älter ist als Amalia, will zuerst nichts von ihr wissen. Jahre später, als Amalia erwachsen ist und im Ausland eine Ausbildung macht, ruft Rue ihren alten Freund Zane zu sich. Sie gibt ihm einen gefährlichen und prekären Auftrag: er soll den verschollenen Diamanten Draumr wieder finden, der für die Drákon von unschätzbarem Wert ist. Für eine hohe Belohnung lässt sich Zane darauf ein und reist von England nach Frankreich um die Spur des Diamanten aufzunehmen. Dort begegnet er Amalia, die zu einer wunderschönen Frau gereift ist. Verwirrt und gleichzeitig verzaubert lässt er sich darauf ein, sie auf die Suche mitzunehmen. Denn Amalia weiß, dass sie seit jeher vorherbestimmt ist, den Diamanten zu finden. Sie kann sein Lied hören und ihre Visionen führen sie zu ihm. Unterwegs werden sie von Drákon beschattet und entgehen knapp einem Mordanschlag. Je länger Zane mit Amalia zusammen ist, desto weniger kann er seine Zuneigung und sein Verlangen verbergen. Bald muss er sich eingestehen, dass er ihrem Zauber erlegen ist und die beiden kommen sich näher. Für Amalia ist es endlich die Erfüllung ihrer Träume, denn sie kann sich ein Leben mit jemand anderem als Zane nicht vorstellen.  Je näher die beiden dem Diamanten kommen, der sich in den Karpaten verbirgt, desto gefährlicher wird die Reise. Am Ende gelangen sie in das schneebedeckte Schloss eines Drákon und es kommt zum Kampf um den Diamanten. Ein Kampf, in dem sowohl Zane als auch Amalia ihre Liebe auf die Probe gestellt sehen.

Erdmagie ist ein absolut würdiger Nachfolger des ersten Bandes Feuermagie. Man muss keinesfalls den ersten gelesen haben um den zweiten vollständig zu verstehen. Der Schreibstil ist wieder einmalig - wunderbar poetisch, sprachlich ausgereift und durchdacht. Die Zeilen fliegen dahin ohne jemals langweilig zu werden. Die Dialoge sowohl als auch die Beschreibungen sind stimmig und gut platziert. Die Geschichte ist ganz klassisch aufgebaut und wird auch bis zum Ende so durchgezogen. Schwerpunkt liegt natürlich auf der Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren, und das ist so gut beschrieben, dass man gar nicht genug davon bekommen kann. Die Liebesszenen sind gar nicht schwülstig, sondern fügen sich wunderbar in die restliche Geschichte ein. Spannung gibt es auch genug, vor allem gegen Ende wird es recht dramatisch. Ich bin immer wieder überrascht, wie mühelos die Autorin das Thema Gestaltwandler in einen doch sehr klassischen Regency-Liebesroman einflicht. Der innere Konflikt von Zane, der als Mensch eigentlich nicht mit einer Drákon zusammen sein kann, wird gut dargestellt und auch die schillernde Andersartigkeit von Amalia geben dem ganzen einen paranormalen Touch. Fans von Action, blutigen Szenen, Waffen, ausschweifenden Sexszenen und viel paranormalem Inhalt werden nicht auf ihre Kosten kommen. Doch das braucht Erdmagie gar nicht. Der Roman lebt von den blumigen Worten, der schön ausgemalten Liebesgeschichte und den vielen, perfekt platzierten Szenenwechseln und Orten, die zum Träumen einladen.

Fazit
Wunderbare romantische und poetische Unterhaltung mit einem außergewöhnlichen Paranormalen Touch.

















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