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Dark Swan - Sturmtochter von Richelle Mead erscheint auf Deutsch im Mai 2010 im Egmont Lyx Verlag 370 Seiten, Taschenbuchformat Preis: EUR 12,95 ISBN-13: 9783802582110 ISBN-10: 380258211X Übersetzt von Jochen Schwarzer |
Leseprobe
Ich hatte
schon Merkwürdigeres gesehen als einen Schuh, in dem es spukte, aber nicht oft.
Der Nike Pegasus stand harmlos im Arbeitszimmer auf dem Schreibtisch. Es war
das Modell in den Farbtönen Grau, Weiß und Orange. Die Schnürsenkel waren
gelockert, und an der Sohle klebte ein bisschen Erde. Es war der linke Schuh. Und
was mich betraf … tja, also ich trug unter meinem knielangen Mantel eine Glock
22 mit Projektilen, deren Stahlgehalt nicht mehr legal war. In der Manteltasche
steckte ein Magazin mit Silberprojektilen. An meiner Hüfte lagen zwei
Messerscheiden; darin befanden sich ein Athame – ein Ritualdolch – aus Silber
und eines aus Eisen. Gleich daneben im Gürtel steckte ein Zauberstab aus
handgeschnitzter Eiche, den ich wahrscheinlich lange genug mit Energiesteinen
aufgeladen hatte, um den ganzen Schreibtisch in die Luft zu jagen, wenn ich
wollte. Zu behaupten, dass ich mir overdressed vorkam, wäre leicht
untertrieben. „Also dann.“ Ich bemühte mich um einen neutralen Tonfall. „Was bringt
Sie auf die Idee, dass Ihr Schuh … ähm, besessen sein könnte?“ Brian
Montgomery, ein Enddreißiger mit zurückweichendem Haaransatz, den er nicht
wahrhaben wollte, musterte den Schuh nervös und befeuchtete die Lippen. „Er
bringt mich beim Laufen immer zum Stolpern. Jedes Mal. Und er ist ständig
woanders. Ich kriege es nicht mit, aber … ich ziehe sie zum Beispiel bei der
Tür aus, und wenn ich sie dann wegräumen will, liegt er unterm Bett oder so.
Und manchmal … manchmal fasse ich ihn an, und er fühlt sich kalt an … richtig
kalt … wie …“ Er suchte nach einem Vergleich und wählte schließlich den abgegriffensten.
„Wie Eis.“ Ich nickte und sah wieder zu dem Schuh, ohne etwas zu sagen. „Hören
Sie, Miss … Odile … oder wie auch immer. Ich bin kein Spinner. In diesem Schuh
spukt es. Er ist böse. Sie müssen etwas unternehmen, ja? Ich bereite mich
gerade auf einen Marathon vor, und bevor das hier losging, waren das meine
Glücksschuhe. Und billig waren sie auch nicht. Ich hab da richtig was
investiert.“ Für mich klang er sehr nach einem Spinner – und ich bin einiges gewöhnt.
Aber wo ich schon einmal hier war, konnte eine kurze Überprüfung nicht schaden.
Ich griff in die Manteltasche, in der keine Munition war, und zog mein Pendel
hervor, ein schlichtes Silberkettchen mit einem kleinen Quarzkristall. Ich
schob einen Finger durch die Kette und hielt die Hand flach über den Schuh,
sammelte mich und ließ den Kristall frei hängen. Einen Moment später begann er
langsam von selbst zu kreisen. „Hölle und Verdammnis“, fluchte ich leise und
steckte das Pendel wieder ein. Da war irgendwas. Ich wandte mich zu Montgomery
um und machte einen auf knallhart. Das erwartete die Kundschaft. „Vielleicht wäre
es am besten, Sie verließen kurz das Zimmer, Sir. Zu Ihrer eigenen Sicherheit.“
Das stimmte nur zum Teil. Vor allem nervte es einfach, wenn Kunden dabei waren.
Sie stellten dumme Fragen und neigten zu noch dümmeren Handlungen, und oft
brachten sie damit nicht sich in Gefahr, sondern mich. Er hatte keine Einwände. |
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Schund mehr geht so lesenswert TOP Titel schlecht als recht |
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| Urban Fantasy - Erotic Fantasy | |||
| Seit sie von ihrem
Stiefvater zur Schamanin ausgebildet wurde, widmet Eugenie Markham,
genannt Odile Dark Swan, ihr Leben der Bekämpfung von Wesen aus
der Anderswelt. Sie bannt Feen, Elementare, Geister und andere, die in
die Welt der Menschen gelangen und dort Unheil anrichten. Eines Tages
erhält sie den gefährlichen Auftrag, das junge Mädchen
Jasmine aus der Anderswelt zu retten. Das Mädchen wurde von Aeson,
einem König der Feen, genannt Feine, entführt und als Sklavin
gehalten. Obwohl es äußerst riskant ist, körperlich und
nicht nur geistig die Welten zu wechseln, nimmt Eugenie den Auftrag an.
Zuvor begegnet sie jedoch dem äußerst attraktiven und
anziehenden Kiyo, der ihre Überzeugung, von Männern nichts
wissen zu wollen, mächtig ins Schwanken bringt. Noch während
Eugenie ihre Rettungsaktion plant, geraten die Dinge komplett
außer Kontrolle: jeder in der Anderswelt scheint auf einmal ihren
wahren Namen zu kennen, die Mordanschläge auf sie häufen sich
und es gibt eine seltsame Prophezeihung, in der Eugenie eine tragende
Rolle bei der Machtübernahme der Feinen über die Menschenwelt
spielen soll. Ist Eugenie in Wirklichkeit mehr als sie dachte? Dark Swan Sturmtochter hat all meine Erwartungen nicht nur voll erfüllt sondern auch zum großen Teil übertroffen. Dieser erste Teil der Serie von Richelle Mead bietet alles, was man für einen guten Urban Fantasy Roman braucht: glaubhafte, authentische Charaktere mit Charme, Individualität und einer klischeefreien Handlungsweise, eine packende, wendungsreiche Story, viele, fantasievoll beschriebene paranormale Elemente, eine prickelnde Lovestory, toll beschriebene Kampfszenen und nicht zuletzt eine Prise feinen, mal zynischen, mal flapsigen Humor. Eugenie ist eine sympathische 26-Jährige, die im Laufe der Geschichte die Wahrheit über ihre eigene Herkunft und ihre mächtigen versteckten Fähigkeiten herausfindet. Sie ist perfekt eingebettet in eine interessante Umwelt, in der ihre Familie eine Rolle spielt, ihre romantischen Beziehungen, ihre Gefühle und Ängste. Durch die Ich-Perspektive kann Richelle Mead ganz nah an ihre Heldin rücken und den Leser alles aus nächster Nähe erleben lassen. Selten habe ich mich so gut mit einer Hauptfigur identifizieren können wie mit Eugenie Markham. Sie ist mutig, eigenwillig, manchmal trotzig, aber dennoch hilfsbereit, loyal, gefühlvoll, leidenschaftlich und wandelbar. Ihre Interaktion mit sämtlichen Nebenfiguren - deren es unzählige gibt - ist durchweg abwechslungsreich, treffend und nachvollziehbar. Die Dialoge sind wunderbar stimmig und stimulieren die Handlung auf angenehme Weise. Schon bald ist man fasziniert von all den wunderbaren, unfassbaren Dingen, die auf Eugenie einstürzen und der Autorin gelingt es gut, die Nebenfiguren undurchschaubar und geheimnisvoll zu lassen. Viele Spannungselemente sind perfekt gesetzt und es kommt zu einigen tollen Überraschungen. Vorblättern ist nicht empfehlenswert! Sprachlich ist der Roman auf einem guten, ausgereiften Niveau mit angenehm flüssigem Stil, treffenden Beschreibungen und einer guten Mischung aus flotten Dialogen und interessanten Beschreibungen. Die Liebesszenen sind prickelnd, außergewöhnlich und absolut nicht stereotyp. Richelle Mead hat ein Händchen für erotische Situationen, man darf sich allerdings nicht daran stören, wenn die Hauptfigur nicht nur auf einen Partner fixiert ist. Eugenie gerät ziemlich in einen erotischen Strudel, in dem ständig Reize auf sie einströmen und nicht immer kann sie widerstehen. Die Romantik kommt aber trotzdem zum Zuge und auch ich als Fan von ganz klassischen Konstellationen war am Ende zufrieden. Vom Aufbau und Inhalt hat mich Dark Swan ziemlich an Seanan McGuires October Daye erinnert, welches auch in der Welt der Feen spielt. Man muss sich im Klaren darüber sein: bei Eugenie Markham gibt es keine Vampire und keine Werwölfe. Vielmehr wird hier in einer Parallelwelt eine Art klassisches Fantasy-Szenario erstellt, das sich stellenweise mit der Menschenwelt vermischt. Elemente aus der keltischen Mythologie werden geschickt mit eingearbeitet. Auch wenn das alles etwas verwirrend klingt, ist es sehr glaubwürdig dargestellt und hat mir neben all den Vampir- und Werwolfgeschichten, die ich lese, sehr gut gefallen. Ich war bereits von Richelle Meads Succubus Reihe um Georgina Kincaid begeistert und werde garantiert die folgenden Teile von Dark Swan lesen. Fazit Fantasievolle, temporeiche Urban Fantasy mit prickelnder Erotik und einer sympathischen Heldin. Lesen! |
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Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Originalität Preis Aufmachung |
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