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Christine Feehan

Dunkler Ruf des Schicksals
von Christine Feehan

auf Deutsch erschienen im Nov 2008 im Bastei-Lübbe Verlag
464 Seiten, Taschenbuchformat

Preis: EUR 6,95

ISBN: 3404187342
EAN: 9783404187348
Übersetzt von Britta Evert

Leseprobe

Sie erwachte mit dem Wissen, eine Mörderin zu sein, die immer wieder morden würde. Für sie war es der einzige Grund, ihr Dasein fortzusetzen. Das war es, wofür sie lebte. Um zu töten. Hunger und Schmerzen krochen unablässig und erbarmungslos durch ihren Körper. Regungslos lag sie in dem Erdreich, das sie umgab, und starrte in den sternklaren Nachthimmel. Es war bitterkalt; das Blut, das durch ihre Adern floss, war wie Eiswasser. Es war so kalt, dass es wie Säure brannte.
Ruf mich zu dir. Ich werde dich wärmen.
Sie schloss die Augen, als die Stimme in ihrem Kopf erklang. Er rief jetzt bei jedem Erwachen nach ihr. Die Stimme eines Engels, das Herz eines Dämons. Ihr Retter. Ihr Todfeind.
Sie ließ zu, dass langsam Luft in ihre Lunge drang und ihr Herz stetig zu schlagen begann. Wieder lag eine endlose Nacht vor ihr. Es waren schon so viele gewesen, und alles, was sie sich wünschte, war Ruhe.
Sie stieg aus dem Erdreich auf und zog sich dabei mit der Routine langer Erfahrung gleichzeitig an. Ihr Körper war rein, doch ihre Seele war verdammt. Die Gerüche und Laute der Nacht waren überall um sie herum und überschwemmten ihre Sinne mit Informationen. Sie war hungrig. Sie musste in die Stadt. Sosehr sie sich auch bemühte, sie konnte das Verlangen nach schwerem, heißem Blut nicht überwinden. Es rief nach ihr und lockte sie mehr, als irgendetwas anderes es vermocht hätte.
Destiny fand sich in einem vertrauten Stadtteil wieder. Ihre Schritte folgten dem gewohnten Weg, noch bevor sie tatsächlich darüber nachgedacht hatte, wo sie eigentlich hinwollte. Die kleine Kirche, die sich im Gewirr der schmalen Straßen und Gassen zwischen die höheren Gebäude duckte, rief nach ihr. Destiny kannte dieses Viertel, diese kleine Stadt innerhalb der großen Stadt. Die Häuser waren eng ineinander verschachtelt; einige stießen direkt aneinander, andere waren durch enge Gassen voneinander getrennt. Sie kannte jedes einzelne von ihnen, jedes Wohnhaus, jedes Geschäft; sie kannte die Bewohner und ihre Geheimnisse. Destiny wachte über sie, wachte über ihr Leben, aber trotzdem war sie immer allein und isoliert.
Zögernd stieg Destiny die Stufen zur Kirche hinauf und blieb im Eingang stehen, wie sie es schon so oft getan hatte. Ihr scharfes Gehör sagte ihr, dass sich jemand in der Kirche befand, dass der Priester seine Pflichten beendete und bald gehen würde. Er war viel später dran als sonst.
Sie hörte das Rascheln der Messgewänder, als er den Mittelgang hinauf zu der breiten Flügeltür ging. Wie immer würde er sie absperren, bevor er ging, aber das war bedeutungslos für Destiny, für die eine Tür kein Hindernis darstellte. Sie wartete draußen in der Dunkelheit, tief im Schatten, wo sie hingehörte, und beobachtete den Priester mit angehaltenem Atem. Ihr Inneres war von einer Sehnsucht erfüllt, die an Verzweiflung grenzte.

  Schund     mehr        geht so   
                   schlecht
                   als recht
Vampire
Romantic Fantasy
Destinys Kindheit ist geprägt von Schmerz und Qual: Ihre Eltern wurden vor ihren Augen von einem Vampir ermordet, der sie danach brutal vergewaltigte und ihr sein Blut aufzwang. Seither lebt sie in den Schatten, leidet darunter, dass sie Blut trinken muss und versucht, irgendwie ihr Schicksal als Kreatur der Nacht zu meistern. Ihre einzige Rettung war stets Nicolae, der seit ihrer Kindheit mit ihr geistig verbunden war und sie beschützt und getröstet hat. Durch ihn lernte Destiny zu kämpfen und eine Jägerin der Untoten zu werden. Doch sie wollte ihm niemals begegnen, denn vertrauen kann sie ihm nicht. Sie glaubt, er sei auch einer der Untoten, der sie nur verführen wolle.
Eines Tages trifft Destiny auf die sanfte und mitfühlende MaryAnn, die ihr die Freundschaft anbietet. Doch Destiny ist misstrauisch und widmet sich vorerst nur der Aufgabe, die Vampire, die die Stadt bedrohen, zu erledigen. Beim Kampf gegen diese läuft Destiny jedoch in eine Falle, aus der sie von Nicolae und seinem Bruder Vikirnoff gerettet wird. Nicolae gibt ihr sein Blut um ihre Verletzung zu heilen und ab diesem Zeitpunkt weicht er praktisch nicht mehr von ihrer Seite. Doch Destiny kann die Nähe nicht ertragen, sie fühlt sich durch das Vampirblut unrein und sucht die Einsamkeit. Langsam und kontinuierlich schafft es Nicolae jedoch, sie an sich zu gewöhnen und gemeinsam versuchen sie, die seltsamen Fälle von Gewalt in dem kleinen Stadtteil zu lösen. Immer wieder geraten sie an mächtige Vampire, die sie in die Falle locken indem sie sich erstmals zu einer Gruppe zusammentun. Als Destiny erneut schwer verletzt wird, weiß sich Nicolae keinen Ausweg mehr, als Gregori, den Heiler seines Volkes zu rufen. Auch wenn Destiny damit nicht einverstanden sein wird, muss er sie retten.

Es ist unbestreitbar, dass die Bücher von C. Feehan auf eine seltsame Art süchtig machen. Kaum hat man eines gekauft, schon hat man die Hälfte gelesen und kann es kaum aus der Hand legen. Dabei ist es wirklich immer dasselbe. Auch hier gilt es wieder für einen dominanten, mächtigen Karpathianer seine widerspenstige und doch unglaublich sensible Gefährtin zu unterwerfen. In einem Rollenspiel, das nicht klischeehafter sein könnte, tanzen die beiden umeinander herum, im einen Moment lieben sie sich, im anderen streiten sie sich - das Ende ist ab der ersten Seite vorhersehbar. Destiny ist ein sehr verworrener Charakter, der unter schweren Kindheitserinnerungen leidet. Durch das verunreinigte Vampirblut in ihren Adern fühlt sie sich ständig minderwertig und stellt die unausweichliche Beziehung zu Nicolae immer wieder in Frage. Das nervt den Leser kolossal, weil er doch ohnehin weiß, dass sie am Ende glücklich mit ihm sein wird. Und so plätschert die Story inklusive unendlicher Wiederholungen vor sich hin und man lässt sich förmlich von dem geduldigen und einfühlsamen Nicolae einlullen. Die Nebenhandlung um die ach so bösen Vampire und die seltsamen Vorgänge im Ort ist wie immer überflüssig und nichts als Seitenfüllerei. Das einzig Interessante war die Tatsache, dass bereits eine Andeutung gemacht wurde, dass Nicolaes Bruder Vikirnoff bald seine Gefährtin finden wird. Ansonsten passiert nichts, was man nicht vorhersehen könnte (und was dann auch 3 Seiten später eintritt). Also schauen wir, wie lange diese seltsame Sucht nach C. Feehan Büchern noch anhält oder ob wir jemals dahinter kommen, was ihren Reiz ausmacht, wenn es schon nicht sprachliche Brillianz oder inhaltliche Originalität sind...

Fazit
Seichte Unterhaltung nach bekanntem Muster - trotzdem immer wieder unvermeidlich.










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